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ERC: Sanremo-Rallye

Italiener geben den Ton an

Nach drei Sonderprüfungen führen drei italienische Lokalmatadore im Gesamtklassement. Aigner Zweiter im Production Cup, Danzinger Dritter der 2wd.

Michael Noir Trawniczek

Das berühmt-berüchtigte „Kurvenkarussell“ der Rallye Sanremo stellt vor allem für die Bremsen der Boliden eine große Belastung dar – zudem ist es keine Überraschung, dass die italienischen Lokalmatadore mit den verschlungenen Straßen am besten vertraut sind…

Doch am Freitagnachmittag, auf der 14,4 Kilometer langen SP 1 „Coldirodi“ hatte kein Italiener, sondern ein Franzose die Nase vorne: Bryan Bouffier markierte im Peugeot 207 S2000 die schnellste Zeit, dahinter reihten sich mit Paolo Andreucci, Giandomenico Basso (beide Peugeot) und Umberto Scandola (Skoda) drei Lokalhelden ein.

Auf der 17,7 Kilometer langen SP 2 „Apricale“ war zwar Scandola in seinem Skoda Fabia S2000 um winzige zwei Zehntelsekunden schneller als Bouffier, doch der Franzose konnte seine Führung behaupten und seinen Vorsprung auf Andreucci sogar leicht vergrößern.

Auf der 20,4 Kilometer langen SP 3 „Vignai“ jedoch übertrieb es Bouffier, wie er im Ziel der Prüfung zu berichten hatte: „Mein Aufschrieb war hinsichtlich der Distanzen nicht optimal, so habe ich in einer Kurve zu spät gebremst und schlug gegen eine Barriere. Es ist aber kein großes Problem am Auto entstanden, wir werden es ins Service schaffen.“

Allerdings kostete der Zwischenfall rund eine Minute, sodass Andreucci die Führung übernehmen konnte. Nur vier Zehntelsekunden hinter ihm lauert Scandola auf Platz zwei, auf Rang drei liegt mit 6,8 Sekunden Rückstand mit Basso ein weiterer Lokalmatador.

Platz vier belegt der Ire Craig Breen im Peugeot, gefolgt von zwei weiteren Italienern (Perico, Albertini) und dem finnischen Skoda-Piloten Esapekka Lappi auf den Plätzen fünf bis sieben. Auf Platz acht rangiert der erwähnte Bryan Bouffier.

Danzinger auf Platz drei der 2wd

Die Kurvenorgien kommen offenbar auch den leichteren R3-Boliden entgegen – denn auf Gesamtrang neun findet man den Leader der 2wd-Wertung, Lokalmatador Simone Campedelli auf einem Citroen DS3 R3. Sein Markenkollege und Landsmann Alex Vittalini liegt als Zweiter der 2wd bereits 50,2 Sekunden zurück.

Nur 4,3 Sekunden dahinter lauern Hannes Danzinger und Kathi Wüstenhagen im Schlager Renault Clio R3 auf Platz drei der 2wd sowie auf Gesamtrang 13. Das österreichisch-deutsche Duo konnte auf den Prüfungen SP 2 und SP 3 jeweils die zweitschnellste 2wd-Zeit markieren .

Auf SP 3 jedoch verlor der Böheimkirchner dennoch rund 20 Sekunden auf Campedelli, was Danzinger erklären konnte: „Die ersten beiden Prüfungen waren perfekt – doch auf der letzten Sonderprüfung mussten wir ein langsameres Fahrzeug überholen, zudem war unser Schrieb nicht perfekt.“ Der in der 2wd viertplatzierte Markenkollege Michele Tassone liegt rund 18 Sekunden hinter Danzinger zurück.

Nur auf Platz 18 der 2wd findet man den Piloten des österreichischen Wurmbrand Racing Teams, Sebastien Barbu. Dieser erklärte, warum er auf SP 3 mehr als zwei Minuten eingebüßt hat: „Nach zehn Kilometern haben wir die Bremsen verloren, wir mussten vier Kilometer lang mit der Handbremse fahren. Es ist eine schwierige Rallye – schauen wir einmal, was passiert.“

Aigner Zweiter im Production Cup

Im Production Cup führt Federico Gasperetti im Renault Megane RS, der im Gesamtklassement als-14. sogar hinter Danzinger liegt.

Der Hintergrund: Auf den verschlungenen Sanremo-Straßen müssen die Gruppe N-Fahrzeuge aufgrund ihres Gewichts einen hohen Preis zahlen. Zudem werden die Bremsen dieser Fahrzeuge besonders in Anspruch genommen.

So klagte Andi Aigner, wieder mit Lebensgefährtin Barbara Watzl als Co-Pilotin unterwegs, schon nach der ersten Prüfung über nachlassende Bremsen in seinem von Stohl Racing eingesetzten Subaru Impreza WRC STI R4.

Trotzdem konnte Aigner zweimal die zweitschnellste Zeit im Production Cup und auf SP 3 sogar die Bestzeit markieren. Nach den ersten drei Prüfungen liegt Aigner exakt 30,2 Sekunden hinter Gasperetti auf Platz zwei in der Wertung des Production Cups.

Nach dem Ausfall von Robert Consani im zweiten Renault Megane RS auf SP 2 rückte Toshihiro Arai im zweiten Stohl-Subaru vor auf Rang drei des Production Cups, allerdings fehlen dem Japaner 18,7 Sekunden auf Aigner.

Doch auch Arai hatte keine problemlose Fahrt hinter sich: „Nach fünf Kilometern haben wir die Bremse komplett verloren, wir mussten die Hand- und die Motorbremse verwenden.“

Die für den Abend vorgesehene, legendäre „Ronde“-Prüfung wurde von den Veranstaltern aufgeteilt: Um 21.21 Uhr wird der 33,8 Kilometer lange erste Teil in Angriff genommen, im Anschluss wird die 20,4 Kilometer lange SP 5 „Ronde B“ gestartet.

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