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ERC: Sanremo-Rallye

Basso ist der neue Rallyeleader

Drama um Andreucci auf SP 8. Basso übernimmt die Führung vor dem vorstürmenden Bouffier. PC: Aigner auf Titelkurs. 2wd: Danzinger mit Top-Zeiten.

Michael Noir Trawniczek

Drei Sonderprüfungen zu jeweils rund 20 Kilometer waren am Samstagvormittag zu absolvieren – sämtliche Bestzeiten ergingen an den vorstürmenden Bryan Bouffier, doch richtig dramatisch wurde es auf der letzten Prüfung vor dem letzten Mittagsservice.

Denn der führende Paolo Andreucci musste auf der SP 8 stoppen und ein Rad wechseln. Satte neun Minuten verlor Andreucci dabei, im Ziel erklärte er: „Wir hatten vor dem Start einen Reifenschaden – als wir diesen gewechselt haben, bemerkten wir, dass er Luft verliert, so mussten wir stoppen und den Reifen wechseln. Danach habe ich vergessen, dass der Reifen noch kalt ist und wir drehten uns.“

Damit übernimmt jener Giandomenico Basso die Führung, der sich schon gestern überhaupt nicht wohl fühlte im Auto, auch am zweiten Tag nicht. Nach SP 8 erklärte er: „Ich hatte viele Probleme, ich wollte aber auch nicht zu viel riskieren.“ Der missmutige Peugeot-Pilot führt nun 17,6 Sekunden vor seinem vorstürmenden Markenkollegen Bouffier, der nach seinem Bestzeitenfeuerwerk erklärte: „Das Auto ist perfekt, die Reifen passen – wir hatten sehr viel Spaß!“

Mit mehr als einer Minute Rückstand belegt Alessandro Perico den dritten Platz, allerdings lauert nur zwölf Sekunden hinter ihm Skoda-Pilot Esapekka Lappi, gefolgt von Stefano Albertini und Vasily Gryazin auf den Plätzen fünf und sechs.

Aigner auf Titelkurs

Auf Gesamtrang sieben folgt bereits Federico Gasperetti im Renault Megane RS, der den Production Cup anführt. Dort liegt Andi Aigner als Gesamt-Zwölfter auf einem sicheren, einsamen zweiten Platz, Stohl Racing Subaru-Teamkollege Toshi Arai liegt zwei Minuten hinter Aigner auf dem dritten und letzten Platz in der Wertung des Production Cup.

Aigner könnte sich mit Platz zwei schon am Abend zum neuen Gesamtsieger im Production Cup krönen – mindestens 19 Punkte muss er einfahren. Weil es in der ERC auch für die Etappenplatzierungen Punkte gibt, sollte das möglich sein. Im Grunde muss Aigner nur noch ins Ziel kommen…

2wd: Danzinger mit Spitzenzeiten

Dramatik gab es in der 2wd – denn der bislang führende Simone Campedelli flog gleich auf der ersten Samstagsprüfung von der Strecke, die Führung übernahm Alex Vitallini auf einem Citroen DS3 R3.

Grandios fuhr wieder einmal Hannes Danzinger, der auf den Prüfungen SP 6 und SP 7 jeweils die viertschnellste Zeit der 2wd markieren konnte. Auf SP 8 jedoch steigerte sich der Schlager Renault Clio R3-Pilot ein weiteres Mal, sodass er auf dieser Prüfung dem 2wd-Leader fünf Sekunden aufbrennen konnte und nur noch ein Pilot vor ihm lag. Wegen seines gestrigen Reifenschadens liegt Danzinger im Klassement der 2wd nur auf Rang neun – rein theoretisch könnte sich der Böheimkirchner noch auf Platz fünf der 2wd vorarbeiten…

In Führung liegt wie erwähnt Alex Vitallini - auf Platz zwei, mit 18,9 Sekunden Rückstand liegt Michele Tassone auf einem Clio, nur eine Sekunde dahinter belegt mit Peugeot-Pilot Danilo Ameglio ein weitere Lokalmatador Platz drei. Acht Italiener liegen an der Spitze der 2wd – Danzinger ist der schnellste Nicht-Lokalmatador.

Wurmbrand Racing-Pilot Sebastien Barbu liegt im Citroen DS3 R3 auf Rang 16 der 2wd. Teamchef Manuel Wurmbrand berichtet: "Gestern hatten wir, wie viele andere Teams auch, Probleme mit den Bremsen - doch die konnten wir beheben. Sebastien muss noch viel auf Asphalt lernen, doch er fährt sein eigenes Tempo und sein Ziel ist es, möglichst viele Kilometer zu fahren und natürlich, ins Ziel zu kommen."

Am Samstagnachmittag werden die drei Sonderprüfungen über rund 60 Wertungskilometer ein zweites Mal absolviert, ehe die Sanremo-Rallye entschieden ist.

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