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Rallye-WM: News

Zeitnahme-Probleme: FIA setzt SIT unter Druck

Die Zeitnahme bei den Läufen der Rallye-Weltmeisterschaft ist in dieser Saison ein großes Ärgernis. Jetzt setzt die FIA den Anbieter SIT unter Druck

Ende vergangenen Jahres wurde an Stelle des langjährigen Anbieters Stage One Technoloy das spanische Unternehmen SIT als neuer Dienstleister für die Zeitnahme und das Tracking bei den WM-Rallyes ausgewählt. Vielen Beobachtern hatte bei dieser Entscheidung des Automobilweltverbands FIA Böses geschwant, und die Kritiker sollten Recht behalten.

Beim Saisonauftakt in Monte Carlo war das System der Spanier nicht WM-würdig. Zwischenzeiten standen kaum zur Verfügung, auch die Zeiten im Etappenziel ließen oft lange auf sich warten, was für Konfusion unter den Teilnehmern, Zuschauern und Medienvertretern sorgte. Und auch nach sieben Läufen funktioniert vor allem die Ermittlung der Zwischenzeiten nach wie vor nicht zuverlässig.

Das Tracking der Fahrzeuge auf der Strecke, welches vor allem aus Sicherheitsgründen wichtig ist, ist eine weitere Baustelle. So erfuhr M-Sport auf Sardinien erst vom Unfall von Mads Östberg, nachdem der Norweger das Team angerufen hatte. Auf dem Bildschirm war sein Ausfall nicht zu erkennen. Aufgrund der anhaltenden Probleme ist die Geduld der FIA langsam aber sicher erschöpft: "Es sind jetzt sechs Monate, es wird Zeit, dass sie einen guten Service liefern", stellt Jarmo Mahonen, Rallye-Direktor der FIA unmissverständlich fest. "Wir haben uns intern bei der FIA getroffen und eine Untersuchung eingeleitet."

Bei SIT zeigt man sich von der harschen Kritik überrascht: "Zu Beginn wurde uns gesagt, dass die Zwischenzeiten zweitrangig sind, aber nun wissen wir, dass das nicht der Fall ist", wird Firmenchef Pedro Cieza von Autosport zitiert. Der Spanier sieht sein Unternehmen entgegen der allgemeinen Wahrnehmung auf einem guten Weg. "Wir haben bei jeder Rallye dafür gesorgt, dass die Zeiten immer genauer wurden", meint Cieza.

Er wolle nicht nach Ausreden suchen, "aber unser Zeitnahme-System ist High-Tech und für einige der örtlichen Sportwarte nicht einfach zu verwenden", schiebt Cieza die Verantwortung weiter. "Wir erwarten, dass das bei den nächsten Rallyes einfacher wird." Allerdings ist auch SIT nicht untätig und arbeitete an der Verbesserung des Systems.

"Wir haben in dieser Woche Echtzeit-Tests in Madrid durchgeführt, nun brauche ich die Rückmeldungen meiner technischen Abteilung", sagt Cieza, der auch die kurze Vorbereitungszeit für die Schwierigkeiten verantwortlich macht: "Als wir im November den Vertrag erhalten haben, blieben uns nur anderthalb Monate um alles vorzubereiten. Hätte man uns schon im August gesagt, dass wir diese Arbeit machen müssen, wäre es eine andere Geschichte."

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