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Rallye-WM: News

Hirvonen mit schlechten Chancen

M-Sport-Chef Malcolm Wilson bestätigt Elfyn Evans für die nächste Saison, die Zukunft von Mikko Hirvonen und Robert Kubica bleibt weiter offen.

Neben den Werksteams von Volkswagen, Citroen und Hyundai mischt weiterhin das M-Sport-Team von Malcolm Wilson in der Rallye-WM mit. Seit Ford den Rennstall nicht mehr werksseitig unterstützt, muss Wilson den Rennbetrieb alleine auf die Beine stellen. Das Geschäft ist hart, wie die Ergebnisse zeigen. Seit Jari-Matti Latvala im September 2012 die Großbritannien-Rallye gewonnen hat, wartet Wilson vergeblich auf den nächsten großen Erfolg. Auf der anderen Seite ging im Vorjahr der Stern von Thierry Neuville auf. Mit sieben Podestplätzen wurde der Belgier überraschend Vizeweltmeister.

Neuville zog es aber ins neue Werksteam von Hyundai, wo er jüngst bei der Deutschland-Rallye seinen ersten Sieg feierte. Wilson setzte auch aus Kostengründen auf die Jugend. Mit Elfyn Evans fand er ein weiteres vielversprechendes Talent. Dagegen konnte Rückkehrer Mikko Hirvonen nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Wie es mit dem Finnen in Zukunft weitergehen wird, ist offen. Offen ist auch, wie es mit dem M-Sport-Team weitergehen wird.

Zu dieser Jahreszeit beginnen die Fragen nach der Finanzierung für die kommende Saison. "Wir wollen auch im kommenden Jahr zwei Autos einsetzen. Daran arbeiten wir", sagt Wilson bei WRC live. "Wir brauchen aber wieder einen großen Sponsor für das Team. In diesem Jahr kommen wir zurecht und investieren gleichzeitig in das Auto des nächsten Jahres, denn dies ist das Aushängeschild unseres Business. Wir müssen auf dem höchstmöglichen Niveau bleiben. Hoffentlich finden wir eine Lösung, mit der wir auch in der Zukunft um Podien oder Siege kämpfen können."

Die WRC-Mannschaft ist die Spitze von M-Sport. Dahinter hat Wilson ein Rallye-Business entwickelt. Das Fiesta RS WRC ist für Kunden erhältlich. Außerdem baut M-Sport auch unterschiedliche Versionen des Fiesta. So ist ein RRC-Modell, eine S2000-Version, der neue R5 sowie die Einsteigermodelle R2 und R1 für Kunden erhältlich. In der M-Sport-Basis in der Dovenby Hall werden zahlreiche Autos aufgebaut. Damit verdient der Rennstall Geld.

Dennoch müssen für das WRC-Engagement Sponsoren an Land gezogen werden. Da die Rallye-WM in der großen Öffentlichkeit ein Nischendasein fristet, keine einfache Aufgabe. Wilson kennt das Geschäft: "Sponsorenverträge kommen fast immer durch persönliche Kontakte zustanden. Man kennt jemanden, der jemanden kennt, und so erfährt man davon, wen jemand etwas machen will", schildert der Ex-Rallyefahrer die Abläufe im Hintergrund.

"Wir suchen aber auch aktiv nach Partnern. Die Zahlen sehen gut aus, die Reichweite der WRC-Übertragungen steigt. Das sind gute Nachrichten für den Sport. Hoffentlich finden wir jemanden, der diese weltweite Präsenz sucht. Die WRC ist meiner Meinung nach eine der wenigen Sportarten, bei der die Kosten-Nutzen-Rechnung stimmt", findet Wilson. Ein Baustein für den Erfolg sind auch die Fahrer.

Vor allem Evans überzeugte bisher in seiner Rookie-Saison. Der Waliser verursachte kaum Unfälle und eroberte bisher zwei vierte Plätze. Wilson hält große Stücke auf den 25-Jährigen: "Es steht außer Frage, dass Elfyn nächstes Jahr wieder für uns fahren wird. Er macht große Fortschritte, und ich hoffe, dass er nächstes Jahr in der Lage sein wird, einige Podiumsplatzierungen zu holen. Das sollte im nächsten Jahr sein Ziel sein."

Offen ist die Besetzung des zweiten Autos: "Die Volkswagen-Piloten sind gebunden, Thierry (Neuville; Anm. d. Red.) hat sich an Hyundai gebunden. Ich denke, dass derzeit unsere Piloten und die Citroen-Fahrer auf dem Markt sind", schätzt Wilson die derzeitige Situation ein. "Wir haben Verbindungen zu Ott (Tänak; Anm. d. Red.). Er hat in diesem Jahr eine gute Pace gezeigt. Er macht zwar noch einige Fehler, aber zumindest war er schnell. Wir haben ihn im Auge."

"Und außerdem bin ich immer auf der Suche nach vielversprechenden jungen Fahrern, mit denen ich gerne zusammenarbeite." Ebenfalls ungewiss ist die Rallye-Zukunft von Robert Kubica. M-Sport betreut die Autos des ehemaligen Formel-1-Piloten und musste in dieser Saison schon viele Reparaturen leisten. "Ich habe mit Robert darüber nicht gesprochen", weiß auch Wilson nichts näheres über die Zukunft.

Generell sieht er kein Problem, einen zweiten Fahrer für das nächste Jahr zu finden: "Wir sind nicht in einer Position wie Volkswagen oder Hyundai. Bei deren Budget brauchen sie Fahrer, die gewinnen können. Insofern haben wir es vielleicht etwas einfacher als früher, als Ford hinter uns stand. Dann wird es stressig, denn die Fahrer wollen ihren Preis in die Höhe treiben."

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