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ORM: Rebenland-Rallye

Grössing so stark wie nie

Gerwald Grössing hält die Rallyewelt in Atem, führt vor dem Mittagsservice 7,8 Sekunden vor Raimund Baumschlager. Spannender Dreikampf um Platz drei!

Foto: Daniel Fessl

Die Rebenland-Rallye 2014 ging am heutigen Samstag in der Früh in ihren zweiten Abschnitt, und nicht nur viele Motorsport-Fans rund um Leutschach, sondern erfreulicherweise auch die Sonne hatte sich fürs Zuschauen entschieden.

Zum Genießen gab es dieselbe würzige Kost wie am Vortag – nämlich ein Duell auf Augenhöhe um die Führung. Fast hatte es den Anschein, als würden die Kontrahenten Gerwald Grössing im Ford Fiesta R5 und Raimund Baumschlager im Skoda Fabia S2000 ihre Läufe gegenseitig kopieren.

Beweise gefällig? Die SP 6 (Poharnigberg) absolvierten die beiden auf die Zehntelsekunde gleich schnell, auf SP 7 (Glanz) trennten Sieger Baumschlager und Grössing nach 11 Kilometern lediglich 0,9 Sekunden, SP 8 sah wieder Grössing um den Wimpernschlag von einer einzigen Zehntelsekunde vorne. Da muteten die 2,6 Sekunden Vorsprung, die Grössing auf SP 9 auf Baumschlager herausfuhr, schon fast wie eine kleine Ewigkeit an. In der Gesamtwertung heißt das nach 9 von insgesamt 14 Wertungsprüfungen, dass Gerwald Grössing 7,8 Sekunden vor Raimund Baumschlager liegt.

Grössing: „Das Duell ist trotz oder gerade wegen meines kleinen Vorsprungs unheimlich spannend. Ich bin voll gefordert.“ Baumschlager: „Ich fahre am absoluten Limit. Derzeit sehe ich noch keinen Plan, wie ich aufholen kann.“

Hinter dem Führungsduo tobt ein sehenswerter Kampf um den dritten Podestplatz. Hier hält der überraschend schnelle Deutsche Manuel Kössler seinen Subaru R4 noch knapp vor den S2000-Skodas von Chris Brugger und Mario Saibel, die aber kontinuierlich aufholen und nur noch 10 Sekunden zurückliegen.

Kössler: „Ich bin über die starken Zeiten überrascht. Aber auf der letzten Sonderprüfung (SP 9) ist ein Getriebeproblem aufgetreten. Vermutlich ist ein Triebling gebrochen. Daher müssen wir jetzt im Service das Getriebe tauschen.“

Brugger: „Wir sind voll dabei. Auf SP 7 hat uns ein Dreher leider wertvolle Zeit gekostet.“ Saibel: „Heute läuft es etwas besser als gestern. Der Kampf mit Brugger und Kössler ist sehr eng. Das wird ein interessanter Nachmittag.“

Einen herben Rückschlag setzte es heute Früh für 2WD-Staatsmeister Michael Böhm. Der Führende in der Division II musste nach einem Ausritt in die Weinberge seinen demolierten Suzuki Swift 1600 abstellen und tatenlos zusehen, wie sich der Slowene Aleks Humar im Renault Clio die Führung krallte.

Eine starke Vorstellung zeigen hier Andreas Kainer und seine routinierte Copilotin Elke Aigner. Der Burgenländer und die Niederösterreicherin im Opel Corsa OPC halten einen Top-ten-Platz in der Gesamtwertung. Kainer: „Das ist erst meine fünfte Rallye. Ich kann mir diese guten Zeiten eigentlich gar nicht erklären. Aber natürlich bin ich voll happy.“

Damit liegt Andreas Kainer immerhin vor Rallye-Routiniers wie Walter Mayer („Ich bin einfach zu langsam, aber wir bewegen unseren Peugeot S2000 zum ersten Mal auf Asphalt“) und Daniel Wollinger („Eine bessere Platzierung habe ich gestern vergeben. Aber heute läuft es bisher besser“).

In der Historischen Staatsmeisterschaft liegt weiter der steirische Lokal-Hero Kris Rosenberger voran. In der Gesamtwertung liegt er auf Platz 13. „Mein neu aufgebauter Porsche 911 läuft wie am Schnürchen. Das einzige Problem, das sich auftun könnte ist, dass mir die Reifen ausgehen.“ Gernot Zeiringer (Ford Escort) führt im Historischen Rallyepokal (Division I) vor seinem Markenkollegen Gerhard Oppenauer. In der Division II führt der Steirer Anton Reisenhofer (Porsche 911).

Im OSK-Rallye-Pokal Division P1 führt Tomas Hrvatin aus Kroatien (Renault Clio) vor dem Niederösterreicher Alfred Leitner (Peugeot 206). Die Division P2 sieht den Österreicher Robert Surtmann (Mitsubishi Evo VI) vor dessen Landsmann Herbert Weingartner (Toyota Celica) vorne. In der Division P3 ist der klar Führende Christoph Weber (VW Golf III) auf SP 9 mit einem technischen Defekt ausgeschieden. Es führt Martin Jakubowicz (Renault Clio).

Zwischenstand nach 9 von 14 Sonderprüfungen:
1. Gerwald Grössing/Siegfried Schwarz A/A Ford Fiesta R5 48:13,5 Min
2. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner A/A Skoda Fabia S2000 +7,8 Sek
3. Manuel Kössler/Benedikt Hofmann D/D Subaru Impreza R4 +1:29,7 Min
4. Chris Brugger/Klaus Wicha A/D Skoda Fabia S2000 +1:39,5 Min
5. Mario Saibel/Ursula Mayrhofer A/A Skoda Fabia S2000 +1:39,7 Min
6. Aleks Humar/Florjan Rus Slo/Slo Renault Clio R3 +3:06,0 Min
7. Hermann Gassner/Karin Thannhäuser D/D Mitsubishi Evo X +3:08,4 Min
8. Robert Prizl/Pirmin Winlklhofer D/D Subaru Impreza R4 +3:26,0 Min
9. Asja Zupanc/Blanca Kacin Slo/Slo Mitsubishi Evo IX +4:44,8 Min
10. Andreas Kainer/Elke Aigner A/A Opel Corsa OPC +4:52,7 Min
13. Kris Rosenberger/Christina Kaiser*) A/A Porsche 911 +6:18,6 Min

*) Führende in der Historischen Staatsmeisterschaft

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