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Austrian Rallye Legends 2015

„Wer braucht eine Zeitnahme?“

Volvo-Guru Georg Gschwandner schwärmt in einer Aussendung von den Austrian Rallye Legends und sieht in Historik-Events die Zukunft des Rallyesports.

Text: Georg Gschwandner
Fotos: GP Racing

Es ist wahrlich nicht einfach, in Worten zu beschreiben, was die Familie Gutternigg und der MSC Rosenau mit dieser Veranstaltung zu Wege gebracht haben.

Länger schon haben sich Kurt Gutternigg und sein Team mit dem Gedanken getragen, eine Veranstaltung nach dem Vorbild der Rallye Legend San Marino oder dem Eifel Festival auf dem geschichtsträchtigen Boden der ehemaligen Admont Rallye in der Steiermark zu etablieren.

Freilich gib es sie immer, die Neider, Besserwisser, Berufspessimisten und Zweifler, die ob der Idee eine Rallyeveranstaltung in Österreich nur für historische Fahrzeuge zu veranstalten nur ungläubig das Haupt schütteln bzw. schüttelten. Denn schon die erste Auflage 2014 war ein absoluter Erfolg.
Als das Starterfeld für die zweite Ausgabe feststand, mussten wohl die letzten Zweifler einsehen, dass dies mittelfristig die Zukunft des österreichischen Rallyesport sein könnte - zumindest aus Veranstaltersicht.

Jemand, der zur Admont-Rallye und dem Veranstalterteam eine ganz besondere, ja eigentlich sogar emotionale Bindung vorweisen kann ist Georg Gschwandner.

Als im Jahre 2006 erstmals ein Volvo Cup in Österreich ausgeschrieben wurde, musste man bei der damaligen Leitung der OSK so manche Hürden überwinden, um mit den national homologierten Schwedenschiffen überhaupt starten zu dürfen.

Man bemühte sich zuerst, das zarte Pflänzchen Volvo Cup in der ARC zu etablieren, legendär die ersten Auftritte damals im Triestingtal und einige Monate später auch im Mühlviertel.

Die Fans schlossen den quer ums Eck getriebenen Schwedenstahl sofort in ihre Herzen.

Den ersten Rückschlag erlitt man im Sommer, als man am damaligen Harrach Sprint teilnehmen wollte, der damalige Organisator hielt die Volvos nicht für Rallyeautos und bezeichnete sie als lächerlich und ließ sie aus fadenscheinigen Gründen nicht zu. Enttäuschung machte sich im Volvolager breit.

Kurt Gutternigg tritt auf den Plan

Da kam plötzlich ein Anruf von Kurt Guternigg: „Wenns woits kennts bei uns foan“, ein Satz, der für die Volvofahrer eine ähnliche geschichtliche Bedeutung bekam wie der Mondsager „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit (…)“

So kam es in Admont 2006 zur Premiere der Volvos bei einem ÖM-Lauf. Seither kommt man quasi sehr gerne der moralischen Verpflichtung dem Veranstalter gegenüber und speziell auch den tollen Fans rund um das Gesäuse nach, bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die für die Elch-Jünger zur Kultstätte avancierenden Rallye zu kommen.

Georg Gschwandner heuer mit Freund und Klubkollegen Peter Stark einer der Teilnehmer, befragt nach dem Geheimnis des Erfolges der Austrian Rallye Legends meint: „Es ist relativ schnell erklärt, generell hat man seitens der Motorportbehörde in Österreich und auch einigen Veranstaltern das Gefühl die historischen Rallyefahrzeuge seien ein lästiges Anhängsel, welches man gerne loswerden möchte. Doch die historische Rallyeszene in Österreich ist groß und hat wie man auch heuer wieder in Admont sehen konnte, eine Menge Fahrzeuge und damit Potential zu bieten.

„Die Familie Gutternigg und der MSC Rosenau unter der Führung von Thomas Sulzbacher, haben dieses Potential erkannt und folgen einfach dem Trend. Belohnt wurden sie denke ich mit einer Teilnehmeranzahl, von welcher die österreichische Meisterschaft im Moment gar nicht zu träumen vermag.“

„Es ist wie ein riesengroßes Treffen, bei dem man sich auf teils legendären Sonderprüfungen austoben kann, kein Mensch braucht eine Zeitnahme. Sieger sind sie alle, welche sich unter Gelichgesinnten in lockerer entspannter Atmosphäre zwei schöne Rallyetage gönnen und dem Publikum eine super Show bieten können.“

„Egal mit welchem Team man spricht, oder in welches Auto man hineinschaut, überall sieht man bestens gelaunte Rallyefreunde. Dass wir mit dem Volvo das SMS Voting der Zuschauer für die spektakulärste Fahrt auf dem dritten Platz beendet haben, rundet dieses perfekte Wochenende auch noch ab.“
„Ich werde versuchen mein Versprechen, welches mir der kongeniale Sprecher und Rallyefreund Adi Janacek beim Zieleinlauf abgerungen hat zu halten und nächste Jahr mit einer Flotte von Elchen wieder zu kommen, denn eines ist klar: Diese Organisation verdient es sich, immer wieder zu kommen.“

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