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Sirmacis siegt - Kajetanowicz holt EM-Titel

Ralfs Sirmacis sichert sich bei seiner Heimrallye seinen dritten Saisonsieg – Kajetanowicz krönt sich vorläufig zum zweiten Mal zum ERC-Champion.

Fotos: Photo4, ERC, Kajetanowicz

Die Liepaja-Rallye in Lettland sorgte in der Europameisterschaft für die Titelentscheidung. Kajetan Kajetanowicz (Ford) reichte der vierte Platz, um seinen EM-Titel erfolgreich zu verteidigen. Auch bei den Junioren fiel die Entscheidung am Sonntag. Chris Ingram schied aus, während sich Marijan Griebel (beide Opel Adam) den Klassensieg holte. Damit steht der deutsche Nachwuchsmann als neuer Junioren-Europameister fest. Der Gesamtsieg in Liepaja ging souverän an Shootingstar Ralfs Sirmacis.

Sirmacis gewann in dieser Saison schon die Akropolis-Rallye in Griechenland und in Estland. Auf heimischem Boden ließ der Lette auch am Sonntag nichts anbrennen. Am letzten Tag stellte er mit seinem Skoda Fabia R5 die Bestzeit in der Vormittagsschleife auf und blieb auch am Nachmittag ungeschlagen. Insgesamt gingen elf von 13 SP-Bestzeiten an Sirmacis. Im Ziel hatte der 22-Jährige 1:04,3 Minuten Vorsprung auf Alexej Lukjanuk, der in Lettland mit seinem alten Mitsubishi Lancer Evo X antrat.

"Ein sehr gutes Gefühl", jubelt Sirmacis im Moment des Sieges. "Zwei Kurven vor dem Ziel wäre ich beinahe noch abgeflogen. Ich habe jetzt zuhause gewonnen, ein großartiges Ergebnis. Im nächsten Jahr werden wir alle Schotterläufe in der EM bestreiten", kündigt er für die Zukunft ein größeres EM-Programm an. "Heute gibt es aber keine Party, weil ich morgen arbeiten muss." Mit drei Saisonsiegen ist Sirmacis der erfolgreichste EM-Fahrer in diesem Jahr.

Der Europameistertitel ist Kajetanowicz nicht mehr zu nehmen. Dem Polen reichte am Ende der vierte Platz hinter Lukjanuk und Sim Plangi (Mitsubishi). "Ich denke, wir haben das beste Team in der Welt", lobt "Kajto" die Lotos-Mannschaft, die die Teamwertung bereits in Zlin gewonnen hat. "Wir arbeiten sehr hart für dieses Ergebnis. Für mich ist es ein großes Jahr. In dieser Saison hatten wir viele Probleme. Jetzt haben wir es uns verdient, es ist unglaublich." Die letzte Station der Europameisterschaft findet vom 7. bis 9. Oktober auf Zypern statt.

Marijan Griebel ist Junioren-Europameister

Extrem spannend ging es in Lettland in der Juniorenwertung zu. Ingram und Griebel lieferten sich am Samstag ein enges Duell um die Führung. Wer diesen Lauf gewann, war Juniorenmeister. Griebel startete mit lediglich 0,7 Sekunden Vorsprung in die zweite Etappe. Nach der Vormittagsschleife war der Vorteil auf Griebels Seite, denn Ingram war mit 10,7 Sekunden Rückstand auf Platz vier zurückgefallen. Im Staub kam der Brite in SP10 von der Strecke ab.

Dann war für Ingram in SP11 alles vorbei. Elektrische Probleme an seinem Adam R2 zwangen ihn zur Aufgabe. Griebel stand aber weiterhin unter Druck von Miko Niinemäe und Alex Forsström, denn er musste auf jeden Fall gewinnen. Die Entscheidung fiel in der letzten Prüfung über 23 Kilometer. Niinemäe fuhr Bestzeit, aber Griebel war schnell genug, um den Klassensieg mit 4,7 Sekunden Vorsprung zu holen.




Damit ist Griebel Junioren-Europameister 2016. "Es ist absolut verrückt", kann der Deutsche seinen Erfolg kaum fassen. "Fünf Minuten vor dem Start der letzten SP entdeckten wir einen schleichenden Plattfuß. Wir wechselten den Reifen, aber die Reifenmischung war anders. Deswegen sind wir arg gerutscht. Ich dachte nicht an die Meisterschaft, sondern wollte das Fahren genießen und es hoffentlich schaffen. Ich denke, das war die beste Fahrt meines Lebens."

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