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WRC: Australien-Rallye

Tag 1: Mikkelsen führt – Ogier holt auf

Andreas Mikkelsen führt die Australien-Rallye nach dem ersten Tag an, Sebastien Ogier liegt in Lauerstellung - Probleme für einige Fahrer.

Andreas Mikkelsen vor Sebastien Ogier: Mit einer Volkswagen-Doppelführung ging der erste Tag der Australien-Rallye, 13. und letzter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2016 zu Ende. Damit liegen überraschenderweise die beiden Fahrer an der Spitze, die als Dritter beziehungsweise Erster in die Sonderprüfungen starten müssen, was auf den staubigen Schotterpisten in Australien ein deutlicher Nachteil ist. Da jedoch einige der Mitfavoriten am Freitag patzten, geht Mikkelsen mit einem Vorsprung von 15,4 Sekunden auf Ogier in der zweiten Tag. Dritter ist Thierry Neuville (Hyundai, +22,5 Sekunden).

Die Grundlage für seine Führung hatte Mikkelsen am Vormittag gelegt, als er vier der fünf SP gewonnen hatte. Am Nachmittag knabberte Ogier dann mit vier SP-Siegen in Folge am Vorsprung seines Teamkollegen. Beide haben damit gute Chancen, Volkswagen mit einem Sieg aus der WRC zu verabschieden. Mikkelsen und Ogier profitierten dabei auch von den Fehlern einiger Mitbewerber, die bessere Startpositionen hatten.

Jari-Matti Latvala brachte sich schon wenige Meter nach dem Start der Rallye um die Chance auf einen letzten Sieg mit Volkswagen. Schon in der dritten Kurve der ersten SP schlug er an. "Aufhängung gebrochen. Mein Fehler. Ich bin in einer Rechtskurve auf einer Brücke zu weit nach außen gekommen und habe die Brücke getroffen", sagt der Finne. Mit Spanngurten gelang Latvala und Beifahrer Miikka Anttila zwar eine Notreparatur, doch mit gut acht Minuten Rückstand auf die Spitze haben sie keine Chance mehr auf den Sieg.

Staub und Sonne nehmen Piloten die Orientierung

Ott Tänak (Ford), der im Shakedown auf Platz drei gefahren war, erlebte ebenfalls einen schwierigen ersten Tag. Von Beginn an klagte der Este über zu wenig Grip: "Es fühlt sich an, als hätten wir Heckantrieb." Die Folge war ein Dreher bei SP 4, durch den er über 30 Sekunden verlor. "Wir sind im Aufschrieb etwas durcheinander gekommen und haben uns dann im Staub verfahren - ich habe die Straße nicht mehr gesehen. Außerdem klemmt das Gaspedal", klagt Tänak, der nach elf von 23 SP 1:30,6 Minuten Rückstand auf Mikkelsen hat.

Ganz andere Probleme hatte Dani Sordo (Hyundai). Auf der Verbindungsetappe zur vierten SP verlor Beifahrer Marc Marti im Staub der vorher fahrenden Autos die Orientierung. Die beiden Spanier verfuhren sich und kamen zwei Minuten zu spät zum Start der SP, wofür sie eine Strafe von 20 Sekunden kassierten.

Für einen kuriosen Zwischenfall sorgte am Ende des Tages Privatier Lorenzo Bertelli (Ford) beim ersten Durchgang der Zuschauerprüfung "Destination NSW". Auf der nur 1,27 Kilometer langen Prüfung kam der Italiener vom rechten Weg ab, nahm an einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt und musste sein Auto nach einem leichten Einschlag wenden. "Ich wurde von der tiefstehenden Sonne geblendet und habe die Orientierung verloren", erklärt Bertelli.

Lappi in der WRC2 auf Titelkurs

In der WRC2-Wertung liegt Skoda-Werksfahrer Esapekka Lappi nach dem ersten Tag klar in Führung und damit auf Kurs zum Titel in der "zweiten Liga" der WRC. Der Finne geht mit einem Vorsprung von 2:12,8 Minuten auf Nicolas Fuchs (Skoda) in den zweiten Tag, Dritter der WRC2-Wertung ist Hubert Ptaszek (Peugeot, +2:19,4 Minuten).

Am Samstag stehen bei der Australien-Rallye sieben Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 135,19 Kilometern auf dem Programm. Zweimal geht es dabei über die SP "Nambucca", die mit 50,80 Kilometern eine der längsten Prüfungen im WRC-Kalender ist.

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