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ARC: Herbstrallye

Lamprecht: Up and down, up and down

Erneut erlebten Marvin Lamprecht und Eva Kollmann (Mitsubishi Lancer Evo VII) eine von einigen Turbulenzen gekennzeichnete Rallye.

Fotos: Christa Feichtner

Einmal mehr eine von einigen Turbulenzen gekennzeichnete Veranstaltung erlebten Marvin Lamprecht und Eva Kollmann bei der Herbstrallye Dobersberg, dem Abschlusslauf der Austrian Rallye Challenge 2017. Ihr Abschneiden (14. Gesamtrang, siebenter Platz in der Klasse 7.1) kann angesichts der Umstände, mit denen sie zu raufen hatten, als sehr ehrenhaft bezeichnet werden.

Nach einigen Monaten der schöpferischen Pause in Sachen Rallyewettbewerb, seine bisher letzte Veranstaltung war der Waldviertel-Rallyesprint, war es für das jugendliche Waldviertler Rallyetalent Marvin Lamprecht und seine ebenfalls noch sehr junge Co-Pilotin Eva Kollmann wieder einmal an der Zeit, sich einer sportlichen Herausforderung zu stellen. Da gerade wieder einmal eine Heimrallye in nächster Nähe stattfand, lag die Entscheidung, sich vor allem bei den heimischen Fans wieder in Erinnerung zu rufen, besonders nahe. So wurde dann auch wieder einmal wie zuletzt der Mitsubishi Lancer Evo VII ausgepackt, und schon ging es mit viel Elan zur ersten Prüfung Schönfeld - Brunn I.

War es dort noch etwas schwierig und mühsam, den richtigen Rhythmus zu finden (Gesamtplatz 13, womit man nicht ganz zufrieden war), so war bereits auf der zweiten Prüfung Niederedlitz - Münchreith eine deutliche Steigerung erkennbar. Eine sechstbeste Zeit, die auch in der Gesamtzwischenwertung eine Steigerung auf den sechsten Rang bedeutete, sorgte für ein großes Glücksgefühl. Man kann auch zweifellos davon ausgehen, dass die Fahrt auf der Lamprechts Hausstrecke diesen enorm beflügelt hat. Schließlich ist der Waldviertler Nachwuchsfahrer in Merkengersch wohnhaft, wo die SP direkt vorbeiführte.

Doch ein Rückschlag folgte sogleich: Am Start zur dritten Prüfung (wiederum Schönfeld - Brunn) wurde die linke hintere Halbachse in zwei Teile gerissen. Dies erforderte den Einsatz der Differentialsperre, wodurch ein behutsames Beschleunigen nach den Kurven angesagt war, da sonst die Sperre durchrutschte. Natürlich gingen dabei einige Plätze verloren, sodass sich Marvin Lamprecht und Eva Kollmann nach der dritten Prüfung an der 14. und nach der vierten Prüfung auf der 15. Position der Gesamtwertung wiederfanden.

Der Schaden an der Hinterachse wurde beim anschließenden Mittagsservice umgehend behoben. Danach galt es, möglichst viel von der verlorenen Zeit aufzuholen, was erstaunlich gut gelang: Auf Waldhers - Fratres I setzten Lamprecht und Kollmann mit einer drittschnellsten Gesamtzeit sogar eine persönliche Bestmarke. Dass sie damit vorübergehend sogar eine R5-Besetzung übertreffen konnten, sei nur nebenbei erwähnt. Ebenfalls sehr flott ging es mit einer viertschnellste Zeit auf der sechsten Prüfung Lexnitz - Münchreith I weiter, womit die Rückkehr unter die besten Zehn geglückt war.

Auf den Prüfungen sieben (Waldhers - Fratres II; neuntschnellste Zeit) und acht (Lexnitz - Münchreith II; fünftschnellste Zeit) gab es aufgrund des forschen Tempos zwar jeweils einen Dreher, doch weitere Platzgewinne standen ebenfalls auf dem Programm. Vor der neunten und letzten Prüfung, dem Schotterrundkurs Dynamite Offroad Park bei Rappolz, lagen die jungen Waldviertler auf dem siebenten Gesamtrang, allerdings nur 0,8 Sekunden vor dem ebenfalls heftig attackierenden Markus Kroneder, den es als Klassenkonkurrenten zu distanzieren galt. Immerhin ging es um einen Podestplatz.

Leider folgte abermals ein Tiefschlag: Zwar motiviert wie gehabt, lief Lamprecht auf den Wagen eines vor ihm gestarteten, langsameren Teilnehmers auf, der unglücklicherweise erst nach etwa einer Runde überholt werden konnte. Dieser insgesamt etwas aufreibende Vorgang kostete Lamprecht einiges an Konzentration, sodass er beim Versuch, noch einmal das Maximum herauszuholen, den Bremspunkt für die Zielausfahrt verpasste. Im Endeffekt blieb der Mitsubishi für etwa zwei Minuten an einer Böschung hängen. Für das Endergebnis bedeutete dies den Rückfall auf den 14. Gesamtrang und den siebenten Platz in der Klasse.

Man kann dennoch sagen, dass es für Marvin Lamprecht, der zu seiner starken Form zurückgefunden hat, und seine Co-Pilotin Eva Kollmann ein positiver Saisonabschluss war. Dies sollte beiden eine gute sportliche Zukunftsperspektive ermöglichen. Gleiches gilt für die Herbstrallye Dobersberg, die nach dem bedauerlichen Ableben des ARC-Masterminds Folkrad Payrich maßgeblich von Roman Mühlberger organisiert wurde – und das sehr vorbildlich; ein willkommener Lichtblick in einer Phase, die sich für die Austrian Rallye Challenge als ausgesprochen schwierig darstellt.

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