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Rallyshow Santa Domenica

Gute Rallye-Premiere von Lukas Dunner

Lukas Dunner (17) zeigt bei seiner Rallye-Premiere mit einer siebten Gesamtzeit auf, Driver Coach Andreas Aigner führte eine Sonderprüfung vor Schluss die Rallye an!

Foto: Davor Bucar

Der Zeitplan am Samstag war mit Recce, Shakedown und Besprechungen mit zwei Piloten recht eng – die Rally Show Santa Domenica ist die einzige Veranstaltung in unseren Breitengraden, bei der ein Doppelstart von zwei Piloten in einem Auto möglich ist. Diese Chance nutze die Truppe rund um Lukas dafür, gemeinsam mit dem Ex- Rallye Welt- und Europameister Andreas Aigner bei dem Event zu starten. Das Ansatz war genauso simpel wie effizient – Andi beratet Lukas nicht nur in allen Rallye-relevanten Bereichen, sondern liefert auch im exakt selben FABIA R5 das passende Set-up sowie auch die Daten- und Videoaufzeichnungen für eine detaillierte Analyse.

Bei der Rallye wird eine rund 9km lange Sonderprüfung vier Mal befahren. Andreas Aigner startet gemeinsam mit Ilka Minor zuerst in die Prüfung. Für Andi war es einen neue Situation, denn diesmal stand nicht „hundert-Prozent-Attacke“ im Aufgabenheft, sondern der Support für Lukas im Vordergrund. Dass Andi das letzte Mal vor zwei Jahren einen FABIA R5 am Limit bewegt hat, machte die Aufgabe nicht einfacher – umso höher war es einzustufen, dass das Duo Aigner/Minor den RRA-FABIA R5 nach SP 1 mit nur 2,2 Sekunden Rückstand an Lukas Dunner (ebenso mit Ilka Minor am Beifahrersitz) übergeben konnte. Lukas fuhr eine fehlerfreie und starke erste SP im Wettbewerb in seinem erst jungen Rallye-Leben, Rang 11 und nur von erfahrenen WRC- und R5-Piloten geschlagen, das sorgte für Respekt und Applaus beim Team und bei den Fans. Spätestens als der Youngster bereits in SP3 eine siebte Gesamtzeit (bei 12 R5 Fahrzeugen und einem WRC am Start, mit nur rund einer Sekunde pro KM Rückstand auf die Bestzeit von Beppo Harrach) setzen konnte war klar, dass der RRA-Youngster nicht nur im Formel, sondern auch im Rallyeauto außergewöhnlich talentiert ist.

Als der Führende Peter Ranga in SP3 einen Fehler machte, lagen Andi und Ilka dann plötzlich unerwartet in Führung der Gesamtwertung. Die Rallye zu gewinnen war nicht das Ziel, die zwischenzeitliche Gesamtführung von Andreas Aigner war für alle Beteiligten dennoch eine erfreuliche Überraschung. Darauf waren weder Andi noch das Team eingestellt – das Sekundenduell an der Spitze war plötzlich zur Reifenschlacht ausgeartet, die Top-Teams setzten zwei, teilweise drei Satz Reifen auf der kurzen Distanz ein. „Flat out Attacke“ stand für Andi aber ohnehin nicht am Plan, schließlich sollte Lukas auch seine erste Rallye beenden. Dennoch war es für alle im Team schade, dass Andi Aigner auf der letzten Prüfung noch auf Rang vier zurück rutschte, besonders da auf den zweitplatzierten Beppo Harrach im Ziel gerade mal lächerliche 0,9 Sekunden fehlten.

Andres Aigner: „Mir hat es echt Spaß gemacht, nach zwei Jahren mal wieder im FABIA R5 zu sitzen. Passend zum SKODA-Einsatz habe ich meinen alten SKODA-Anzug aus meinem WRC-Jahr vor 13 Jahren ausgepackt – unglaublich, er hat mir gar nicht mal schlecht gepasst. Klar war es schade, die Führung auf der letzten SP zu verlieren – volles Risiko stand aber heute nicht am Plan. Meine Hauptaufgabe lag an dem Wochenende darin, Lukas zu unterstützen. Und ich muss wirklich sagen – Hut ab, wie schnell der Bursche die vielen neuen Dinge umsetzen konnte. Er ist super an die Sache herangegangen, der geringe Zeitrücksand in SP3 hat mich beeindruckt. Super Stimmung im Team das ganze Wochenende über, viele nette Benzinbrüder – ich freue mich auf alles, was da noch kommt.“

Lukas steigerte sich in SP4 ein weiteres Mal, lediglich ein Dreher auf einer langsamen Passage verhinderte eine weitere Zeitverbesserung. Das Gesamtergebnis war aber davon aber nicht betroffen, ein Stopp aus technischen Gründen in SP2 warf den Youngster zuvor um fast 3 Minuten zurück – abgesehen davon bewegte sich Lukas konstant im Bereich der Top-10.

Lukas Dunner: „Ich hab an diesem Wochenende so viel gelernt, wenn du als Rookie mit Leuten wie Ilka Minor, Andreas Aigner und Mirek Svec arbeiten kannst, das ist einfach unfassbar. Danke für die vielen Tipps und die Unterstützung das ganze Wochenende über. Die ersten Sonderprüfungen im FABIA R5 haben mir unglaublich viel Spaß gemacht, danke an Ilka für die super Ansage und das Schrieb-Training - mir ist jetzt völlig klar, der Schrieb ist im Rallyesport die Basis. Ich fühle mich extrem wohl im Team und kann es jetzt schon kaum erwarten, nächstes Jahr mit mehr Erfahrung wieder im RRA-FABIA bei dieser tollen Rallye an den Start zu gehen. Ich mag das sehr, wenn an der Strecke so viele begeisterte Zuschauer stehen – die Rally Show Santa Domenica ist wirklich ein toller Event.“

Da Teamchef Wolfgang Schmollngruber diesmal selbst im RRA-Proto-Mazda in einer sehenswerten „Open-plus-plus“ Konfiguration am Start war (starker 12. Gesamtrang, zweitschnellster Pilot ohne R5) und die RRA Catering-Chefin nach einer langen und arbeitsintensiven Rallye-Saison mit vielen hundert Gästen im RRA-Catering diesmal den Fanclub von Geschäfts- und Lebenspartner „Schmolli“ anführte, waren die organisatorischen Aufgaben von dem Einsatz bei R5-Projektleiter Günther Knobloch gebündelt.

Günther Knobloch: „Mein tolles Salatbuffet fand leider keinen reißenden Absatz, ich lege ich diese Kompetenzen daher mit sofortiger Wirkung wieder in die Hände von Tanja. Auf Drill Sergeant Schmolli möchte ich dauerhaft organisatorisch auch nicht verzichten - es hat mich aber gefreut zu sehen, wie ambitioniert er diesmal seinen Mazda um die Strecke gefeuert hat. Luki war bei seiner Rallye-Premiere wirklich super stark und Andi hat gezeigt, dass man Driving-Skills nicht so schnell verliert. Mirek und ich haben die Heimfahrt für ein ausführliches Brainstorming über das Wochenende und die nächsten Schritte genutzt. Am Ende waren wir alle froh, dass beide Piloten so toll geliefert haben und trotz dem Problem mit einem elektronischen Bauteil die volle Distanz abspulen konnte. Tolles Projekt – more to come.“

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