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Rallyegenuss auf höchster Stufe

Red Stag Rallye Extreme 2021

Die Red Stag Rallye Extreme markiert diese Woche Samstag den sehnsüchtig erwarteten Re-Start der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft. Die Leistungsdichte der genannten Fahrzeuge ist dabei unglaublich hoch.

Das alpine Gelände rund um Rohr im Gebirge ist in wenigen Tagen der Schauplatz wilder Drifts, weiter Sprünge und meterhoher Staubfahnen. Die trockenen Schotter- und Waldwege werden von 34 Piloten und ihren Beifahrern unter die Räder genommen. Dabei sind 12 Fahrzeuge in der höchsten Kategorie RC2, die schnellsten in Österreich zugelassenen Rallyeboliden, genannt. Liegt die Zahl der Gesamtstarter im absoluten Schnitt der ehemaligen Schneebergland-Rallye (was angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage beachtlich ist), ist ein Anteil von mehr als einem Drittel potentieller Sieganwärter wohl einmalig. Bei genauerer Betrachtung lassen sich allerdings auch in diesem Kreis noch Favoriten ausmachen:

Hermann Neubauer – Der Lungauer ist amtierender Staatsmeister und Siegertipp Nummer eins von vielen Fans. Über die Corona-Zeit hat er sich und Beifahrer Bernhard Ettel mit vielen Tests und Starts bei ausländischen Motorsport-Veranstaltungen fit halten können.

Simon Wagner – Als rund fünf Jahre jüngerer „Underdog“ und Herausforderer (28) des mehrmaligen Staatsmeisters fühlt sich der talentierte Mauthausener sehr wohl, ist er doch im eigenen Hause gegenüber Bruder Julian (Jahrgang 1995, ebenfalls Rallyepilot, bei der Red Stag Rallye leider nicht am Start) schon der alte Hase.

Kris Rosenberger – Den Geheimtipp auf ein Spitzenresultat liefert für Rallye-Connaisseure der Alt-Staatsmeister Kris Rosenberger. Er hat sich über die Corona-Zeit in Mallorca fahrerisch fit gehalten und saß praktisch durchgehend in verschiedenen Boliden. Ein Total-Crash mit anschließendem Wiederaufbau traf den Porsche 911 SC, der in Österreich bereits historischer Titelträger ist.

Mit den gleichen Ansprüchen geht jedoch Gerald Rigler, seines Zeichens wohl der erfahrenste aktive Mühlviertler Rallyepilot mit Pirmin Winklhofer als neue Fahrer-Beifahrer-Kombination in den Bewerb. Sein Ford Fiesta steht dem Modell des Titelverteidigers Hermann Neubauers in nichts nach.

Philipp Kreisel, Mitgründer von Kreisel Electric wird überraschenderweise keinen - laut Medienberichten - startbereiten elektrisch betriebenen Škoda Fabia mitbringen, sondern das bewährt starke Benzin-Modell aus dem Hause BRR. Scheinbar ist die Elektromobilität in der Rallye-Branche doch (noch?) nicht die Zukunftsperspektive, als die sie sich zu vermarkten versucht. Sowohl Raimund Baumschlager, als auch Manfred Stohl, die laut eigener Aussage nun fertige strombetriebene Rallyeautos bauten, verwalten und verwahren sahen sich nicht im Stande, das fordernde Gelände der Red Stag Rallye Extreme dem neuen Material zuzumuten.

Die höchste Klasse wird weiters vom amtierenden 2WD-Staatsmeister Enrico Windisch und Beifahrer Kurt Huber mit einem brandneuen Audi A1 aufgemischt. Fehlende Erfahrungswerte machen eine Einschätzung schwierig, der Meistertitel garantiert allerdings höchste Kompetenz am Volant.

Außerdem mit einer vierradgetriebenen Top-Motorisierung sind Michael Lengauer mit Andreas Thauerböck aus Oberösterreich sowie Jeffrey Wiesner und Marcel Eichenauer aus Deutschland unterwegs: Beide Teams bewegen einen Subaru Impreza STI – eventuell mit leicht besseren Karten für den Schotter-Crack Wiesner, obwohl beide noch keine Starts im Schneebergland vorweisen können.

Neben der 2WD und 4WD-Spitze wird Markus Stockinger gemeinsam mit Johann Rainer Moser einen Mazda GTR nach Rohr im Gebirge ausführen, Alexander Strobl mit Tina Annemüller einen Ford Escort WRC, Horst Stürmer einen Audi Quattro Coupé, Stefan Müller und Rudolf Leitner je einen Ford Fiesta Prototyp, Gerhard Hajszan und Christian Windischberger je einen Subaru Impreza WRX STI, Richard Knapp einen Mitsubishi Lance Evo III, Christian Schandera einen Opel Astra, Raphael Dirnberger einen Ford Fiesta und Peter Schöller einen Ford Escort RS2000.

Zum Ablauf

Der Start erfolgt um 07:10 Uhr, der Zieleinlauf in Rohr im Gebirge ist für 19:10 Uhr geplant. Dazwischen werden acht Sonderprüfungen absolviert, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen und in Österreich zu den absoluten Schmankerln zählen: Kalte Kuchl, Tiefental, Haraseben - drei Ortsbezeichnungen die für Freunde der sportlich motorisierten Fortbewegung DIE Klassiker des losen Belags und spektakulären Geläufs darstellen.

In der Früh, um 07:30 Uhr erfolgt der Start in die erste Sonderprüfung auf Schotter. Rasant werden gut fünf Kilometer auf dem losem Terrain bergauf abgespult, bevor die halsbrecherische Abfahrt zum Alpengasthof Kalte Kuchl die zweite Hälfte der Sonderprüfung in Anspruch nimmt. Um 8:45 Uhr folgt der zweite Streich: „SP Tiefental - Kalte Kuchl 2“ zeigt, wer sich verglichen mit dem ersten Durchgang zeitlich verbessern konnte.

Nach der Holding Zone beim Alpengasthof Kalte Kuchl wird um 10:30 Uhr das Spiel umgekehrt: Die Piloten müssen auf kurvigem Asphalt bergauf den Ochsattel erklimmen, bis es wieder auf Schotter bergab durchs Tiefental geht. Auch diese Sonderprüfung „Kalte Kuchl - Tiefental“ wird im Anschluss zum direkten Vergleich noch einmal befahren. Startzeit: 11:45 Uhr.

Die Mittagsrast im Anschluss in Rohr im Gebirge stellt die Ruhe vor dem Sturm dar. Dem Sturm auf die SP Haraseben. Wird diese um 14:15 Uhr und 15:30 Uhr noch „zur Eingewöhnung“ als 8,43 Kilometer langer hochalpin gelegener „Waldweg“ durchfahren, kulminiert die Red Stag Rallye Extreme nach dem Nachmittagsservice in einer doppelt befahrenen Königssonderprüfung: dem Rundkurs Haraseben.

24,08 km, abgelegen quer über den Berg verlaufend, rechts die Felswand, links der Abhang in den Wald. Ein Gebiet, das selbst dem Hausherr und Errichter der Strecke, Gerwald Grössing 2018 bei seinem schweren Unfall das Fürchten lehrte. Respekt ist angebracht, obwohl gleichzeitig gegen die Konkurrenz um jede Hundertstel gekämpft werden sollte. Die Startzeiten: 17:10 Uhr und 18:45 Uhr, dazwischen bleibt zur Erholung ein Service in Rohr im Gebirge. Unmittelbar danach wird der Rallye-Sieger in Rohr im Gebirge gefeiert.

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