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Hybrid-WRC 2022: Ohne Hyundai? Hyundai hat noch nicht mit der Entwicklung des neuen Hybridautos begonnen
Hyundai

Hybrid-WRC 2022: Hyundai hat noch keine Vorstandsfreigabe für Entwicklung

M-Sport und Toyota widmen sich bereits der neuen Hybrid-WRC für die Saison 2022 - Hyundai muss auf das grüne Licht vom Vorstand warten - WM-Verbleib offen

Die WRC-Saison 2022 wirft bereits ihre Schatten voraus, denn dann beginnt eine neue Ära im Rallye-Sport. Erstmals werden in der Topklasse Hybridmotoren zum Einsatz kommen. Ein Elektromotor mit einer Leistung von 100 kW wird an die derzeitigen 1,6 Liter-Turbomotoren gekoppelt.

Aus Kostengründen handelt es sich um ein einheitliches Hybridsystem, das von Compact Dynamics gebaut wird. Es ist eine Tochterfirma von Schaeffler und seit Jahren durch Abt-Audi in der Formel E aktiv. Der Vertrag zwischen der FIA und Compact Dynamics für die WRC gilt für drei Jahre.

Das neue Technische Reglement sieht ebenfalls aus Kostengründen eine standardisierte Sicherheitszelle vor. Die Autos werden dann als "Rally1" bezeichnet. Toyota, Hyundai und M-Sport müssen in den kommenden Monaten parallel zur laufenden Saison neue Autos entwickeln.

Ein Kraftakt für die relativ kleinen WRC-Abteilungen, die sich in der laufenden Saison um den Aufbau und die Wartung der aktuellen Autos kümmern müssen. Dazu gibt es Tests für die bevorstehenden Rallyes sowie Entwicklung und ab Sommer Tests mit den neuen Autos.

Während Toyota und M-Sport schon für 2022 arbeiten, herrscht bei Hyundai Funkstille. Noch hat der Vorstand in Südkorea nicht entschieden, das WRC-Engagement fortzusetzen. Demnach wurde auch noch nicht die Entwicklung des neuen Autos genehmigt.

"Ich habe diesbezüglich nichts zu sagen", wird Hyundai-Motorsportchef Andrea Adamo von 'DirtFish' zitiert. "Wir haben noch nicht begonnen, weil ich weder das Budget noch die Vollmacht dazu habe. Jeder ist sich bewusst, dass je später wir starten, desto mehr müssen wir später aufholen."

Die Entscheidung darüber, wie es mit dem WRC-Projekt weitergehen wird, liegt beim Hyundai-Vorstand. Ende 2012 wurde die Hyundai Motorsport GmbH (HMSG) mit Basis in Alzenau (Deutschland) gegründet.

Seit 2014 ist man als Werksteam in der Rallye-Weltmeisterschaft vertreten. 2019 und 2020 konnte die Marken-Wertung gewonnen werden. Bei den Fahrern wartet Hyundai noch auf den ersten Weltmeistertitel.

"Ich kann keine Prozentzahl nennen", sagt Adamo, "dass wir 2022 dabei sind oder nicht. Ich habe alles getan, um die FIA zu unterstützen und habe zwei Hybrid-Kits gekauft, weil mich die FIA darum gebeten hat. Ich habe mit dem Geld geholfen, das ich habe, aber mehr kann ich nicht tun."

M-Sport will im Sommer das neue Auto testen

Deutlich weiter bei der Entwicklung des neuen Autos ist das Privatteam M-Sport. Voraussichtlich wird es sich dabei nicht mehr um das Modell Fiesta, sondern um einen Puma handeln. Geplant wird mit ersten Testfahrten im Sommer. Dann wird dieses Geheimnis gelüftet.

"Das Design ist so gut wie fertig, das erste Chassis braucht noch ein paar Wochen", wird M-Sport-Teamchef Richard Millener von 'Motorsport aktuell' zitiert. "Ich denke, vor Mai oder Juni werden wir nicht zum Testen kommen."

In der laufenden Saison wird M-Sport voraussichtlich nicht um die Weltmeisterschaft kämpfen und kann sich frühzeitig auf das neue Reglement konzentrieren. Dass das Erfolg bringen kann, hat 2017 gezeigt, als die derzeitige WRC-Generation eingeführt wurde und M-Sport den WM-Titel holen konnte.

Einen schwierigeren Spagat hat Toyota zu managen, denn es muss abgewogen werden, wie viele Ressourcen man in den aktuellen Yaris steckt und ab wann man sich verstärkt auf das neue Auto konzentriert.

"Als Ingenieur und als Management denkt man vielleicht darüber nach, 2021 etwas Performance zu opfern, um für die nächsten fünf Jahre einen besseren Motor zu haben", wird Toyota-Technikdirektor Tom Fowler von 'DirtFish' zitiert. "Aber wenn der Fahrer auf das Gaspedal drückt? Dann will er das natürlich nicht ..."

Motorsport-Total.com

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