RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC Monte-Carlo 2023: Schlussbericht Sebastien Ogier legte einen Start-Ziel-Sieg hin
Toyota Gazoo Racing

Ogier siegt zum 9. Mal, Keferböck solide im Mittelfeld

Sebastien Ogier gewinnt die Rallye Monte-Carlo 2023 und ist damit wieder alleiniger Rekordsieger: Hyundai und M-Sport ohne echte Chance gegen Toyota. Keferböck/Minor behaupten ihre soliden Mittelfeldpositionen und stehen im WRC2 Masters Cup am Treppchen.

Toyota-Pilot Sebastien Ogier hat am Sonntag die Rallye Monte-Carlo, den Saisonauftakt zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2023, gewonnen. Nach 18 Wertungsprüfungen über insgesamt 325,02 Kilometer hatte der Franzose im Ziel 18,8 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Kalle Rovanperä. Dritter wurde Thierry Neuville (Hyundai, +44,6 Sekunden).

Rang vier sicherte sich Elfyn Evans (Toyota) vor Ott Tänak (Ford), Takamoto Katsuta (Toyota) und den beiden Hyundai-Piloten Dani Sordo und Esapekka Lappi. Auf Gesamtrang neun folgte mit Nikolai Gryasin (Skoda) der Sieger der WRC2-Wertung. Mit Yohan Rossel (Citroen) komplettierte ein weiterer WRC2-Pilot die Top 10.

Für Ogier war es der 56. Sieg bei einem WM-Lauf und der neunte bei der Rallye Monte-Carlo, womit er wieder alleiniger Rekordsieger dieser Traditionsrallye ist. "Es ist einfach großartig. Ich liebe diese Rallye, sie war von Anfang an mein Traum und ich freue mich so sehr für Vincent: Für mich ist es schön, aber für ihn ist es ein Traum, seinen ersten Sieg zu holen", denkt Ogier im Moment des Triumphs bei 'WRC All live' an seinen neuen Beifahrer Vincent Landais.

Ogier ab der ersten Prüfung vorne

Ogier machte von Beginn an klar, dass der Weg zum Sieg nur über ihn führen würde. Seit der ersten Wertungsprüfung am Donnerstagabend führte er die Rallye an und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf 39,1 Sekunden aus. Ab Samstag verwaltete Ogier seinen Vorsprung, war Rovanperä ausnutzte.

Nach einem schwierigen Start kam der amtierende Weltmeister immer besser in Fahrt und verkürzte seinen Rückstand am Samstagabend auf nur noch 16 Sekunden. Doch Ogier ließ am Schlusstag nichts mehr anbrennen und fuhr den Sieg nach Hause.

Dennoch kann Rovanperä zufrieden auf den Saisonauftakt zurückblicken. Da Ogier auch in dieser Saison nur einzelne Rallyes bestreiten wird und damit im Kampf um den WM-Titel keine Rolle spielt, war Rovanperä bei der Rallye Monte-Carlo der erfolgreichste aller Vollzeit-Piloten. Zudem sicherte sich der Finne den Sieg bei der Powerstage und damit fünf zusätzliche WM-Punkte.

Mehr als Rang drei war für Neuville nicht drin

"Das war eine gute Leistung. Ich denke, wir können mit dem zweiten Platz recht zufrieden sein", so Rovanperä bei 'WRC All live'. "Am Donnerstag und Freitag musste ich mehr sauber fahren, als ich erwartet hatte, aber es scheint, dass wir unter den gleichen Bedingungen wie alle anderen das gleiche Tempo hatten."

Neuville war mit zwei Bestzeiten am Samstag der einzige Fahrer, der den Lauf der Toyota-Piloten durchbrechen konnte, doch mehr als Platz drei war für den Belgier nicht drin. Neuville war mit dem Fahrverhalten seines Autos über weite Strecken nicht ganz zufrieden, was sich in mehreren kleinen Fahrfehlern äußerte.

"Ich habe alles gegeben, aber wir haben im Vergleich zu den anderen das ganze Wochenende über so viel Reifenverschleiß gehabt, und der Speed fehlt", sagt Neuville bei 'WRC All live'. Auch wenn wir an einigen Stellen etwas riskiert haben, konnten wir mit den anderen nicht mithalten. Wir mussten an diesem Wochenende vernünftig sein - wir haben das Auto auf der Straße gehalten und es zurückgebracht.

Tänak kommt bei der Powerstage in Fahrt

Evans war zu Beginn der Rallye der erste Verfolger von Sébastien Ogier, verlor aber auf der fünften Wertungsprüfung 43,8 Sekunden durch einen Reifenschaden. "Von der Pace her war es ein ziemlich gutes Wochenende. Natürlich hat uns die Enttäuschung vom Freitag aus dem Rennen um das Podium geworfen, aber so ist Rallye eben", kommentiert der Waliser bei 'WRC All live'.

Tänak setzte sich bei seiner ersten Rallye nach der Rückkehr zu M-Sport nicht entscheidend in Szene. Der Este räumte ein, dass der Ford Puma Hybrid zwar gutmütig zu fahren, aber nicht schnell genug sei. Die Top 3 waren für den Weltmeister von 2019 nie in Reichweite, am Samstag bremste ihn zudem ein Problem mit der Servolenkung aus.

Mit der zweitschnellsten Zeit auf der Powerstage setzte Tänak nicht nur einen versöhnlichen Schlusspunkt, sondern deutete auch das Potenzial des Autos an. "Es ist eine lange Saison, aber es ist ein positiver Start - zumindest haben wir schon ein paar Punkte geholt, im Gegensatz zu den letzten drei Jahren", so Tänak im Ziel bei 'WRC All live'.

Gryasin gewinnt die WRC2-Wertung

Bei seinem Teamkollegen Pierre-Louis Loubet fiel die Servolenkung am Freitagmittag aus, weshalb er die Prüfungen am Nachmittag nur unter großen Anstrengungen und Schmerzen beenden konnte. Die Mühe war umsonst, denn auf der ersten Prüfung am Sonntag musste Loubet aufgeben, nachdem er eine Brücke touchiert und sich dabei die rechte Hinterradaufhängung beschädigt hatte.

Ohne ein Problem mit der Handbremse, das ihn auf der zweiten Prüfung gut 50 Sekunden kostete, und einen Aufhängungsdefekt auf der Powerstage wäre für Katsuta sogar noch mehr als Rang sechs möglich gewesen.

Ebenfalls in der WRC2 trat Johannes Keferböck mit Co-Pilotin Ilka Minor an. Das rot-weiß-rote Duo im K4-Skoda Fabia zeigte eine von Anfang bis Ende solide durchgezogene Leistung und freut sich am Ende über einen guten, 27. Gesamtplatz (von 67 ins Ziel gekommenen Startern), P14 in der WRC2-Wertung (von 24) und den dritten Platz im WRC2 Masters Cup (von sieben Startern).

Sordo und Lappi waren beim Saisonauftakt nicht in der Lage, das Tempo ihres Teamkollegen Neuville mitzugehen. Auch sie klagten nach vielen Prüfungen über fehlendes Vertrauen in das Fahrverhalten des Hyundai i20 N Rally1 sowie kleinere technische Probleme, lieferten sich aber immerhin ein spannendes Duell um den siebten Gesamtrang. Im Ziel trennten sie nur 3,8 Sekunden.

In der WM-Wertung führt nach der ersten von 13 Rallyes Ogier mit 26 Punkten vor Rovanperä (23), Neuville (17), Evans (15) und Tänka (14). Bei den Herstllern liegt Toyota mit 51 Punkten klar vor Hyundai (27) und M-Sport (16). Zweite Station der WRC-Saison 2023 ist vom 9. bis 12. Februar die Rallye Schweden, die einzige Winterrallye im WM-Kalender.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

WRC Monte-Carlo 2023: Zwischenbericht Samstag

Toyota hat alles im Griff, Keferböck arbeitet sich vor

Sebastien Ogier führt bei der Rallye Monte-Carlo weiter deutlich: Bisher wurden alle Wertungsprüfungen von Toyota-Piloten gewonnen. In rot-weiß-roter Sache haben Keferböck/Minor wieder Plätze gut machen können.

Manuel Wurm und Stefan Hackl pilotieren heuer einen von Waldherr Motor Sport eingesetzten Peugeot 208 rally4 in der Austrian Rallye Challenge und im Alpe Adria Rally Cup. Es ist ein Lernjahr - mit möglichst vielen Rallye-Kilometern.

WRC Monte-Carlo 2023: Zwischenbericht Samstag #2

Rovanperä kämpft sich an Ogier heran, Keferböck stabil

Kalle Rovanperä verkürzt mit einer Fabelzeit auf der letzten WP am Samstag den Rückstand auf Sebastien Ogier auf 16 Sekunden - Lebenszeichen von Hyundai - Keferböck lässt nichts anbrennen

IsoValkeinen SM-Ralli Kuopio: Bericht Attwenger

Traum erfüllt

Vergangenes Wochenende erfüllten sich der Rallyefahrer Martin Attwenger und seine Copilotin Angelika Letz – beide aus Aschach an der Steyr – einen kleinen Traum. Sie gingen im 2300 km entfernten Kuopio in Finnland bei der IsoValkeinen SM-Ralli an den Start.

Der Name McRae ist offiziell zurück im Rallyezirkus

Max McRae startet 2023 in der ERC

Der legendäre Name McRae wird 2023 in die FIA-Rallye-Europameisterschaft zurückkehren. Max McRae – Sohn von Alister, Neffe des verstorbenen Colin und Enkel von Jimmy – hat seine Teilnahme an der Junior ERC-Kategorie bestätigt.

Blaufränkischland Rallye: Vorschau #2

Quer durch Ritzing und Neckenmarkt

Sicher auch dank der persönlichen Begeisterung und Überzeugung liefert uns Georg Gschwandner einen Ausblick darauf, was man bei der Blaufränkischlandrallye so aus der historischen Ecke erwarten darf.