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Mikulás Rallye: Bericht Gruber
Foto: Bito Zsolt

Team Gruber: Aus-Zeit vor Halbzeit

„Warm anziehen“ mußten sich Martin Gruber und Mario Wanko bei ihrem Rallye-Ausflug nach Ungarn. Nicht nur wegen des Wetters, auch wegen der speziellen Streckencharakteristik und der gnadenlosen ungarischen Konkurrenz – auch im Lada-„Lager“. Für den Motor-Vergaser war es leider nicht genug: Ihn erwischte die Dusche bei einer Wasserdurchfahrt auf der zweiten Prüfung eiskalt. Als der Motor wieder gelaufen war, war es leider auch die Rallye…

Daß auch hierzulande relativ wenig bekannte Sprintrallyes einen nicht zu unterschätzenden Schwierigkeitsgrad haben können, davon können Martin Gruber und Mario Wanko nach ihrem Premierenstart bei der Mikulás Rallye aus eigener Erfahrung berichten. Schotter pur kennt man in Mitteleuropa oft nur noch von Erzählungen von altgedienten Rallye-Helden und ist für viele Sportler der jüngeren Generationen entsprechend Neuland. Und zwar quer durch alle Schichten der Aktiven.

Daß Martin Gruber und Mario Wanko bei der Mikulás Rallye etwas gänzlich Anderes erwarten würde, als sie bisher gewohnt waren, darauf waren sie vorbereitet. Und der Reiz, etwas Neues zu probieren, war eine starke Motivation. Das ist es auch im Nachhinein gesehen. Daß man die Wertungsprüfungen nicht allzu locker nehmen durfte, zeigte sich jedoch schnell. Denn die waren tatsächlich ziemliche Sonder-Prüfungen. Im wörtlichsten Sinn des Wortes. Das bedeutete in der Sport-Praxis: Tiefe Schlamm-Mulden, grobes Geröll, Pfade, auf denen man nicht nur viel rutscht (was eigentlich der Idealfall für jeden Rallyefahrer ist), sondern wo auch feste Elemente ihre Muskeln spielen lassen. Und speziell den Teilnehmer-Fahrzeugen, die nicht so sehr auf Off-Road ausgelegt sind (tatsächlich haben einige hochbeinige SUV’s den Weg nach Veszprem gefunden), recht klar zu erkennen gegeben haben, daß man sich besser nicht zu sehr mit ihnen anlegt. Empfindliche Stellen wie die Ölwanne können da zu leicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Natürlich auch die Reifen. Der Lada 2107 von Martin Gruber wurde zwar vorsorglich mit Schotterreifen versehen, aufgrund der Gesamtumstände (der am Morgen gefallene Neuschnee wurde zwar schnell von den vorderen Fahrzeugen „aufgearbeitet“, aber ebenso verschlechterte sich der Zustand der Fahrbahn) war es jedoch angebracht, nicht zu sehr auf Maximum Attack zu setzen. Auch wenn die Strecke vom Verlauf her (kurvenreiche Abschnitte wechselten mit schnelleren Passagen) durchaus dazu eingeladen hatte. So konzentrierten sich Martin Gruber und Mario Wanko darauf, den Einsatz als Lernprogramm zu sehen. Vor Allem die Teilnehmer aus Ungarn wären aufgrund ihres Heimvorteiles ohnehin kaum zu schlagen gewesen.

Leider mußte auch der Versuch, auf sicheres Ankommen zu setzen, bald als gescheitert abgehakt werden. Denn auf der zweiten Prüfung gab es eine Wasserdurchfahrt, in der sich der Vergaser trotz einer vorsorglich angebrachten Abdeckung verschluckte. Der Motor konnte zwar wieder zum Laufen gebracht werden, die SP konnte jedoch nur an der letzten Stelle beendet werden, mit einigem Rückstand auf den Vorletzten. Und noch schlimmer: Die darauffolgende Zeitkontrolle konnte nicht innerhalb der vorgeschriebenen Toleranzzeit angefahren werden. Womit die Rallye für das Racing Team Gruber beendet war. Der Weihnachtsmann, das offizielle Maskottchen der Veranstaltung, war da wohl gerade außer Dienst…

Trotzdem geht das Leben weiter, es wird seitens des RTG unverdrossen für die Zukunft geplant. Ein wiederholtes Antreten im nächsten Jahr ist eine Option, die hoch im Kurs steht, auch das Thema Rallyesprint/Prag ist noch nicht ganz vom Tisch. Aber auch davor könnte der Lada schon wieder an die frische Luft geholt werden. Stark favorisiert wurde ein Start bei der für 2024 geplanten Blaufränkischland-Rallye, die leider nunmehr abgesagt werden mußte, was das Racing Team Gruber sehr schade findet. Mario Wanko hätte hier gerne wieder als Fahrer ins Geschehen eingegriffen. Nun wird anderwertig nach einer passenden Gelegenheit gesucht werden müssen, aber diese Suche wird sicher fortgesetzt werden. Wechselnde Rollenverteilung – und so…

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