RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Was plant Manfred Stohl?
Fotos: STARD, Opel e Rally Cup

STARD: „Etwas Großes wird kommen...“

Manfred Stohl und seine STARD-Ingenieure sind mit dem SuperVan weltweit im Fokus. Was kommt als Nächstes? Wie steht es um den Elektroantrieb im Rallyesport? Wir haben nachgefragt...

Noir Trawniczek

„Under Construction - something big is coming your way“, verspricht die Website von STARD. Etwas Großes hat Stohl Advanced Research and Developement schon des Öfteren auf die Räder gebracht. Mit dem 2000 PS starken Ford Pro Electric SuperVan, der komplett von STARD entwickelt wurde, waren Manfred Stohl und seine Ingenieure im Vorjahr omnipräsent - auf der IAA, beim Goodwood Festival of Speed, in der BBC-Kultsendung „Top Gear“ oder auf der Powerstage der WRC Rallye Catalunya. Manfred Stohl erklärt: „Der SuperVan wurde rein für Marketingszwecke gebaut - und da gibt es viel zu tun. Ab April oder Mai starten wir damit eine USA-Tournee.“

Zuletzt saß niemand geringerer als Formel 1-Weltmeister Max Verstappen am Steuer des SuperVan - Ford gab erst unlängst ein Formel 1-Comeback bekannt, als technischer Partner von Red Bull Racing, wo der Motor gebaut wird. Laut dem neuen Motoren-Reglement, das ab 2026 zum Einsatz kommt, soll die Hälfte der Leistung von einem Elektromotor beigesteuert werden. Könnte es also sein, dass Ford respektive Red Bull Powertrains hier auf den Elektro-Pionier STARD setzt? Manfred Stohl dazu: „Ich kommentiere weder laufende noch mögliche Projekte von Stard - außer das Projekt ist der Öffentlichkeit bereits bekannt.“

Rallye für Elektro das falsche Format?

Während also die Formel 1 zu einer Art „halben Formel E“ mutiert, unken manche, dass Rallye schlicht das falsche Format für den Elektroantrieb sei. Zumindest in Österreich könnte man diesen Eindruck erhalten. Das ehrgeizige Projekt rund um BRR und Kreisel wurde eingestellt, nachdem die AMF das Rallye-Reglement für Elektroautos geöffnet hatte - mittlerweile sieht man Philip Kreisel regelmäßig im Benzinrallyeauto. Ist also Rallye am Ende doch nicht elektro-kompatibel? Manfred Stohl widerspricht vehement: „Gerade bei einer Rallye kann ich am Besten demonstrieren, dass Elektroantrieb auch im Alltag funktioniert - eine Rallye ist hier der allerbeste Prüfstand. Es geht um Faktoren wie Reichweite, schnelles Laden oder auch das Fahren bei jeden Witterungsverhältnissen.“

Hinter den Kulissen soll die FIA auch bereits an einer reinen Elektroklasse für den Rallyesport arbeiten, für den Zeitraum 2024/2025. Stohl: „Da ist die FIA meines Wissens nach auf Schiene - es muss ja nicht gleich die Königsklasse sein, es wäre ja auch eine elektrische rally4-Klasse attraktiv.“

Opel e Rally Cup: Pröglhöf fix

Mit dem ADAC Opel e Rally Cup gibt es seit 2021 den ersten vollelektrischen Markenpokal im Rallyesport - Stohl Racing betreibt hier seit zwei Jahren ein österreichisches Team und wurde im Premierenjahr mit Luca Waldherr Gesamt-Vierter, im Vorjahr landete Luca Pröglhöf auf Gesamtrang fünf. Der Cup Sieger des jeweiligen Jahres bekommt im Jahr darauf im ADAC Opel Rally Junior Team eine Saison JERC als Preis, auch diese Einsätze werden von Stohl Racing abgewickelt.“

Auch heuer wird Pröglhöf wieder im elektrischen Opel Corsa an den Start gehen, möglicherweise setzt Stohl ein zweites Cup-Auto ein, im Gespräch ist Fabian Zeiringer, der bereits im Vorjahr bei der 3 Städte-Rallye für das ADAC Opel Junior Team an den Start ging. Heuer wird der Opel e Rally Cup gleich zweimal in Österreich gastieren: bei der Rallye Weiz und im Rahmen der neuen WRC Central Europe Rally.

„Lade-Infrastruktur derzeit noch kostspielig“

Manfred Stohl ist weiterhin davon überzeugt, dass man Elektroautos auch im Rallyesport erfolgreich einsetzen kann. Noch sei es eine Frage der Lade-Infrastruktur und damit auch eine Geldfrage: „Es geht wie so oft um die Frage: Wer bezahlt die Rechnung? Zurzeit ist zum Beispiel die Lade-Infrastruktur des Opel e Rally Cup ziemlich kostspielig - in Zukunft aber wird es überall mehr Lademöglichkeiten geben. Es gab auch am Beginn der Benzin-Ära nicht überall Tankstellen...“

Ob die Rallyefans heuer Manfred Stohl als Pilot sehen können? Diese Frage bleibt weiterhin offen - und auch was das eingangs erwähnte kryptische „Something big is coming“ anbelangt, empfiehlt sich der regelmäßige Besuch der STARD-Website oder der STARD- und Stohl Racing-Seiten in den sozialen Medien...

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

WRC Rallye Portugal: Nach SP3

Solberg führt knapp vor Fourmaux

Nach den ersten drei Prüfungen der Portugal-Rallye liegt Oliver Solberg (Toyota) knapp vorne - Motor-Upgrade bei Hyundai

Die Rally Gran Canaria war Ilka Minors 150. WM-Rallye - Johannes Keferböck erfreute seine Copilotin mit gesteigerten Speed-Werten und einer zugleich souveränen Fahrt. Mit dem zweiten Platz im WRC Masters Cup konnte man die Tabellenführung weiter ausbauen.

Ogier sieht alten Hunger

Ott Tänak testet Toyotas 2027er WRC

Ott Tänak hat den WRC-Zirkus verlassen, fährt aber längst wieder Toyota - Der Este testete den 2027er-Prototypen bereits zweimal - Ogier glaubt: Der Hunger ist zurück

WRC Rallye Portugal: Nach SP10

Ogier führt nach Fourmaux-Drama

Sebastien Ogier (Toyota) führt bei der Rallye Portugal nach einem Patzer von Adrien Fourmaux: Thierry Neuville (Hyundai) liegt auf Platz zwei nur 3,7 Sekunden zurück

Neue Bilder und Videos des Toyota-Prototyps für 2027 sind aufgetaucht - Das Auto sieht nun deutlich anders aus als beim vorherigen Test in Portugal