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EHRC, Rallye Weiz: Vorschau
Foto: Harald Illmer

Europas Historic-Heroes fiebern Weiz entgegen

Die Europameisterschaft für Historische Fahrzeuge der FIA bringt auch heuer tolle Piloten in spektakulären Fahrzeugen in die Oststeiermark / Im Rahmenprogramm der Rallye Weiz mischen auch einige Österreicher mit

Schon zum sechsten Mal ist Weiz Schauplatz der FIA European Historic Rally Championship. Die EM-Teilnehmer werden auch heuer (ebenso wie die nationalen historischen Fahrzeuge) vor dem Hauptfeld der ORM-Piloten in die Rallye starten.

Als fünfter von zehn Saisonläufen in der Europameisterschaft für Historische Boliden bietet die Veranstaltung in der Steiermark den Fans wieder eine ultimative Zeitreise in eine Ära, die eine erstaunliche Bandbreite an eindrucksvollen Autos aus einigen der berühmtesten Perioden des Rallyesports wiederbelebt.

Gefahren wurde heuer in der FIA European Historic Rally Championship bislang die Rally Costa Brava im März, die Vltava Rally in Tschechien im April, die Rally Antibes Historic im Mai in Frankreich sowie die Ardeca Ypres Historic Rally in Belgien im Juni. Nach der Rallye Weiz stehen noch die Lahti Historic Rally in Finnland (15./16. August), die legendäre Historic Acropolis Rally in Griechenland ((5. – 7. September), die Rally Elba Storico in Italien (25. – 27. September), die Historic Rally of Asturias in Spanien (15. – 18. Oktober) sowie die Historic Rally Fafe am 7./8. November in Portugal im Terminkalender. – Gewertet werden am Ende die besten sechs Läufe.
Unterteilt ist die FIA European Historic Rally Championship in vier Kategorien: Kategorie 1 = Fahrzeuge bis zum Baujahr 1969 und älter. Kategorie 2 = Fahrzeuge Baujahr 1970 bis 1975. Kategorie 3 = Fahrzeuge Baujahr 1976 bis 1981. Kategorie 4 = Fahrzeuge Baujahr 1982 bis 1990.

In der Kategorie 1 ist in Weiz nur der Tscheche Oldrich Kovarik sen. mit seinem Skoda Favorit 136L dabei. Er kann in der Steiermark die Chance nützen, seinen Punkterückstand auf den vor ihm liegenden und in der Gesamtwertung führenden Italiener Antonio Parisi, der Weiz auslässt, zu verkürzen. Momentan hält Kovarik bei 63 Zählern, Parisi hat mit vier Siegen in den bisherigen vier Rallyes bereits 144 Punkte gesammelt.

In der Kategorie 2 führt der Franzose Bertrand Metivier (Ford Escort RS 1600) die Gesamtwertung mit 103 Punkten vor dem Polen Maciej Lubiak (Porsche 911 RS) an. Dieser hat bislang 85 Punkte auf dem Konto. In Weiz stehen beide Kontrahenten am Start. Mit den beiden Briten James Calvert (VW 1303S) und Ernie Graham (Ford Escort 1600) sowie dem Franzosen Jean-Marc Bussolini im Porsche 911 suchen jedoch auch die unmittelbaren Verfolger des Spitzenduos in der Steiermark ihre Chancen. Zudem geben die beiden Italiener Massimo Guerra und Luigi Orestano ihren zwei Porsche-Boliden die Sporen. – In der Gruppe 2 ist auch der Österreicher Andreas Schögler dabei. Der Volvo 142S des Steirers wurde 1973 gebaut und leistet rund 150 PS.

In der Kategorie 3 finden sich nur zwei Teams in der Nennliste und trotzdem liegt der nationale Fokus ganz besonders darauf. Denn neben dem Deutschen Siegfried Mayr im Volvo 240 gehört der zweite Startplatz dem fünffachen Europameister Karl Wagner aus Wien. Mit seinem knallgelben Porsche 911 hofft der Champion natürlich auch auf möglichst viele Punkte in der österreichischen TEC7 HRM, auf der heuer sein Hauptaugenmerk liegt und in der Wagner mit seiner Copilotin Gerda Zauner auch als Vertreter von Hauptsponsor TEC7 fungiert. Karl Wagner: „Für uns zählt in erster Linie die Freude am Rallyesport. Weiz ist dafür ein idealer Boden, weil es einfach immer wieder eine durch und durch großartige Veranstaltung ist. Das historische Feld ist mit 30 Startern fantastisch. Das wird garantiert ein riesiges Spektakel für die Fans, aber auch für uns als Aktive. Ich freue mich sehr auf die kurzfristige Rückkehr in die Europameisterschaft. Ob sich der Meistertitel in Österreich nach einem Ausfall und zwei Siegen noch ausgeht, habe ich mir ehrlicherweise noch gar nicht angeschaut.“

Auch in der Kategorie 4 in Weiz alles auf Angriff programmiert. Hier ist das Nennergebnis mit zwölf Teams auch am größten. Zwar ist der große Star und auch in der Gesamtwertung führende Jari-Matti Latvala aus Finnland diesmal nicht dabei, dafür können seine Verfolger Boden gutmachen bzw. diesen sogar überholen. Dies gilt besonders für den auch aus der ERC bekannten Ungarn Tibor Erdi jun. im Ford Sierra Cosworth und den Briten Will Graham im BMW E30 M3. Auch der Franzose Richard Genesca (Subaru Legacy) oder Enrico Brazzoli aus Italien im Porsche 911 sind unter mehreren anderen Piloten schnelle Punktejäger. Und mit einem Audi Quattro A2 bringt der Schwede Tobias Johansson ein rassiges Auto an den Start. Die Österreicher-Quote in der Kategorie 4 liegt bei zwei. Der Oberösterreicher Georg Reitsperger lenkt einen Ford Sierra Cosworth, und der Vorarlberger Richard Ronay sitzt in einem Lada VFTS.

Als Versuch läuft heuer erstmals die Kategorie P2. Diese wurde extra beschlossen, um Fahrzeuge jüngerer Baujahre, die aber trotzdem schon als historische Boliden angesehen werden (ab Baujahr 1992 und jünger), in Zukunft vielleicht in die EHRC einzuführen. Hier hat für die Rallye Weiz zum einen der bekannte Italiener „Zippo“ seine Nennung abgegeben, zum anderen mit Kris Rosenberger und Peter Klamminger zwei ebenso bekannte Österreicher. „Zippo“ sitzt in einem Peugeot 306 Maxi, Rosenberger mit Co. Sigi Schwarz in einem Subaru Impreza 555 und Peter Klamminger mit seinem Sohn Tobias in einem VW Golf IV Kit Car. Weil sich die Kategorie P2 in der Einführungs- sprich Testphase befindet, werden diese drei Fahrzeuge hinter dem Hauptfeld der EHRC starten. Auch finden sie in der Gesamtwertung der EHRC keine Berücksichtigung!

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