RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ARC, Rallye Weiz: Bericht Friedl
Foto: BMP motorsportphotos Benjamin Butschell

Wenn unerwartet „die Luft draußen ist“…

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 waren in Weiz mit ihrem Mitsubishi Evo IX mit vielen neuen Erfahrungen konfrontiert.

Es war für beide der erste Start in Weiz und schon beim Besichtigen waren beide von den selektiven Sonderprüfungen beeindruckt.
Diese Veranstaltung mit 125 Sonderprüfungskilometern über 1,5 Tage zählte wieder nicht nur zur österreichischen Rallye-Meisterschaft, sondern auch zur ARC Austrian Rallye Challenge.

Am ersten Rallyetag am Freitag stand nur eine Sonderprüfung am Abend am Programm, diese war aber mit 25 km für österreichische Verhältnisse eher eine „Marathonprüfung“.

Der Beginn der Prüfung war mit einem kleinen, aber publikumsträchtigen Rundkurs in der Ortschaft Anger und danach mit einer 16 km langen „Ausfahrt“ gespickt.

Der Start in die Rallye lief aber für das Team gar nicht nach Wunsch: In der 3. Runde des Rundkurses bei km 7 entstand im schnellen Schotterteil ein Reifenschaden rechts vorne und der Reifen begann sich lautstark von der Felge zu lösen. Ein Reifenwechsel war daher unverzüglich notwendig. Da es zum einen nicht leicht war in der Finsternis einen sicheren Platz zu finden und zudem ein kleines technisches Problem mit dem Schnellwagenheber auftrat, lief die Zeit davon. Der Reifenwechsel dauerte daher – auch mangels genügendem Training - zwischen 5 und 6 Minuten. Daher sind in diesem Bereich in Zukunft einiges an Verbesserungspotential und Training angesagt. Zusätzlich wurde durch die herumwirbelnden Reifenreste noch die Bremsleitung beschädigt, was sich beim Ende der SP auch optisch durch einen rauchenden Radkasten rechts vorne zeigte.

Mit großem Rückstand konnte nur die letzte Sonderprüfungszeit erreicht werden und nicht nur beim defekten Reifen, sondern auch bei der Stimmung von Fahrer und Beifahrer war im wahrsten Sinn des Wortes kurzzeitig „die Luft draußen“.

Dank der langen Servicezeit am Ende des Tages konnte die Servicecrew um Rallye-ABST die Bremsleitung reparieren, um sich für den nächsten Tag gut vorzubereiten.

Jetzt war nur mehr die „goldene Ananas“ zu gewinnen, weshalb die neue Motivation war, den langen Rest der Rallye als Testfahrt ohne besonderes Risiko zu betrachten und gewisse Sachen auszuprobieren.

Eugen und Helmut starteten am Samstag, den 2.Rallyetag als allerletztes Auto und mit einem Rückstand von über 4 Minuten auf den Vorletzten aus dem Parc Ferme. Diese Situation war für Eugen schon etwas ungewohnt, da er sie so noch nie erlebt hatte.

Hinter ihm war nur mehr ein Safty-Car als Schluss-Auto auf der Strecke. Zufällig saß in diesem der gebürtige und sehr routinierte Weizer Co-Pilot Harald Wolf. Es gab ein unerwartetes Wiedersehen nach vielen Jahren, denn Eugen hat gemeinsam mit Harald 1995 den WM-Lauf zur 1000 Seen-Rallye in Finnland erfolgreich mit einem VW-Golf Gr A absolviert. In den kurzen Wartephasen kamen beim Plaudern sofort wieder einige tolle Erinnerungen hoch.

Zum Testcharakter der Rallye: Am Vormittag wurden einige verschiedene Fahrwerkseinstellungen am Evo ausprobiert. Erst zu Mittag wurde dann eine optimale Einstellung gefunden, was sich auch am Nachmittag wieder in besseren SP-Zeiten zeigte.

Das Wetter war sonnig und heiß und es gab an diesem Wochenende auch kein - wie für die Weiz-Rallye schon übliches und gefürchtetes - Sommergewitter.

Die letzte lange Sonderprüfung Gollersattel war wieder ein Genuss und auch Helmut war begeistert.

Bei der Anfahrt zur Zielrampe hatten die beiden als letztes Auto eine „Geisterstimmung“ erwartet, aber das Gegenteil war der Fall. Es waren noch immer viele Zuschauer vor Ort und haben auch noch für die hinteren Teams Stimmung gemacht. Das spricht für die Begeisterung der noch immer vielen Rallyefans.

Fazit: Viel neue Eindrücke und Erfahrungen für die Zukunft. Beim Ergebnis ist nur erfreulich, dass es doch nicht der letzte Platz wurde und in der Zwischenwertung der starken ARCP noch der 2. Platz unter derzeit 24 gewerteten Teams zu Buche steht.

Der vorliegende Teambericht wurde im Rahmen des ARC-Presseservice im Zuge der Kooperation von Austrian Rallye Challenge und motorline.cc veröffentlicht.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ET König Judenburg Rallye: Bericht AARC

Steinbock/Bachmayer übernehmen AART-Führung

Steinbock/Bachmayer übernehmen die Führung in der AART Zwischenwertung und Max & Ben Maier sind nach der „ET-König Rallye powered by Peter Hopf“ die neuen Leader in der AARC!

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

ET König: TEC7 ORM3 & RP Tools Junioren

Neulinger in einer eigenen Welt

Marcel Neulinger ist in der ORM3 das Maß der Dinge. Der regierende ORM3- und Junioren-Staatsmeister holte bei der ET König Judenburg-Rallye 14 von 15 Bestzeiten und konnte die Führung in der Tabelle sowohl in der ORM3 als auch in der RP Tools Junioren-ÖM erheblich ausbauen

ORM/ARC, ET König Rallye: Bericht

Hermann Neubauer als „Lonely Boy“ an der Spitze

Der Sieger der ET KÖNIG Rallye 2026 powered by Peter Hopf Erdbau ließ nie Zweifel an seinem Erfolg aufkommen / Mehr als Platz zwei für Michael Lengauer und Platz drei für Luca Waldherr ließ der Toyota-Pilot nicht zu

Nachgefragt bei AMF & Manfred Stohl

Streitfrage: Rallye schon ab 13?

Der 19-jährige Este Jaspar Vaher zeigte in der ERC gehörig auf - er fuhr schon ab 13 als Vorausauto, ab 14 im Bewerb. Soll man auch bei uns das Mindestalter für Rallye-Teilnahmen herabsetzen?

Zur Einstimmung auf die bevorstehende Rally Akropolis erzählt unser Kolumnist Peter Klein aus jener Zeit, in der schon die Anreise zu dieser Kult-Rallye ein wahres Abenteuer war...