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Raimund Baumschlager im Interview
Foto: Harald Illmer

Raimund Baumschlager: „Ein super Saisonabschluss!“

Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager freut sich im Interview auf die bevorstehende Herbstrallye und blickt zurück auf alte „Semperit Rallye-Zeiten“…

Raimund Baumschlager ist einer der großen Stars der Herbstrallye 2026, er wird gemeinsam mit Thomas Zeltner einen Skoda Fabia RS Rally2 seines Teams Baumschlager Rallye & Racing zünden. BRR setzt zudem den Toyota GR Yaris Rally2 von Philipp Kreisel und Jürgen Rausch ein.

Der 14-fache Rekord-Staatsmeister zeigt sich im Interview begeistert vom sensationellen Nennergebnis der Herbstrallye (119 Teams) und erklärt, warum bei ihm alte „Semperit Rallye Vibes“ aufkommen…

Raimund, was sagst du zum großartigen Nennergebnis der Herbstrallye 2026?

Man kann den Veranstaltern nur gratulieren, offensichtlich haben sie viel richtig gemacht in den letzten Jahren. Es ist ein super Saisonschluss in Österreich!

Das Waldviertel und der Rallyesport - das ist eine großartige Symbiose über Jahrzehnte hinweg. Was verbindest du mit dem Waldviertel? Welche Bilder steigen in dir auf?

Zuerst einmal der erste Titelgewinn 1993, dann die Premiere mit dem von VW-Motorsport eingesetzten VW Diesel Golf 3. Jedes Jahr eine Menge Zuseher, egal wie das Wetter ist. Natürlich auch einige Siegesfeiern!

Du bist 1985 deine erste Semperit Rallye gefahren - die Prüfungen der Herbstrallye bestehen zum Teil aus früheren Semperit-Strecken. Was waren deine Höhen und Tiefen bei dieser Kult-Rallye?

Wie gesagt der erste Meistertitel im Kampf gegen Franz Wittmann sen. 1993. Einige Siege. Zu den Tiefen zählt auf alle Fälle der Ford Focus WRC Einsatz 2001, wir scheiterten schon die gesamte Saison über an der Technik. Bei der Semperit Rallye beendete ich das Thema und stieg aus meinem Zweijahresvertrag mit M-Sport aus.

Du bist nach all der Zeit sicher ein profunder Waldviertel-Kenner - gibts im Einzugsgebiet der Herbstrallye Gastwirte, die du besonders magst, die du empfehlen würdest?

Ich bin nicht der große Wirtshausgeher, kann aber mitteilen, dass wir gerne im Gasthaus Pölzer in Eibenstein und im Gasthaus Mann in Rosenburg nächtigen. Und dass wir aber auch in vielen anderen Gasthäusern gute Erfahrungen machten.

Freilich kennst du die Prüfungen vornehmlich aus der Cockpit-Perspektive - aber gibt es da draußen bestimmte Actionpoints, die du den Fans empfehlen möchtest?

Es gibt viele gut ausgeschilderte Zuseher Zonen - wenn man den Hinweisen folgt wird man einen guten Punkt erwischen. Es ist Geschmackssache - die einen sehen gerne Spitzkehren, andere wiederum schnelle Passagen, es ist für jeden was dabei.

Von den 119 Teams sind 55 in der Austrian Rallye Challenge eingetragen - du hast dich wie im Vorjahr ebenfalls in die ARC eingeschrieben. Solidarität mit dem Breitensport scheint dir wichtig zu sein…

Lange Zeit wollten wir keine ARC-Rallyes fahren, da der Eindruck entstehen könnte wir nehmen den kleineren Teams Presse weg. Irgendwann kam ein Veranstalter auf mich zu und erklärte mir das Gegenteil: Je mehr bekannte Namen auf der Starliste stehen, umso mehr mediale Beachtung bekommt die Veranstaltung. Somit waren unsere Bedenken vom Tisch. Solidarität ist ein wichtiger Punkt!

Du startest einmal mehr mit Thomas Zeltner als Copilot - wie wichtig ist für dich die gute Chemie im Cockpit? Was bedeutet Freundschaft für dich?

Thomas und ich haben einen sehr guten, ehrlichen Umgang miteinander, wir haben auch Themen die nicht so lustig sind. Genau das macht Freundschaft aus, man darf sich gegenseitig die Wahrheit sagen, ohne dass einer beleidigt ist. Sich Dinge anvertrauen, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen und natürlich zur Seite stehen, wenn es Probleme gibt - so sollte Freundschaft funktionieren.

Ein 14-facher Staatsmeister muss im Alter von 66 Jahren niemandem mehr etwas beweisen. Du hast in der ORM gesagt, dass du den Speed der Top 3 nicht mehr mitgehen möchtest - aber wie sieht es davon abgesehen aus? Einen Daniel Mayer beispielsweise hattest du in Horn im Griff. Jan Cerny und Filip Kohn sind relativ junge starke ERC-erprobte Fahrer - wie beurteilst du die Chancen in Bezug auf die beiden? Und: Ist ein Sieg möglich?

Auf welchem Niveau in Österreich derzeit gefahren wird zeigte Hermann Neubauer bei der 3-Städte Rallye. Das geht nicht ohne Risiko - genau diesen letzten Schritt kann und will ich nicht mehr mitgehen. Es ist schön zu hören, dass junge Fahrer uns noch immer auf der Rechnung haben. Es macht Spaß mit ihnen um Sekunden zu kämpfen, wie zuletzt mit Daniel Mayer. Im Rallyesport ist vieles möglich, nicht alles vorhersehbar, lassen wir uns überraschen. Fürs Podium kommen einige in Frage, ich hoffe wir auch!

Du führst mit Baumschlager Rallye & Racing eines der größten und erfolgreichsten Teams des Landes - doch wie sehen deine persönlichen Pläne für 2027 aus? Werden wir dich weiterhin im Cockpit sehen?

Wir haben schon fixe Zusagen für relative intensive Programme unserer Stammfahrer und viele Anfragen für 2027. Wenn die Kalender veröffentlicht und die Rallyes fixiert sind, sieht man ob für mich noch ein Auto frei wäre! Kunden haben natürlich Vorrang, mehr kann ich noch nicht mitteilen.

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