Dämpfer, Federn & Rätsel | 15.02.2026
Hyundai verzweifelt in Schweden
Hyundais Rallye-Team steht in Schweden vor einem Rätsel - Kein Speed trotz intensiver Vorbereitung - Selbst radikale Änderungen beim Set-up helfen kaum
Die Winterrallye in Schweden entwickelte sich für Hyundai zu einer schweren Prüfung. So wie auch schon beim Saisonauftakt 2026 in Monte Carlo fuhr man dem Konkurrenten Toyota chancenlos hinterher. Eigentlich hatte die südkoreanische Marke gehofft, in Schweden zurückzuschlagen, denn das Team hatte sich intensiv auf die Rallye vorbereitet.
Schon nach der ersten Etappe hatte Esapekka Lappi als bester Hyundai-Fahrer 45,9 Sekunden Rückstand. Nach der zweiten Etappe lag der Finne als bester Hyundai-Fahrer schon 1:09,5 Minuten zurück.
Adrien Fourmaux merkte am Samstag an, dass der mangelnde Speed möglicherweise mit den Dämpfern zu tun haben könnte. Das Auto schwamm nach seinem Gefühl auf der Straße, und die Reifen griffen nicht richtig. Somit gab es keinen Grip, keine Traktion.
Deshalb nutzten Fourmaux und Thierry Neuville den Samstag als Testfahrt. "Ja", bestätigt Neuville. "Ich bin bei den Änderungen ziemlich radikal geworden. Ich bin am Nachmittag teilweise ohne hinteren Stabilisator gefahren, und wir haben es auch vorne ohne probiert."
"Ich habe viel mit der Fahrzeugbalance experimentiert, mehr und weniger Rake, verschiedene Vorspannungen. Ich habe wirklich viel ausprobiert. Es war jedes Mal knapp, rechtzeitig zum Start der Prüfung zu kommen."
Auf die Frage, ob ihm inzwischen die Ideen ausgehen, fügt er hinzu: "Ja, definitiv. Ich stand etwas unter Druck, weil ich meiner Frau versprochen hatte, einmal die Bestzeit zu fahren. Ich hatte die Blumen [zum Valentinstag] vergessen."
"Sie meinte, ich müsse wenigstens eine Bestzeit setzen, also hab ich es versucht." Das gelang Neuville tatsächlich. In der kurzen Superspecial "Umea Sprint" fuhr er die schnellste Zeit. Darüber konnte er sich aber nicht lange freuen.
Onboard-Aufnahmen zeigten, dass Neuville in dieser Superspecial den Kinnriemen seines Helms nicht richtig geschlossen hatte. Die FIA-Kommissare verhängten eine Strafminute und eine Geldstrafe von 1.500 Euro.
Adrien Fourmaux schöpft Hoffnung
Auch Teamkollege Fourmaux testete am Samstag geänderte Einstellungen bei den Dämpfern, was die Fahrt für ihn und Beifahrer Alexandre Coria ziemlich hart machte. Die Änderung brachte jedoch mehr Grip. Das machte dem Franzosen Hoffnung.
"Ich habe gemerkt, dass an den Dämpfern etwas nicht funktioniert hat, also habe ich - gemeinsam mit dem Team - entschieden, das mit den Federn zu kompensieren und die Dämpfer richtig zu öffnen. Und es scheint, als hätte das am Nachmittag deutlich besser funktioniert."
"Das ist auf jeden Fall positiv", so Fourmaux. "Es wird zwar schwierig, gegen die Toyotas anzukommen, aber wenigstens zeigten wir am Nachmittag mit allen drei Autos etwas mehr Tempo. Das Auto hatte deutlich mehr Grip, aber es wurde zugleich träger."
"Schade, dass wir das nicht früher gefunden haben. Wir haben so vieles ausprobiert: Differenziale, Federn, Geometrien, Fahrhöhe - nichts brachte Verbesserungen. Das war der einzige richtig große Schritt nach vorn. Ich denke, wir können das für den Rest der Saison in den Griff bekommen."
Nach der Winterrallye in Schweden steht Mitte März die Safari-Rallye in Kenia auf dem Programm. Auf Schotter wird sich zeigen, ob Hyundai die Lücke zu Toyota schließen kann.



















