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Elfyn Evans vor WRC-Finale Elfyn Evans will noch keinen Gedanken an den WRC-Titel verschwenden
Toyota Racing

"Ich weiß, wie man es nicht macht"

Elfyn Evans geht mit 17 Punkten Vorsprung als Titelfavorit ins WRC-Finale: Doch schon einmal konnte er eine vergleichbare Ausgangslage nicht nutzen

WM-Spitzenreiter Elfyn Evans ist überzeugt, dass das Rennen um den Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) nach der Absage der Rallye Saudi-Arabien weiterhin "völlig offen" ist. Gleichzeitig stellt der Toyota-Pilot klar, dass ein "Spazierfahren" beim neuen Saisonfinale auf Sardinien absolut keine Option sei.

"Am Ende ist vor Sardinien noch alles völlig offen und nichts ist garantiert. In vielerlei Hinsicht ist es eine Mammutaufgabe, dort als Weltmeister abzureisen", sagt Evans und verweist auf die Ereignisse beim bisher letzten Lauf der WRC.

"Wenn man sich Oliver [Solberg] in Chile anschaut: Wir hatten am Schlusstag einen Reifenschaden, von dem wir bis heute nicht wissen, woher er kam - und dadurch hat er auf einen Schlag 20 Punkte gutgemacht. Das ist die Realität des aktuellen Punktesystems und unseres Sports. Gemütlich über die Pisten zu cruisen ist also definitiv keine Option", so der Waliser.

Evans will WM-Situation ausblenden

Nachdem der Automobil-Weltverband FIA und die WRC entschieden haben, das ursprünglich vom 11. bis 14. November angesetzte Saisonfinale in Saudi-Arabien abzusagen und nicht durch eine andere Rallye zu ersetzen, wird die WRC-Saison schon vom 1. bis 4. Oktober mit der Rallye Italien auf Sardinien zu Ende gehen.

Damit hat sich der fünfmalige Vizeweltmeister Evans in die Favoritenrolle für seinen ersten WRC-Titel manövriert. Der Toyota-Pilot reist mit einem Vorsprung von 17 Punkten auf seinen Teamkollegen Sami Pajari nach Italien. Chile-Sieger Oliver Solberg liegt 21 Zähler zurück.

Bei noch 35 zu vergebenden Punkten auf den Schotterprüfungen Sardiniens betont Evans jedoch, dass die Entscheidung noch lange nicht gefallen ist. An seiner Herangehensweise wolle er deshalb nichts ändern. "Wir müssen das Wochenende angehen wie jeden anderen Lauf auch und die WM-Situation schlichtweg ausblenden", sagt er.

Erinnerungen an Monza 2020

Auf seinen Vorsprung wolle er sich keinesfalls ausruhen: "Man kann es sich gar nicht leisten, ständig an die Führung zu denken. Es ist exakt derselbe Vorsprung, den ich 2020 vor dem Finale in Monza auf Seb [Ogier] hatte." Evans führte damals mit 14 Punkten Vorsprung. "Ich weiß also, wie man es nicht macht. Es ist alles viel weniger sicher, als es auf dem Papier aussieht", betont der Toyota-Pilot.

Gerüchte, wonach die Rallye Katalonien in Spanien die Lücke hätte füllen können, kommentiert Evans positiv - er hätte nichts gegen ein Ersatzrennen gehabt.

"Ich wäre mit einer Ersatzveranstaltung mehr als glücklich gewesen. Ich weiß nicht genau, was im Hintergrund gelaufen ist und kenne die Details nicht, warum manche Dinge geklappt haben oder eben nicht. Aber es sah wohl so aus, als wäre es diesmal unmöglich gewesen. Es ist eine gewaltige Aufgabe, ein Event dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen. Eine einfache Lösung war das sicher nicht", so Evans weiter.

WRC-Boss: "Absagen sind nie schön"

WRC-Geschäftsführer Eric Boullier äußerte sich zur Absage und der Suche nach Alternativen: "Es ist nie schön, Läufe abzusagen - erst recht nicht, wenn man einen langfristigen Partner wie Saudi-Arabien hat. Es geht hier nicht um eine 'richtige' oder 'falsche' Entscheidung. Es ist ein Entschluss, der von allen Stakeholdern inklusive der FIA getroffen wurde, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten", so der frühere Formel-1-Teamchef.

"Ich weiß, dass die Leute kritisieren, dass es keinen Ersatz gibt. Aber so ist es nun einmal. Die Lage ist für alle gleich und wir mussten diese Entscheidung treffen", fuhr Boullier fort. "Wir haben feste Prozesse und Protokolle. Je mehr Zeit verstreicht, desto weniger bleibt übrig, um ein Rennen unter angemessenen WRC-Bedingungen und den nötigen Sicherheitsstandards aufzuziehen."

Motorsport-Total.com

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