Gänsehaut in Monte Carlo | 26.01.2026
Gänsehaut in Monte Carlo: WRC-Boliden erobern den Grand-Prix-Kurs zurück
Die WRC-Stars feiern die Rückkehr auf den Formel-1-Kurs in Monaco: Trotz Regen herrschte beim Comeback nach 18 Jahren Gänsehaut-Atmosphäre am Hafen
Die Rückkehr der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) auf den berühmten Grand-Prix-Kurs von Monaco hat sich als echter Volltreffer erwiesen. Erstmals seit 2008 traten die WRC-Boliden am Samstagabend wieder auf dem legendären Asphalt der Formel 1 an. Die Fahrer zeigen sich von der Initiative begeistert und hoffen, dass dieser Abschnitt in Zukunft ein dauerhafter Bestandteil der Rallye Monte Carlo wird.
"Es war cool und ein großes Lob an die Organisatoren", sagte Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville, der wie einige seiner Rivalen in Monte Carlo lebt und damit buchstäblich vor der eigenen Haustür fuhr.
"Der Rallyesport braucht so etwas. Die Fans waren da und die Show war trotz der katastrophalen Bedingungen gut. Ich denke, man sollte das wiederholen. Wir müssen zu den Menschen gehen", meint der Belgier.
Auf einer verkürzten, 2,65 Kilometer langen Version der Rennstrecke absolvierten die Teilnehmer eine Zuschauerprüfung, die über die Start-Ziel-Gerade und durch den Hafenbereich führte. Zuletzt war der Stadtkurs in den Jahren 2007 und 2008 Teil der Rallye. Damals schrieben Chris Atkinson für Subaru und Francois Duval für Ford Geschichte, als sie auf dem Kurs zeitgleich die Bestzeit setzten.
Begeisterung trotz schwieriger Bedingungen
Trotz des schlechten Wetters strömten die Zuschauer in Massen an die Strecke. Vor dem eigentlichen Start der Wertungsprüfung kam zudem prominenter Besuch aus der Formel 1 zum Einsatz: Liam Lawson, Pilot bei den Racing Bulls, durfte einige Demorunden im Ford Puma Rally1 drehen. Den Sieg auf der Wertungsprüfung sicherte sich schließlich Adrien Fourmaux für Hyundai, der Takamoto Katsuta im Toyota um 0,7 Sekunden hinter sich ließ.
Das Konzept, Rallye-Veranstaltungen durch Prüfungen in Stadtzentren näher an die Fans zu bringen, ist zwar nicht neu, doch die Nutzung einer solch ikonischen Kulisse wird im Servicepark als wegweisend angesehen. Das Thema Vermarktung steht in der WRC derzeit besonders im Fokus, da sich die Meisterschaft im Übergang zu einem neuen Inhaber der kommerziellen Rechte befindet.
Trotz miserablem Wetter Lob von allen Seiten
Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala betonte daher die Bedeutung solcher Events: "Das ist genau das, was wir in der WRC brauchen. Selbst bei diesem Wetter sind so viele Menschen hier und die Atmosphäre ist großartig. Wir müssen den Sport zu den Leuten bringen."
Fourmaux ergänzte, dass die Fans in Monaco in den vergangenen Jahren oft nur den Start und das Ziel der Rallye miterleben konnten. Durch diese Prüfung könne man ihnen nun die Action, den Sound und die Atmosphäre direkt vor Ort bieten. Er fügte mit einem Schmunzeln hinzu, dass man künftig vielleicht sogar eine ganze Runde auf der kompletten Strecke fahren sollte.
Obwohl Super-Special-Prüfungen bei den Fahrern normalerweise nicht immer beliebt sind, bezeichnete Josh McErlean (M-Sport-Ford) den Einsatz in Monaco als "massiv für den Sport". Es sei ein besonderes Gefühl, an einem solch historischen Ort zu fahren, auch wenn der glatte Asphalt und das Kopfsteinpflaster auf Slick-Reifen eine große Herausforderung darstellten.

















