Oliver Solberg | 05.10.2026
Ohne Reue - aber verpasster Titel "tut sehr weh"
Oliver Solberg verliert den WRC-Titel zwei Kurven vor dem Ziel der Rallye Sardinien: Trotz des bitteren Dramas bereut der Schwede seinen Angriff nicht
Oliver Solberg bereut nicht, den Weltmeistertitel nach einem dramatischen Ausritt zwei Kurven vor dem Ziel der Rallye Italien auf Sardinien verpasst zu haben, gibt aber zu, dass die knappe Niederlage im WRC-Titelkampf sehr schmerzhaft ist.
"Es tut sehr weh, aber ich bereue nichts. Wenn ich es nicht versucht hätte und nach Zeit verloren hätte, würde ich wahrscheinlich noch viel mehr damit kämpfen. Aber zumindest habe ich es versucht", sagt Solberg. "Irgendwie habe ich überhaupt die Chance bekommen, es zu versuchen, und das war unglaublich. Ich bin stolz, aber es tut weh. Das war mein großer Traum. Ich dachte wirklich, dass ich es schaffen könnte, deshalb ist es ein seltsames Gefühl."
Mit 21 Punkten Rückstand in das Wochenende gestartet, lieferte Solberg eine herausragende Vorstellung ab und erzwang einen Showdown auf der letzten Wertungsprüfung. Wenn er dort WM-Spitzenreiter Elfyn Evans geschlagen hätte, wäre der 25-Jährige Rallye-Weltmeister geworden.
Solberg, der von Elliott Edmondson auf dem Beifahrersitz unterstützt wird, schien seinen großen Traum tatsächlich verwirklichen zu können. Bei der letzten Zwischenzeit lag er noch 1,9 Sekunden vor Evans. Doch zwei Kurven vor dem Ziel kam es zum Drama: Solberg kam plötzlich von der Schotterpiste ab und landete im Gebüsch.
Der Schwede schaffte es zwar zurück auf die Strecke und konnte die Prüfung beenden. Damit sicherte er sich immerhin den Sieg bei der Rallye Sardinien. Der WM-Titel aber ging an Evans.
"Ich bin davon ausgegangen, dass die Kurve passen würde, und das tat sie auch, bis da ein Busch war, wie eine Art Schotterbank am äußeren Rand. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Auto dort hängen bleibt. Deshalb kam es für mich völlig überraschend", sagt ein sichtlich bewegter Solberg. "Ich habe bis zum Schluss mein Allerbestes gegeben."
Trotz der dramatischen Niederlage im WM-Kampf kann Solberg auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. In seinem ersten Jahr als Toyota-Werksfahrer gelangen ihm drei Siege. "Ich bin stolz und insgesamt war es eine großartige Saison. Es war eine Achterbahnfahrt, und überhaupt die Chance zu haben, war unglaublich", sagt er.
"Es war ein großartiges Jahr und ich habe viel gelernt. Ich habe keine Reue und muss jetzt einfach nach vorne schauen, die positiven Dinge mitnehmen und hoffentlich noch viele Jahre haben, in denen ich es wieder versuchen kann."
Trotz der bitteren Niederlage fand Solberg schnell lobende Worte für den neuen Weltmeister Evans und dessen Beifahrer Scott Martin. "Ich möchte Scott und Elfyn ganz herzlich gratulieren. Sie haben es mit ihrer starken und konstanten Saison ganz klar verdient", fügt Solberg hinzu.


















