RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Ott Tänak zurück bei Toyota Ott Tänak ist zurück im WRC-Team von Toyota, diesmal als Testfahrer
LAT

Ex-Weltmeister jetzt Testfahrer für 2027

Ott Tänak, der einst mit Toyota den WRC-Titel errang, kehrt zu seinem damaligen Arbeitgeber zurück: Als Testfahrer für das neue Auto aus Basis der 2027er-Regeln

Ott Tänak hat als Testfahrer bei Toyota angedockt, um bei der Entwicklung des Fahrzeugs der japanischen Marke für die Saison 2027 der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) mitzuwirken.

Wie zuerst von Dirtfish berichtet, hat Toyota inzwischen gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, bestätigt, dass Toyota Tänak aus dem Ruhestand zurückgeholt hat, um das neue Auto auf Basis des technischen WRC-Reglements für 2027 zu testen und zu entwickeln.

Tänak, der 2019 als Toyota-Fahrer den WRC-Titel errang, ist in der laufenden Saison nicht aktiv, da er beim WRC-Saisonfinale 2025 in Saudi-Arabien verkündet hatte, 2026 eine Auszeit vom Vollzeit-Rallyesport einzulegen. In dieser Woche nun kehrte der 38-jährige Este ins Cockpit eines WRC-Boliden zurück, als er im Rahmen seiner neuen Rolle im Toyota-Team erstmals den Prototypen für 2027 ausprobiert hat.

Toyota begann Ende 2025 mit dem Testprogramm für 2027 und hat seitdem mehr als 2.000 Kilometer zurückgelegt. Die Testfahrten fanden auf Asphalt, Schotter und Schnee statt. Vor Tänaks Rückkehr in dieser Woche wurden die Tests von Juho Hänninen sowie von den vier aktuellen Vollzeit-Rally1-Fahrern des Teams - Elfyn Evans, Takamoto Katsuta, Sami Pajari, Oliver Solberg - durchgeführt.

Bislang ist Toyota der einzige Mainstream-Automobilhersteller, von dem bekannt ist, dass ein Auto entwickelt, welches den WRC-Regeln für 2027 entspricht. Die Fahrzeuge werden mit einer Kostenobergrenze von 345.000 Euro gebaut und basieren weitgehend auf den aktuellen Rally2-Fahrzeugen. Sie werden über eine Doppelquerlenker-Aufhängung verfügen. Brems- und Lenksysteme werden von den aktuellen Rally2-Spezifikationen abgeleitet.

Auf welches Automodell setzt Toyota für 2027?

In den vergangenen Wochen und Monaten sind auf Social-Media Bilder und Videos von Testfahrten mit dem Toyota für die WRC-Saison 2027 aufgetaucht. Auffällig ist, dass das Fahrzeug eine deutlich andere Form aufweist als der aktuelle GR Yaris Rally1 der Marke.

Das hat zu Spekulationen darüber geführt, welches Automodell Toyota im kommenden Jahr fahren wird. Bislang hält sich das Team diesbezüglich bedeckt. Technikchef Kevin Struyf spricht von einem "Prototyp", der noch weiterentwickelt wird.

"Im Moment ist es nur ein Rallye-Prototyp. Für 2027 ändern sich die Rallye-Regeln zum ersten Mal dahingehend, dass die Vorgaben für die Karosserie ziemlich offen sind. Das bedeutet, dass für einen Hersteller noch nicht wirklich klar ist, in welche Richtung es gehen soll. Es ist also nur ein Basis-Testfahrzeug, ein Prototyp", sagt Struyf und fügt hinzu: "Viele Leute wollen wissen, welches Modell es wird, aber im Moment gibt es noch nichts Konkretes. Es ist einfach nur ein Prototyp."

Prototyp für 2027 wird noch weiterentwickelt

"Das Problem ist", so der Toyota-Technikchef weiter, "dass es einige technische Aspekte gab, die seitens der FIA nicht ganz klar oder genau definiert waren [als Toyota mit der Entwicklung begann]. Im Grunde setzen wir die Entwicklung des Testfahrzeugs fort, das wir in Portugal gesehen haben. Das Auto wird im April weitere Testfahrten absolvieren. Und schon bald wird ein weiteres Chassis gebaut. Dann werden wir, das sagen wir mal endgültige Modell, noch ein bisschen mehr testen."

Toyota hat bereits Vergleichstests zwischen dem Prototypen mit dem aktuellen GR Yaris Rally2 absolviert. Struyf erklärt dazu: "Es ist ein Rally2-Auto oder kommt dem sehr nahe. Derzeit gibt es nichts, was das Auto schneller machen würde als ein Rally2-Auto. Es ist nur ein anderes Rally2-Auto mit etwas anderen Abmessungen und einer anderen Radaufhängung."

Die Radaufhängung bezeichnet Struyf als "eines der Hauptthemen für 2027", denn "zum ersten Mal seit langer Zeit im Rallyesport werden wir eine Doppelquerlenker-Aufhängung haben. Sie ähnelt der in unserem aktuellen Rally2-Auto, und genau das ist unser Maßstab, den wir übertreffen wollen".

"Wir haben Vergleiche [mit dem GR Yaris Rally2] angestellt, aber nur, um sicherzugehen, dass wir nicht völlig falsch liegen. Ich würde sagen, das Feedback [der Fahrer] ist im Moment recht gut. Es gibt Dinge, die noch verbessert werden müssen, aber das ist immer der Fall, wenn man auf ein neues Auto mit neuen Abmessungen umsteigt. Es gibt immer Vor- und Nachteile, aber wir glauben, dass wir über gute Werkzeuge verfügen, um ein gutes Auto zu entwickeln", so der technische Leiter des WRC-Programms von Toyota.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

WRC Kroatien: Bericht K4 Rally Team

Tabellenführung im WRC Masters Cup zurückerobert!

Mit einem klaren Sieg im WRC Masters Cup konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor bei der WM-Rallye in Kroatien die Tabellenführung zurückerobern. Schon in zwei Wochen soll ein weiterer Masters-Sieg eingefahren werden. Johannes ist top motiviert: „Auf Gran Canaria volle Attacke!“

ARC, Lavanttal Rallye: Bericht

Gerolf Schuller ist der neue ARC-Leader!

Bei der selektiven, turbulenten Lavanttal Rallye konnte der 53-jährige Quereinsteiger Gerolf Schuller die ARC-Führung übernehmen. Dahinter lauern Jungpilot Jan Dolzer und Christian Rosner im historischen Porsche.

EHRC Historic Rally Fafe: Bericht Rosenberger

Der "Technikteufel" war erneut aktiv

Nach den Troubles auf Mallorca war der „Technik-Teufel“ nun auch in Portugal aktiv - Der Subaru Impreza GT Turbo Gr. A von Autosportif blieb schon nach SP1 stehen
- Rosenberger & Co Schwarz glänzten danach mit SP-Bestzeiten und Klassensieg

Lavanttal Rallye: Mitropa Rally Cup

Stengg & Kobal gewinnen Mitropa Cup

Roland Stengg gewinnt mit Beifahrerin Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) die Mitropa Rally Cup Wertung. In der Gruppe der historischen Fahrzeuge siegen Alois Nothdurfter/Manfred Cerny auf ihrem Ford Sierra RS Cosworth.