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WRC Kroatien: Nach Tag 2 (SP8) Sami Pajari (Toyota) führt die Kroatien-Rallye nach dem Freitag an
Toyota

Pajari führt - Keferböck im Masters Cup vorne

Nachdem Oliver Solberg und auch Elfyn Evans früh im Wald landeten hat sich Toyota-Youngster Sami Pajari in Kroatien an die Spitze gesetzt, aber Hyundai hält mit. Im WRC Masters Cup führen Keferböck/Minor mit mehr als vier Minuten Vorsprung.

Erstmals seit 2024 gastiert die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) wieder in Kroatien. Die erste Etappe wurde am Freitag gefahren, womit die Asphaltrallye auf der Balkanhalbinsel eines der wenigen Events im WRC-Kalender 2026 mit nur drei statt vier Wettbewerbstagen ist.

Und speziell der Vormittag der Freitagsetappe hatte es direkt in sich. Gleich auf der ersten Wertungsprüfung des Tages (WP1) setzte Oliver Solberg seinen Toyota Yaris in einen Graben und musste aufgeben. Auf WP3 erwischte es dann seinen Toyota-Teamkollegen Elfyn Evans, der als Tabellenführer angetreten ist und die Kroatien-Rallye nach den ersten zwei WPs angeführt hatte.

Nach acht Wertungsprüfungen übernachtet keiner der Routiniers, sondern Sami Pajari als Spitzenreiter. Der Toyota-Youngster aus Finnland geht mit einem Vorsprung von 13,7 Sekunden auf seinen ersten Verfolger in die Samstagsetappe. Dieser erste Verfolger ist Thierry Neuville (Hyundai), dicht gefolgt von Takamoto Katsuta (Toyota).

Oliver Solberg und Elfyn Evans mit frühen Crashs

Für den ersten Aufreger sorgte Oliver Solberg mit seinem Crash, der sich gerade mal 4,8 Kilometer nach dem Start der Rallye zutrug. Nachdem er links ein Felswand gestreift hatte, kam der Toyota des Schweden in einem Graben rechts der Fahrbahn zum Stillstand.

Zuschauer eilten aus dem Wald herbei und versuchten, das Auto zurück auf die Straße zu schieben, allerdings ohne Erfolg. Der Yaris blieb im Graben stecken. Für Solberg und Beifahrer Elliott Edmondson war der Freitag damit früh gelaufen.

"Heute Morgen war das erste Mal, dass ich mit diesem Auto auf den harten Reifen unterwegs war, und ich hatte wirklich Probleme mit dem Fahrgefühl. Ich hatte erst Untersteuern und habe dann mit dem Heck eine Felswand leicht erwischt", so der sichtlich enttäuschte Solberg. "Es ist schade. Ich lebe und atme diesen Sport Tag für Tag. Es ist alles, was ich im Leben kenne. Wenn es nicht nach Plan läuft, ist das schwer zu ertragen."

Solbergs Toyota-Teamkollege Elfyn Evans nutzte zunächst den Vorteil, als Erster auf die Strecke zu gehen. Er gewann die ersten zwei Wertungsprüfungen und baute sich ein Polster von 15,9 Sekunden auf. Auf WP3 aber, der ersten Überfahrt der mit 23,8 Kilometern längsten Prüfung der Rallye, kam Evans in einer Rechtskurve bei hohem Tempo von der Straße ab.

"Wir wurden überrascht", so Evans. "Die Kurve war etwas enger als erwartet, wir waren viel zu schnell und sind leider in die Bäume gerast. Das ist sehr enttäuschend. Es war natürlich ein starker Auftakt und alles lief gut, aber leider ist es nicht so gut ausgegangen."

Evans und Beifahrer Scott Martin blieben bei ihrem Crash unverletzt, genau wie Solberg und Edmondson rund zwei Stunden zuvor. Aber auch das als Tabellenführer angereiste Duo aus Großbritannien muss seine Hoffnung auf WM-Punkte in Kroatien nun einzig und allein auf den Sonntag verlagern.

Hyundai mit Sonderdesign und technischen Updates

Hyundai tritt bei der Kroatien-Rallye nicht nur mit einem Sonderdesign in Erinnerung an den vor drei Jahren tödlich verunglückten Craig Breen an. Auch technisch hat die Truppe etwas Neues dabei. Im Bemühen, die Toyota-Dominanz in der laufenden Saison zu stoppen, weisen die i20 N an diesem Wochenende neue Teile im Bereich der Dämpfer und des Differenzials auf. Es handelt sich dabei um Anpassungen, die keinen Evo-Joker notwendig machen.

Neuville, der sich am Freitag genau wie Spitzenreiter Sami Pajari drei WP-Bestzeiten gutschrieben ließ, verbrachtet den Großteil des Tages im Duell mit Takamoto Katsuta um die zweite Position. Hinter Pajari gehen der Belgier und der Japaner durch weniger als eine Sekunde voneinander getrennt in die Samstagsetappe.

Neuvilles Hyundai-Teamkollege Adrien Fourmaux verlor am Vormittag aufgrund eines Reifenschadens vorne rechts mehr als eine Minute. Er rangiert aktuell an fünfter Stelle hinter Hayden Paddon in einem weiteren Hyundai i20 N.

M-Sport mit abweichender Reifenwahl - und zwei Reifenschäden

Bei M-Sport-Ford entschied man sich am Vormittag, anders als bei Toyota und Hyundai, für weiche Reifen. Damit kam das britische Team mit seinen jungen Fahrern Jon Armstrong und Josh McErlean zunächst gut zurecht. Armstrong wurde zwischenzeitlich als Dritter geführt, McErlean als Fünfter.

Auf WP4 aber, der letzten Prüfung am Vormittag, geriet Armstrong bei hohem Tempo an eine Böschung. Kurz zuvor hatte er sich einen Reifenschaden vorne links eingefangen. Mit dem zweiten Zwischenfall war auch sein Tag vorzeitig beendet. Teamkollege McErlean fing sich auf der vorletzten Prüfung am Nachmittag (WP7) einen Reifenschaden ein.

Hinter den Top 3 - Sami Pajari, Thierry Neuville, Takamoto Katsuta - sowie Hayden Paddon und Adrien Fourmaux, liegt Lancia-Pilot Yohan Rossel als Spitzenreiter der WRC2-Wertung aktuell in den Top 6 des Klassements der Rallye.

Keferböck/Minor im Plansoll

Im WRC Masters Cup führen Johannes Keferböck und Ilka Minor im K4 Toyota GR Yaris Rally2 mit über vier Minuten Vorsprung auf den Türken Ugur Soylu. Das gesteckte Ziel, die 25 maximal möglichen Punkte abzuholen, scheint also wie schon bei der Rallye Monte Carlo möglich zu sein - wenn das gelingt, erobert man damit die Führung im WRC Masters Cup zurück. Doch wie immer im Rallyesport gilt: First you have to finish...

Die Samstagsetappe in Kroatien umfasst WP9 bis WP16, bevor die Rallye am Sonntag mit den letzten vier von insgesamt 20 Wertungsprüfungen zu Ende geht.

Motorsport-Total.com

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