WRC Kroatien: Nach Tag 3 (SP16) | 11.04.2026
Neuville profitiert von Reifenschäden - Keferböck P1 Masters
Hyundai-Pilot Thierry Neuville führt die Kroatien-Rallye vor dem Schlusstag an, nachdem sich die Zwischenfälle im Toyota-Team am Samstag fortgesetzt haben
Thierry Neuville (Hyundai) geht bei der Rallye Kroatien, dem vierten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), als Spitzenreiter in die Schlussetappe am Sonntag. Auf der Samstagsetappe, die aus acht Wertungsprüfungen (WPs) bestand, verwaltete am Vormittag zunächst Sami Pajari (Toyota) seine Führung vom Freitag.
Auf der zweiten Nachmittagsprüfung (WP14) aber erlitt Pajari in Führung liegend einen Reifenschaden. Der notwendig gewordene Radwechsel kostete knapp zwei Minuten. "Ich habe keine Ahnung, wo ich mir den [Reifenschaden] eingefangen habe. Aber es lässt sich jetzt nicht ändern", sagte Pajari im Ziel von WP14.
Mehr noch: Pajaris Toyota-Teamkollege Takamoto Katsuta, der als Dritter in die Samstagsetappe gegangen war und am Vormittag kurzzeitig die zweite Position von Neuville übernommen hatte, erlitt auf WP14 seinerseits einen Platten. "Auf der Innenseite einer Kurve lag ein Stein. Der hat mir den Reifen aufgeschlitzt. Das ist echt nervig", so Katsuta.
Profiteur der beiden Reifenschäden (es waren nicht die einzigen im Toyota-Team am Samstag) war Hyundai-Pilot Neuville. Der Belgier markierte am zweiten Tag der Kroatien-Rallye zwar keine einzige WP-Bestzeit, geht aber mit einem Vorsprung von 1:14 Minuten auf Katsuta in die Schlussetappe am Sonntag. Pajari liegt knapp 32 Sekunden hinter Katsuta zurück.
"An diesem Wochenende läuft es einfach", so die Aussage von Neuville im Ziel der Samstagsetappe. "Wir haben etwas gefunden, womit wir uns wohlfühlen. Und siehe da, wir sind in der Lage, an der Spitze mitzukämpfen. Ich habe an diesem Wochenende wirklich ein gutes Gefühl im Auto und genieße es." Hyundai hat für die Kroatien-Rallye Veränderungen an den Dämpfern und am Differenzial vorgenommen.
Auch hinter den Top 3 hat es am Samstag Verschiebungen gegeben. Neuvilles Hyundai-Teamkollege Adrien Fourmaux, als Fünfter in den Tag gegangen, beschädigte sich bei einem Zwischenfall auf der letzten Vormittagsprüfung (WP12) die Radaufhängung seines i20 N und musste aufgeben.
Hayden Paddon (Hyundai) ist weiterhin Vierter im Klassement. Neuer Fünfter nach Fourmaux' Ausfall ist nun der Spitzenreiter in der WR2-Wertung, nämlich Leo Rossel im Lancia Ypsilon HF. Der Franzose führt das WRC2-Feld mit einer Minute Vorsprung auf seinen jüngeren Bruder Leo Rossel (Citroen) an.
Oliver Solberg mit Frust im Bauch: Sechs WP-Bestzeiten, zwei Platten
Toyota-Pilot Oliver Solberg, der am Freitag direkt auf der ersten Wertungsprüfung in einen Graben gerutscht war und den Tag vorzeitig hatte aufgeben müssen, war am Samstag mit umgekehrter Startreihenfolge derjenige, der als Erster auf die Strecke ging.
Davon machte er vor allem am Vormittag Gebrauch, denn alle vier WP-Bestzeiten vor dem Mittagsservice (WP9-12) gingen an Solberg. "Mit meiner Performance heute bin ich zufrieden, aber natürlich noch immer extrem enttäuscht wegen gestern", sagte Solberg am Mittag im Service-Park.
Am Nachmittag erlitt aber auch Solberg einen Platten vorne links, und zwar auf WP13 und somit eine Prüfung früher als es die Reifenschäden an den Autos seiner Toyota-Teamkollegen Pajari und Katsuta gab. Das Ziel von WP13 erreichte Solberg mit großem Rückstand in langsamer Fahrt. Für WM-Punkte kommt der Schwede aber ohnehin nur noch am Sonntag infrage. Gleiches gilt für seinen in der WM führenden Teamkollegen Elfyn Evans, der seinerseits am Freitag einen Unfall hatte.
Nachdem sich Solberg am Samstag vor seinem Reifenschaden alle vier WP-Bestzeiten des Vormittags gesichert hatte, gingen am Nachmittag noch zwei weitere WP-Bestzeiten an ihn. Die anderen zwei Bestzeiten holten sich Katsuta und Evans. Auf WP16 hatte Solberg abermals einen Reifenschaden, nachdem der linke Vorderreifen langsam Luft verloren hatte. "Das war schon ein bisschen seltsam, aber es ist okay. Immerhin habe ich die anderen Prüfungen gewonnen", sagte Solberg im Etappenziel.
Feuer im M-Sport-Ford von Josh McErlean
Auch das Ford-Team M-Sport kam am Samstag nicht ohne Probleme über die acht Asphaltprüfungen des Tages. Sowohl Jon Armstrong, der am Freitag einen Unfall hatte, als auch Teamkollege Josh McErlean fingen sich am Samstagnachmittag ihrerseits Reifenschäden ein. McErlean kämpfte zudem mit einer beschädigten Felge, nachdem seine Ersatzräder allesamt schon aufgebraucht waren.
Der größte Zwischenfall im M-Sport-Team war am Samstag aber ein Feuer, das auf WP10 im Ford Puma von McErlean züngelte. Ursache war ein Kabelbrand. Während McErlean und Beifahrer Eoin Treacy das Feuer löschten, vergingen sieben Minuten. Im Klassement liegen McErlean und Teamkollege Armstrong nach der Samstagsetappe im hinteren Bereich der Top 20.
Keferböck/Minor weiter auf Platz 1 im WRC Masters Cup
Johannes Keferböck und Ilka Minor liegen weiterhin auf Kurs und führen im WRC Masters Cup rund sechs Minuten vor dem Türken Ugur Soylu. Das K4 Rallye Team belegt im Toyota GR Yaris Rally2 aber auch den guten 23. Gesamtrang bzw. in der WRC2 Platz 13 von 20 Teams in der Wertung.



















