WRC Rallye Paraguay: Nach SP17 | 30.08.2026
Sturm sorgt für Schäden im Servicepark
Sami Pajari führt weiterhin die Rallye Paraguay an - Starker Samstag von Adrien Fourmaux - Schrecksekunde durch Unwetter im Servicepark
Ein heftiges Unwetter hat am Samstagmorgen den Servicepark der Rallye Paraguay verwüstet und mehrere Teambereiche schwer beschädigt, während die Wertungsprüfungen selbst überraschend trocken blieben.
Besonders hart traf es M-Sport: Starke Windböen rissen Zelte nieder, weshalb dieFord- Mannschaft kurzfristig in eine Ausweichunterkunft umziehen musste. "Wir haben einfach alles abgebaut und in einem anderen Zelt untergebracht, das wir gemietet haben. Das ist echtes Rallyefahren", erklärt M-Sport-Teamchef Richard Millener gegenüber Motorsport.com Global, der englischsprachigen Schwesteredition von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.
An der Spitze der Gesamtwertung ließ sich Sami Pajari von den Turbulenzen nicht aus der Ruhe bringen. Der Toyota-Pilot behauptete seine Führung und geht mit einem Vorsprung von 24,4 Sekunden auf Hayden Paddon (Hyundai) in den Schlusstag.
Da der vorhergesagte Regen sich auf den Servicepark beschränkte und auf den Prüfungen ausblieb, hatten viele Fahrer mit ihren auf nasse Bedingungen abgestimmten Fahrzeugen zu kämpfen. Pajari überstand am Vormittag auf der elften Prüfung eine Schrecksekunde, als er nach einem Ausritt in den Graben mit beschädigtem Heckflügel weiterfahren musste, kontrollierte das Geschehen am Nachmittag aber souverän.
Verfolger Paddon hatte auf dem trockenen Schotter hingegen mit extremem Reifenverschleiß zu kämpfen: "Meine Fahrweise ist vielleicht nicht die schonendste für die Reifen", gibt Paddon zu. "Wir haben nicht mehr viel Gummi übrig und man spürt das in allen Traktionszonen extrem. Ich tue mich wirklich schwer."
Die Show des Tages lieferte jedoch Adrien Fourmaux. Der Hyundai-Pilot sicherte sich am Samstag fünf von neun Prüfungsbestzeiten und blies zur Aufholjagd auf den drittplatzierten Elfyn Evans (Toyota). Während Evans anerkennen musste, dass Fourmaux "ein völlig anderes Rennen als alle anderen fährt und alles riskiert", schrumpfte der Vorsprung des WM-Spitzenreiters kontinuierlich.
Selbst ein Fahrfehler an einer Kreuzung auf der vorletzten Prüfung hielt Fourmaux nicht auf. Auf der kurzen, durch die morgendlichen Unwetter völlig verschlammten Zuschauerprüfung Encarnacion Costanera nahm der Franzose dem sprachlosen Evans auf nur 3,1 Kilometern knapp zehn Sekunden ab und verkürzte den Rückstand vor dem Finaltag auf winzige 3,3 Sekunden.
Hinter den Podestplätzen schob sich Oliver Solberg (Toyota) auf der letzten Tagesprüfung an Josh McErlean (M-Sport-Ford) vorbei auf Rang fünf, nachdem der Ford-Pilot auf der rutschigen Piste von der Straße gerutscht war. In der WRC2-Kategorie behauptet Lokalmatador Diego Dominguez (Toyota) weiterhin die Führung.
Die am Freitag ausgefallenen Thierry Neuville (Hyundai) und Sebastien Ogier (Toyota) nutzten den Samstag, um sich für die Punktevergabe am Sonntag einzuschießen. Neuville klagt dabei noch über Nackenschmerzen aus Finnland, ist aber optimistisch: "Wenn alles warm ist, geht es!"
Am Sonntag entscheiden die letzten fünf Wertungsprüfungen über 66,35 Kilometer über den Sieg bei der Premiere in Paraguay.



















