Was macht Hyundai? | 29.07.2026
Zukunft von Neuville und Fourmaux weiter offen
Hyundai arbeitet am neuen Rally2-Auto, schweigt aber weiter zu seinen WRC-Plänen: Für Thierry Neuville und Adrien Fourmaux bleibt die Zukunft völlig offen
Die Zukunft von Thierry Neuville und Adrien Fourmaux in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) bleibt ungewiss. Die beiden Piloten warten auf eine Entscheidung von Hyundai bezüglich der Pläne für das Jahr 2027.
"Es gibt bislang kein Statement von der Marke", sagte Neuville nach seinem vierten Platz bei der Rallye Estland gegenüber der englischsprachigen Version von Motorsport.com. "Für mich wird es viele Möglichkeiten geben, und ich bin mit dem Rallyesport definitiv noch nicht fertig, das steht fest. Was ich nächstes Jahr machen werde, weiß ich nicht. Meine Ziele bleiben dieselben: bei Hyundai zu bleiben und dabei zu sein. In welchem Format ich dabei sein werde, weiß ich allerdings noch nicht."
Fourmaux wiederum kehrte am vergangenen Wochenende bei der Rallye Estland auf das WRC-Podium zurück. Nach einem intensiven Duell setzte sich der Franzose mit einer beeindruckenden Leistung gegen seinen erfahreneren Teamkollegen durch und wurde Dritter.
Bisher kein Bekenntnis von Hyundai zur WRC
Auf seine eigene WRC-Zukunft angesprochen, sagte der Franzose, der 2024 zu Hyundai stieß: "Im Moment fahre ich bis Dezember, danach weiß ich es nicht. Wenn ich ein Jahr in der Rally2 fahren muss und im Jahr darauf wieder in die Rally1 aufsteige, ist das für mich in Ordnung. Ich weiß, dass Sebastien Ogier das in der Vergangenheit [2012 bei Volkswagen] auch gemacht hat. Für ein Jahr ist das okay, aber wenn es zwei oder drei Jahre werden, ist das nicht gut. Ich denke, ich habe es verdient, in einem Rally1-Auto zu sitzen."
Hyundai hat sich bislang nicht zu einem WRC-Engagement über das Saisonende hinaus bekannt, da die koreanische Marke derzeit ihre Optionen für das kommende Jahr abwägt. Der Automobilhersteller hat den Bau eines komplett neuen WRC-Autos nach dem neuen technischen Reglement für 2027 für das nächste Jahr ausgeschlossen.
Folglich bestünde die einzige Option für einen Verbleib im Jahr 2027 darin, das eigene Rally2-Fahrzeug einzusetzen. Dieses wird ab der kommenden Saison startberechtigt sein, um in der Königsklasse an der Seite der neuen WRC27-Autos anzutreten.
Hyundai spielt den Ball der FIA zu
Neuville und Fourmaux waren in diesem Jahr stark in die Entwicklung und Verbesserung des Rally2-Autos eingebunden - für den Fall, dass der Hyundai-Vorstand grünes Licht für das WRC27-Projekt gibt.
Hyundai hat sich allerdings auch noch nicht offiziell zu dem kürzlich vom Automobil-Weltverband FIA angekündigten Rally2-Update-Kit bekannt. Dieses zielt darauf ab, die Rally2-Fahrzeuge an die Leistung der neuen WRC27-Autos anzupassen. Der Hersteller begründet dies damit, dass man noch weitere Informationen vom Weltverband benötige.
Das Aerodynamik- und Upgrade-Paket umfasst neu homologierte Kotflügel vorne, einen neuen Stoßfänger sowie ein neues Heck-Aerodynamik-Element. Zudem specken die Rally2-Autos 10 Kilogramm gegenüber ihrem aktuellen Mindestgewicht ab.
"Wir erwarten sehr bald weitere Informationen von der FIA. Aber im Moment hat sich an unserer Position nicht wirklich etwas verändert", erklärt Hyundai-Sportdirektor Andrew Wheatley gegenüber der englischsprachigen Version von Motorsport.com. "Unser Hauptaugenmerk liegt primär auf 2026. Der zweite Schwerpunkt ist das Testprogramm für das neue Rally2-Auto, das langsam konkrete Formen annimmt. Das wird ein außergewöhnlich geschäftiges drittes Quartal für uns."
Auf die Frage, ob das Team ein komplett neues Rally2-Auto baut, ergänzt Wheatley: "Es sind nicht nur Updates [für das bestehende Rally2-Auto] und es ist auch nicht alles komplett neu. Es gibt viele Teile, die übernommen werden, aber eben auch viele bedeutende neue Komponenten. Es wird effektiv ein neues Auto sein."
Während Hyundai weiter über seine WRC-Pläne für 2027 grübelt, lässt die Situation die beiden Stammfahrer Neuville und Fourmaux mit einer ungewissen Zukunft zurück.



















