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„Little Finland“ – Im Wald4tel ist der Schotter los!

Die OMV Waldviertel-Rallye feiert in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen – dementsprechend soll die 25. Ausgabe etwas ganz besonderes werden!

In 25 Jahren ist viel passiert: Die Rallye im Norden Niederösterreichs, an der Grenze zur Tschechischen Republik (damals noch Tschechoslowakei…) sah viele Sieger, darunter so berühmte wie Walter Röhrl. Im Laufe der Jahre wuchs die Veranstaltung unaufhaltsam und wurde nicht nur die bedeutendste Rallye Österreichs sondern erhielt auch einen 10er EM-Koeffizienten, was die Starterfelder noch einmal vergrößerte. Und die Sonderprüfungen, die zwischen Waidhofen an der Thaya, Litschau und Raabs situiert waren, wurden legendär.

Die Namen Hollenbach und Langauer Forst verursachen bei vielen Rallyefans schlagartig Gänsehaut – besonders der legendäre 85er-Auftritt von Walter Röhrl und dem außerirdischen Feuerstuhl S1 hat Generationen von Zusehern nachhaltig geprägt. Dabei flog Röhrl eben über jene Schotterstrecken, die im Laufe der Jahre entweder ganz verschwanden (Langauer Forst) oder nur mehr sehr sparsam genutzt wurden (Hollenbach).

Doch wie gesagt: Ein 25-Jahr-Jubiläum steht vor der Tür und da verlangt es nach außergewöhnlichen Ideen und Maßnahmen. Was macht man als Veranstalter also, wenn es was zu feiern gibt? Man nimmt kurzerhand wieder jene legendären Strecken ins Programm, nach denen die Rallyefans und Fahrer seit Jahren immer wieder fragen: Die Niederedlitz wird kurzerhand umgeplant und in eine beinah reine Schotter-SP verwandelt, die Hollenbach verlängert – und: Der Langauer Forst ist nicht nur wieder dabei, er wartet gleich mit zwei verschiedenen Prüfungen („Zollhaus“ und „Galthof“) auf, die noch dazu in eine einzige, große Rallye-Action-Zone münden!

Motorline.cc hatte die Gelegenheit, die auserwählten Strecken vorab und exklusiv mit Veranstalter Helmut Schöpf gemeinsam zu besichtigen. „Kommt’s euch das anschauen, ich glaub’, wir kriegen das ganz gut hin“, hatte Schöpf am Telefon gemeint. Eines vorweg: Es war die Untertreibung des Jahrzehnts. Ein kurzer Exkurs, bevor wir von „Little Finland im Wald4tel“ sprechen: Helmut Schöpf hat vor vier Jahren die Geschicke des früheren Veranstalters Hans Kellner übernommen – was nicht besonders leicht war. Schon im zweiten Jahr musste er nach Unstimmigkeiten mit der Stadt Waidhofen in ein neues Rallye-Zentrum ausweichen. In Horn empfing man den Rallye-Tross mit offenen Armen und nach einigen Anlaufschwierigkeiten zeigten sich auch die Zuseher und die Fahrer sehr zufrieden mit dem neuen Stützpunkt der Rallye. Der Ruf nach Schotter wollte aber nie so wirklich verhallen – und nachdem Schöpf mittlerweile überall mit offenen Armen empfangen wurde, konnte er über eine Rückkehr der Rallye auf die geschichtsträchtigen Pfade denken.

„Dieses Jahr ist einmal der vorsichtige Anfang“, erklärt der rührige Niederösterreicher, während er seinen geräumigen Van flott über die ersten Meter der zukünftigen SP „Galthof“ poltern lässt. „Wir haben insgesamt an die 50 Kilometer Schotterwege hier im Langauer Forst – doch wir nutzen heuer nur einen kleinen Teil davon. Schließlich müssen wir extrem dankbar sein, dass der Herr Graf, dem diese ganzen Privatwege gehören, seine Erlaubnis gegeben hat. So etwas ist nicht selbstverständlich und wir wollen diesen Vertrauensvorschuss nicht ausnutzen…“ So richtig zuhören tu’ ich dem Helmut nicht mehr. Zu fasziniert blicke ich aus der Frontscheibe, wo eine lang gezogene Schotter-Kurve mit der nächsten abwechselt, wo im dichten Mischwald breite und schmale Abzweige lauern, wo es reihenweise über Sprungkuppen und Bergauf- und Bergab-Passagen geht. Ich komme zwar gerade aus Finnland, bin aber anscheinend wieder dort – so schnell kann’s gehen!

„Helmut, das ist geil!“. „Ich weiß“, freut sich Schöpf mit einem diebischen Lächeln. „Was glaubst du, wenn die Fahrer das sehen…“ „Was glaubst du, wenn die Fans das sehen“ werfe ich ein. Doch „Mr. Waldviertel-Rallye“ hat schon den nächsten Trumpf in der Hinterhand. Wir fahren nach Schlag, einer kleinen Ortschaft wenige Kilometer außerhalb von Litschau. Besser gesagt erreichen wir Schlag direkt über die SP „Galthof“, die wir jetzt, nach 13 Kilometern endgültig absolviert haben. „Dort kommt das Zeitenservice hin, mit Videowall, Info-Tafel und Platzsprecher, außerdem ein Raum für die Presse. Da drüben ist der große Zuschauerparkplatz, da das Regrouping und dort, auf der anderen Seite des kleinen Teichs geht’s zum Start der SP „Zollhaus“. Und hinter dem Hügel, nur 50 Meter von da, ist das Ziel, dort steht noch ein großes VIP-Zelt!“ Helmut Schöpf hat ein sensationelles Rallye-Action-Zentrum geplant – etwas, das es in dieser Form in Österreich noch nicht gegeben hat. „Genial“, entfährt mir spontan. So genial, wie eben nur die 25. Ausgabe der Waldviertel-Rallye sein kann…

Übrigens: Für alle Fahrer bzw. Teams, die nicht bis zum Rallye-Termin Ende Oktober (27. bis 29.) warten wollen: Der MSV Litschau veranstaltet am 17. September einen Schotter-Testtag, bei dem man sich an das rollend-rutschige Geläuf im Norden Niederösterreichs gewöhnen kann. Informationen dazu sowie alle anderen wichtigen Infos finden sich auf der ständig aktuell gehaltenen Homepage www.waldviertel-rallye.at!

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