Rallye

Inhalt

ARC: Waldviertel-Rallyesprint

Evos sind gutmütig, außer...

...man überlastet sie. Diese Erfahrung mussten Martin Roßgatterer und Christian Kornherr beim Waldviertel Rallyesprint machen. Der „rasende Copilot“ beeindruckte nach der auf der SP durchgeführten Blitzreparatur durch seinen Co Andreas Thauerböck mit Spitzenzeiten. Seine eigenen Erwartungen übertraf Fabian Bartel-Huemer mit dem tollen zehnten Gesamtrang.

Fotos: Harald Illmer, Race Rent Austria

Für den bekannten Copiloten Martin Roßgatterer (fuhr die meisten Rallyes an der Seite von Gerald Rigler, saß aber auch schon neben Größen wie Andreas Aigner, Luca Waldherr, Gernot Zeiringer, Riccardo Holzer oder auch schon Race Rent Austria-Teamchef Wolfgang Schmollngruber höchstpersönlich) war es die vierte Rallye hinter dem Steuer eines Rallyeboliden. Dass Roßgatterer schnell ist, war also bereits bekannt...

Roßgatterer: „Rasender Co“ mit Evo-Bestzeiten

Dass er auch „nur“ ein Mensch ist, zeigte er auf SP1 des Waldviertel Rallyesprints: „Auf der ersten Sonderprüfung war ich natürlich etwas nervös, schließlich war das meine erste Schotterrallye und in Summe war es erst meine vierte Rallye hinter dem Steuer. Da habe ich dann prompt das Getriebe etwas zu sehr beansprucht, beim Schaltseil löste sich ein Teil - wir mussten auf der Prüfung stoppen und ich dachte bereits, dass die Rallye schon wieder zu Ende sei. Zum Glück jedoch ist mein Copilot (Andreas Thauerböck, Anmerkg.) ein gelernter Mechaniker und er konnte das binnen Minuten reparieren. Dass wir dann also doch noch die Prüfung zuendefahren konnten, habe ich nur ihm zu verdanken. Natürlich hat uns das viel Zeit gekostet, mehr als vier Minuten...“

Aufgeben wollten Martin Roßgatterer und Andreas Thauerböck freilich nicht - in der Folge markierten sie mehrmals die besten Gesamtzeiten eines Mitsubishi Evo: „Wir sind hier, um rallyezufahren. Man kann Trübsal blasen oder man versucht, das Beste daraus zu machen. Wir haben uns dazu entschlossen, den Rest der Rallye als Übung zu sehen und Kilometer zu sammeln. Für die zweite Prüfung hatten wir einen guten Aufschrieb - da ist uns dann gleich einmal die drittschnellste Gesamtzeit gelungen, was uns selber überrascht hat, da wir davon überzeugt waren, dass da noch Luft nach oben war und wir da und dort noch Verbesserungspotential haben. In dieser Tonart ist es dann auch weiter gegangen, es folgte noch eine viertschnellste Zeit. Am Nachmittag jedoch haben die Reifen nachgelassen, da haben wir aber nicht mehr in einen neuen Satz investiert.“

Doch der nächste Einsatz steht bereits fest: Martin Roßgatterer wird definitiv beim Mühlstein Rallyesprint wieder am Start stehen - kurz vor der Zielrampe versicherte er gegenüber Rallye Radio Noir: „Ich werde ganz sicher den Mühlstein Sprint fahren und natürlich wieder mit einem Evo von Race Rent Austria. Ich bin mit der Arbeit dieses Teams total zufrieden, Schmolli und seine Jungs machen einen super Job. Es macht so viel Spaß hinter dem Lenkrad - ich freue mich schon sehr auf unseren nächsten Einsatz.“

Ein positives Resümee konnte auch Fabian Bartel-Huemer (Mitsubishi Lancer Evo VII, Foto ganz oben) im Rahmen der Live-Stimmen via „Rallye Radio Noir“ ziehen - vor der erlösenden Zielrampe (zuletzt, beim Rallyesprint St. Veit, musste man schon früh aufgeben), erklärte der Jungpilot: „Es ist am Nachmittag immer besser gelaufen, wir konnten uns in den zweiten Durchgängen super steigern, jeweils um bis zu 15 Sekunden. Wenn es so weiterlaufen würde, wäre uns das Recht.“

Bartel-Huemer und sein Vater Andreas Bartel auf dem „heißen Sitz“ beendeten den Waldviertel Rallyesprint auf dem großartigen zehnten Gesamtrang und belegten in der Klasse Platz vier. Im Grunde war der Waldviertel Rallyesprint erst die vierte Rallye für das Sohn/Vater-Duo - kein Wunder also, dass Fabian jubelte: „Wir hatten durchaus hohe Erwartungen - aber so hoch waren sie eigentlich nicht. Mehr hätten wir uns wirklich nicht erträumen können.“

Andreas Bartel fügt hinzu: „Nächste Station ist dann Weiz - dort werden wir auf Asphalt fahren, was wieder neu für uns ist, da wir mit dem Auto noch nie auf Asphalt gefahren sind.

Christian Kornherr und seine deutsche Copilotin Sandra Mülller-Hauner pilotierten einen Mitsubishi Lancer Evo VI. Gleich auf der ersten Prüfung ließen die beiden mit der zehntschnellsten Gesamtzeit aufhorchen. Danach unterliefen Kornherr, der heuer bereits den deutschen Rallyesprint Trostberg gewinnen konnte, jedoch kleinere Schnitzer: “Das waren Ausrutscher, wobei einer schon riskant war: Da hatten wir auch einen ‚Steher‘ drinnen, wir sind rausgerutscht und erst zwei Zentimeter vor einem Baum zum Stehen gekommen - dabei ist der Motor abgestorben. Wir sind aber gleich wieder herausgekommen und konnten trotzdem noch die zwölftschnellste Zeit fahren. Ohne dieses ‚Hoppala‘ häten wir also eine sehr gute Zeit fahren können. Ansonsten hat es Spaß gemacht mit meiner neuen Beifahrerin. Wir sind halt in der Lernphase.“

Auf der sechsten Sonderprüfung war dann jedoch Schluss: „Da habe ich leider Gottes mutwillig eine Antriebswelle zerstört, indem ich die Kupplung schnalzen ließ. Das war ein Rechtsabzweig, zu dem wir ziemlich langsam hingerutscht sind. Da habe ich den Ersten eingelegt und es ihm gegeben - das war zwar geil, doch das hat er nicht überlebt.“

Schon im Vorjahr verzeichnete Christian Kornherr beim Waldviertel Rallyesprint einen spektakulären Abflug: Der Evo VI landete sogar auf dem Dach eines ebenfalls gestrandeten VW Käfer. Die nicht ganz ernst gemeinte Frage, wann sich das „arme Auto“ also wieder vor ihm fürchten müsse, beantwortet Christian Kornherr lachend: „Im Vergleich zu der Aktion mit dem Käfer ist die gerissene Antriebswelle ja ein Klacks dagegen. Ich denke aber, dass mich die Autos sehr wohl mögen - denn es gibt ja welche, die geritten werden wollen. Spaß beiseite: Wir werden unsere Performance steigern - nächstes Jahr wird es dann noch besser.“

In der laufenden Saison möchte Kornherr nur noch dem Show-Effekt frönen: „Wir wollen bei den Gruppe B-Legenden starten. Im Evo natürlich, über Race Rent Austria. Dann natürlich Admont, die Austrian Rallye Legends mit ihren tollen Prüfungen. Das sind die Veranstaltungen, die meinem Naturell eher entsprechen, wo es mehr um die Show und die Freude am Fahren geht.“

Drucken
Bericht Hochstöger Bericht Hochstöger Bericht Rigler Bericht Rigler

Ähnliche Themen:

02.03.2019
ARC: Schneerosenrallye

Warum Fehler auch einen positiven Aspekt haben können. Und: Warum Matthias Lechner im Rallyesport Freude findet - auch wenn er nicht "ums Leben" fährt...

02.04.2018
Oster-Rallye

Jörg Gronkowski und Richard Knapp konnten sich bei der schwierigen Oster-Rallye in Tiefenbach bewähren. Knapp/Böckl als bestes Auslandsduo.

20.03.2018
ORM: Rebenland

Bei der schwersten Rebenland-Rallye erreichten alle drei Teams die Zielrampe - Teamchef Schmollngruber von Michael Röck besonders beeindruckt...

ARC: Waldviertel-Rallyesprint

Siebter Dreier BMW 320d xDrive Sport Line - im Test

Der BMW 3er ist seit 1975 das meistverkaufte Modell der Marke. Was die siebte Auflage draufhat, sehen wir uns im Test des 320d mit 190 PS an.

Formel 1: News Stella: Rivalen übertreiben Reifenkritik

Die Konkurrenz schenkt den Reifen zu viel Aufmerksamkeit, behauptet McLarens Techniker; sein Team hält das Gesamtpaket für wichtig.

Bergrallye: Hofstätten Schagerls siebenter Streich des Jahres

Auch beim vorletzten Lauf der Saison 2019 hieß der Tagessieger Karl Schagerl aus Purgstall in Niederösterreich im VW Golf TFSI-R.

Stadt-Flitzer Kymco New People S 125i ABS - im Test

Passt mit seinen kompakten Ausmaßen perfekt in die Stadt: der Kymco New People S 125i ABS. Wir testen den wendigen Achtelliter-Scooter mit 11 PS.