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ARC: Perger Mühlstein-Rallye

Race Rent Austria: Alle im Ziel

Race Rent Austria konnte bei der Perger Mühlsteinrallye alle sieben Autos ins Ziel bringen. Bestes Team: Kornherr/Steinbauer auf Platz neun.

Fotos: Harald Illmer, Race Rent Austria

Sieben Autos wurden von Race Rent Austria bei der Perger Mühlsteinrallye zum Einsatz gebracht - alle sieben Teams kamen ins Ziel. Teamchef Wolfgang Schmollngruber zeigt sich erfreut: "Da können wir stolz auf unsere Fahrer aber auch auf unser Team sein - denn leicht war diese Rallye ganz sicher nicht."

Kornherr/Steinbauer: "Widerwillig" auf Platz neun

Christian Kornherr wollte eigentlich gar nicht im Feld, sondern als Vorausauto starten - doch weil schon alle Slots vergeben waren, nahm er die "Herausforderung" eher widerwillig an, denn: "Ich sehe mich eigentlich als Drifter, der den Zuschauern eine Freude bereiten will. Eigentlich bin ich kein Speedfahrer."

Wenn dann aber einmal eine Startnummer am Auto klebt, will es Christian Kornherr dann offenbar doch wissen - wobei sein Copilot Roman Steinbauer auf der ersten Sonderprüpfung nicht zu beneiden war, denn Kornherr gibt ganz offen zu: "Ich habe die erste Prüfung richtig verschissen. Am Start ist mir der Motor abgestorben, dann habe ich mich gedreht und schließlich wären wir beinahe beim Bauern im Garten gelandet..."

Auf SP2 gelang dem Duo Kornherr/Steibauer die zehntschnellste Zeit, auf SP3 gar die siebtschnellste: "Und das, obwohl ich einen Kilometer vor dem Ziel einen Stein erwischt habe und wir einen Plattfuß hatten."

Weil SP4 wegen des Wolkenbruchs ab Daniel Fischer neutralisiert wurde, erhielten die Teams danach eine nominale Zeit.

Doch am Ende landeten Christian Kornherr und Roman Steinbauer als bestes Race Rent Austria-Team auf Platz neun - jetzt wird Kornherr auch bei der Rallye Weiz im Feld starten: "Es ist gut gelaufen und ich werde es daher auch in Weiz probieren. Auch dort war kein Platz mehr im Vorausautofeld, da hätte ich Taxifahrten machen müssen, doch das bringt mir nichts. Ich muss lernen - vor allem Schrieb lernen, denn fahren kann ich ja halbwegs." Christian Kornherr - offenbar ein Meister des Understatements...

Bartel-Huemer/Gallistl: Sparen für 2020

Fabian Bartel-Huemer war mit den ersten beiden Prüfungen gar nicht zufrieden: "Eventuell habe ich die falsche Reifenwahl getroffen. Der Reifen an sich liegt mir - doch weil die Polizei auf der Verbindungsstrecke so streng kontrolliert hat, konnte man dort die Reifen nicht anständig aufwärmen."

Auf SP3 hat Bartel-Huemer den Reifen wie gewünscht auf Temperatur bekommen und fuhr die 13.schnellste Zeit, auf SP4 kam er direkt zum Handkuss: "Es war sehr tricky. Eine halbe Minute vor dem Start kam der Schüttregen, die Scheiben sind angelaufen - ich bin im Blindflug losgefahren und habe in der ersten Kurve schon nicht mehr gewusst, wie ich das Lenkrad einschlagen soll. Stefan Fritz hatte dann einen Unfall und es wurde abgebrochen - was sicher die vernünftigere Entscheidung war, denn wir sind alle auf Slicks unterwegs gewesen."

Weil Fabian Bartel-Huemer bereits mit einem Auge auf die kommende Saison schaut, lässt er die Rallye Weiz wohl aus. Schließlich ist für 2020 ein Projekt mit einem der neuen Prototypen geplant. Daher wird überlegt, bei der Herbstrallye Dobersberg einen Testlauf mit dem neuen Auto vorzunehmen...

Für Martin Attwenger, wieder mit Angelika Letz unterwegs, lief es diesmal ganz und gar nicht wunschgemäß. Attwenger erzählt: "Ich war top motiviert - aber auf der ersten Prüfgung habe ich wieder einmal nicht in meinen Rhythmus gefunden. Auf der nächsten SP war ich zufrieden."

Am Nachmittag wurde zweimal jener Rundkurs in Schwertberg absolviert, für den Attwenger mit seiner Fensterfirma Att.mo als Namensgeber fungierte. Nachvollziehbar, dass er sich dort besonders ins Zeug legen wollte: "Wir lagen auf Platz drei der C3-Wertungsklasse und ich dachte, da könnte noch was gehen. Doch dann habe ich viele Schnitzer eingebaut und ein Ausflug in die Wiese hat uns rund 20 Sekunden gekostet. Da habe ich gelernt, dass es mit der Brechstange nicht funktioniert."

Beim zweiten Durchlauf hat Attwenger bereits den Gang eingelegt, als der Abbruch mittels roter Flagge kam. Mit der Lösung der nominalen Zeit und vor allem den Folgen zeigt er sich gar nicht einverstanden: "Weil die historischen Autos noch keinen Regen hatten, rutschten wir ab auf Platz fünf der Wertungsklasse - diese zwei Plätze habe ich völlig unverschuldet verloren. Das wirkt sich ja auch auf die Tabelle der Austrian Rallye Challenge aus. Meine Lösung wäre, dass die historischen Fahrzeuge halt nicht voraus fahren oder dass man sie nicht in der ARC wertet."

Attwenger fügt hinzu: "Ich bin nicht sauer - nur etwas betrübt. Ansonsten ist das Konzept der Challenge ja sehr gut und die Rallye war super organisiert, die Prüfungen waren ein Hit. Das Auto hat ebenfalls super gepasst und vor Weiz werde ich nochmal alles revidieren."

Leitner/Kiesenhofer: Top 10 nicht mehr weit entfernt

Von seinem 14. Platz zeigte sich Rudolf Leitner sehr überrascht - offenbar spielten verschiedene Faktoren eine Rolle: "Zum einen hat es mir beim Schrieb sehr geholfen, dass ich zuletzt mit Christoph Wögerer fahren konnte. Dann habe ich jetzt ein Dogbox-Getriebe im Auto und schließlich haben wir erstmals neue Reifen verwendet. Und was noch dazu kommt: In der Firma bin ich nun im Kopf frei, denn zuletzt war ein guter Mann sehr lange im Krankenstand - bei dieser Rallye hat endlich niemand angerufen."

Freudig schließt Leitner: "Naja, jetzt sind die Top 10 nicht mehr in weiter Ferne." Nächster Einsatz wird die Niederbayern-Rallye sein.

Müller/Turecek: Zu kurz

Für Stefan Mülller war die Rallye suboptimal: "Die erste Prüfung war schrecklich, ich bin in keinen Rhythmus gekommen. Auf SP2 haben wir uns in der dritten Kurve fast verabschiedet, sind über die Böschung raus und haben uns beinahe überschlagen. Dann war so viel Dreck auf den Reifen, dass wir dachten, wir hätten einen Reifenschaden, wir wolten schon anhalten um Reifen zu wechseln, sind dann aber langsam über die restliche Prüfung gefahren, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre..."

Auf der dritten Prüfung hatten Stefan Müller und Alexander Turecek dann einen realen Plattfuß, SP4 wurde bekanntlich abgebrochen. Ein gutes Ergebnis war somit unmöglich. Müller: "Es war eine extrem kurze Rallye - ich finde die langen Veranstaltungen netter. Aber Alex hat gut angesagt, das war perfekt. Unser nächster Einsatz wird die Niederösterreich-Rallye sein."

Bachmayer/Hauer: Schulungsfahrt

Harald Bachmayer unternahm eine "Schulungsfahrt" der besonderen Art - der passionierte Pfeifenraucher fuhr mit Daniel Hauer, der zum ersten Mal auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte. Ziel: Hauer soll künftig für Michael Denk aus dem Gebetsbuch lesen. Bachmayer: "Daniel hat den Job sehr gut erledigt - die Schulungsfahrt war also positiv."

Mit dem bewährten Christoph Wögerer fuhr Alexander Schmollngruber seine erste Rallye nach vier Jahren. Alex gibt offen zu: "Nach vier Jahren Pause war das Erstellen des Schriebs das Schwierigste. Aber da hat mir Christoph sehr geholfen."

Auf der ersten SP sei er "zu verhalten" gefahren, auf SP2 war er gleich um 13 Sekunden schneller als im ersten Durchgang. Auf SP3 belegte er Platz 12 - "zeitgleich mit Steinbock im R5", wie er sagt.

Sein Resümee: "Das Auto hat keine Kratzer, es gab keine Hoppalas. Das Auto lief perfekt, an das sequentielle Getriebe habe ich mich sofort gewöhnt. Vielleicht kann ich ja heuer noch einen ÖRM-Lauf fahren, den ich zur Hälfte vom selben Gönnner, der mir diese Rallye finanziert hatte, bereits zugesagt bekam. Bei einem ÖRM-Lauf fährt man einfach mehr Kilometer."

Der Hintergrund: Um selbst fahren zu können, muss auch der Sohn von Wolfgang Schmollngruber Sponsoren finden: "Sonst hätte ich ja auch nicht vier Jahre warten müssen. Unser Geschäft ist mit viel Arbeit verbunden - man muss sich den Erfolg hart erarbeiten und es ist nicht einfach, Sponsoren zu finden. Vielleicht finde ich noch jemanden, der mir die zweite Hälfte des angesprochenen ÖRM-Laufs finanziert.."

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