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ARC: Rally Vipavska dolina

Comeback von Gottfried Kogler: Als Dreirad-Escort im slowenischen Eisregen

Ein stürmisches Comeback gab Gottfried Kogler als Rallyepilot - im historischen Ford Escort RS2000 wurde er bei der Rallye Vipavska Dolina nach gutem Start eines von vielen Opfern der Wetterkapriolen - inklusive Sturm und Eisregen. Dafür kam Peter Schöller ins Ziel. Den Einsatz leitete erstmals Michael Kogler - der jedoch schon in St. Veit ein Comeback als Pilot feiern wird.

Fotos: Unior Rallye Team Austria

Beim "Familienausflug" der Austrian Rallye Challenge im Rahmen der slowenischen Rallye Vipavska Dolina brachte MIG Austria zwei Ford Escort RS2000 an den Start - pilotiert wurden die bildhübschen historischen Boliden von Gottfried Kogler und seiner französischen Copilotin Sophie Cornu sowie vom deutschen Piloten Peter Schöller und seiner Copilotin Gabi Ölsinger.

Gottfried Kogler, der erstmals seit einigen Jahren wieder ein Comeback wagte, zeigte sich von der Rallye schwer beeindruckt: "Die war wahnsinnig gut besetzt, es sind 104 Teams an den Start gegangen. Die Sonderprüfungen sind zudem extrem anspruchsvoll - es handelt sich ja durch die Bank um Strecken der früheren Saturnus-Rallye." Dabei kam Gottfried auch an jener Stelle vorbei, an der er 1991 bei seinem einzigen Einsatz als Copilot, an der Seite von Kris Rosenberger, einen schweren Abflug verzeichnete: "Als Copilot habe ich diese Passage gehasst - wir sind diesmal viermal dort vorbeigefahren. Lustig: Als Fahrer liebe ich diese Stelle."

Was Gottfried schmunzeln ließ: "Der Veranstalter hat uns bei der Startnummernvergabe offenbar sehr stark eingeschätzt, da wir mit Nr. 57 an den Start gingen, während die anderen historischen Teams erst ab Nummer 90 drankamen - er hat erzählt, dass er bei jedem Fahrer im Internet recherchiert, auch auf der wunderbaren ewrc-Website, die sämtliche Ergebnisse eines Piloten auflistet."

Dabei hat er auch jenes legendäre Video entdeckt, in dem Kogler wegen eines steckenden Retourgangs in eben diesem durch Maribor fährt, um noch rechtzeitig die Zeitkontrolle zu erreichen. Gottfried lacht: "Da hat er gesehen, dass ich niemals aufgebe." (siehe Video oben)

"Autofahren nicht verlernt"

Auf einem Stadtrundkurs wurde die Rallye am Freitagabend eingeläutet. Dort zeigte sich Gottfried schwer erleichtert: "Ich konnte zeigen, dass ich das Autofahren noch nicht verlernt habe. Wir waren nur um 1,5 Sekunden langsamer als Hans Georg Lindner auf einem baugleichen Escort. Lindner ist ein anerkannt schneller junger Pilot - da gingen wir also sehr zuversichtlich zu Bett."

Am Samstagmorgen jedoch kam das "böse Erwachen" - der "Wettergott" meinte es ganz offensichtlich gar nicht gut mit Gottfried Kogler und Sophie Cornu: "Am Start der Rallye war es noch staubtrocken - doch als wir beim Start der SP2 angelangt sind, setzte ein heftiger Eisregen ein. Wir sind auf den Slicks nur herumgerutscht, mussten zum Teil im Schritttempo fahren. So sehr ich den Escort liebe - im Eisregen mit den breiten Reifen war es furchtbar! Jedes Mal, wenn ich auf das Gaspedal gestiegen bin, kam das Heck. Es war wie auf einer Eisbahn." Zudem war das Wetter wechselhaft - die ehrenhafte niedrige Startnumnmer erwies sich nun als schwerer Nachteil: "Es gab völlig unterschiedliche Zeiten, wir befanden uns in einem Pulk, wo es nur Sturm und Eisregen gab. Da war ich schon sehr niedergeschlagen und enttäuscht."

Auf der dritten Prüfung wurde die SP wegen Überschlägen direkt vor Kogler neutralisiert: "Es gab sehr viele Unfälle bei diesen Bedingungen. So kamen auch nur 70 von den 104 Teams ins Ziel." Das Duo Kogler/Cornu war leider nicht dabei: "Vor der vierten SP habe ich bemerkt, dass die Räder seltsam eiern. Wir sind trotzdem losgefahren - nach zwei Drittel sagte ich zu Sophie: 'Wir haben einen Plattfuß!'. In Wahrheit jedoch sind wir auf der Bremsscheibe gefahren. Ich habe Sophie gefragt: 'Wie weit ist es noch ins Ziel?' Sie sagte: 'Noch eine Seite im Aufschrieb!' So sind wir auf der Bremsscheibe ins Ziel gefahren."

Einsatzleiter Michael Kogler: "Papa, gib auf!"

Dort wartete bereits Sohn Michael Kogler, der seine Premiere als Einsatzleiter im Kogler-Team gab. Gottfried erzählt: "Michael sagte: 'Du kannst nicht weiterfahren, dir fehlt links hinten eine Bremsscheibe!' Doch wer mich kennt, der weiß, dass ich niemals aufgeben möchte und so sagte ich: 'Ist doch egal - ich habe ja noch drei andere Bremsscheiben!' Michael fuhr auf der Verbindungsstrecke hinter uns - schließlich sagte er: 'Papa, gib auf - das ist zu gefährlich!' Schlussendlich hat dann doch die Vernunft gesiegt und wir haben abgestellt."

Vom Premiereneinsatz seines Sohnes als Einsatzleiter zeigt sich Gottfried angetan: "Hut ab! Er hat sich sehr angestrengt und unsere Einsätze top koordiniert. Zudem hat er, wie ich das auch immer tue, auch mit angepackt und unsere Mechaniker unterstützt."

Schöller/Ölsinger auf Platz vier der AHRC

Der fleißige Einsatz wurde schlussendlich auch belohnt: Peter Schöller und Gabi Ölsinger konnten bei den schwierigen Bedingungen das Ziel erreichen - in der Austrian Historic Rallye Challenge belegte das Duo den guten vierten Platz, in der ARC-Gesamtwertung landete man auf Platz sieben.

Michael Kogler wird übrigens schon beim Rallyesprint St. Veit in drei Wochen wieder als Fahrer an den Start gehen - gemeinsam mit Andre Kachel wird er ein Top-Auto aus dem Hause Race Rent Austria pilotieren. Und auch die beiden MIG Austria-Ford Escort RS2000 werden in St. Veit wieder für heiße Action sorgen.

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