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DRM: Sulinger Land Ruben Zeltner im Porsche 911 GT3

"Panzerplatte light" in Niedersachsen

Anspruchsvolle Strecken bei der Rallye Sulinger Land – Ruben Zeltner greift im Porsche nach der Meisterschaftsführung in der DRM.

Fotos:ADAC/DRM

Beim vierten Lauf der Deutschen Rallyemeisterschaft erwartet die Fans eine besonders anspruchsvolle sportliche Herausforderung. Das Herzstück der 28. Rallye Sulinger Land (2. Mai 2015) sind die Prüfungen auf dem IVG-Gelände. In diesem ehemaligen Militärdepot sind drei Sonderprüfungen mit gut 60 der insgesamt 130,8 Bestzeitkilometer zu absolvieren. Die verschlungenen, teilweise extrem engen Asphaltpisten nötigen selbst den besten Piloten im Feld gehörigen Respekt ab.

Vorjahressieger Ruben Zeltner (Porsche 911 GT3) etwa spricht von einem "Rallye-Irrgarten": "Alles sieht dort gleich aus; da ist es schwer, sich zu orientieren." Peter Corazza (Mitsubishi Lancer R4) nennt diese Prüfungen vor seiner Premiere in Sulingen respektvoll die "Nordschleife des Rallyesports". Da die beiden DRM-Führenden Fabian Kreim und Mark Wallenwein in ihren Škoda Fabia S2000 in Sulingen nicht antreten, kann der amtierende Meister Zeltner hier die Gesamtführung übernehmen. Der Start der kompakten Rallye erfolgt am Samstag Morgen um 8 Uhr in Sulingen, wo die Teams gegen 19 Uhr auch über die Zielrampe rollen werden.

Das IVG-Gelände gilt unter den Teams als das Wahrzeichen der Rallye im Sulinger Land. Die engen Strecken im ehemaligen Militärdepot mit ihren scharfkantigen Bordsteinen haben schon so manche Sieghoffnung zerplatzen lassen. Gleich drei Mal muss die 20 Kilometer lange Prüfung in dem waldigen Wegelabyrinth absolviert werden. "Auf der einen Seite ist das eine der besten und schwierigsten Prüfungen in Deutschland. Auf der anderen Seite ist es nicht unbedingt das ideale Geläuf für einen Porsche", erläutert Ruben Zeltner und ergänzt: "Dennoch: Ich freu mich sehr auf diese Herausforderung und finde es toll, dass wir diese WP gleich drei Mal fahren." Mit Blick auf den Meisterschaftsstand bleibt der amtierende DRM-Champion gewohnt zurückhaltend: "Darüber, dass Fabian [Kreim] und Mark [Wallenwein] nicht starten, und ich so die Führung übernehmen könnte, denke ich jetzt noch nicht nach. Wir stehen erst am Anfang der Meisterschaft. Deswegen konzentriere ich mich auf mich selbst und versuche, das Maximum herauszuholen."

Der Sachse Peter Corazza tritt beim vierten Lauf der Saison wieder gemeinsam mit dem Saarländer Jörn Limbach im R4-Lancer an. Vor seiner Premiere in Sulingen ist er motiviert: "Für uns war der Saisonstart in Hessen genial. Vor allem, dass wir als Drittschnellste auf der Powerstage einen Punkt mitgenommen haben, hat uns riesig gefreut." Mit Blick auf die neue Aufgabe ergänzt er: "Die Geschichten vom IVG-Gelände klingen alle sehr spannend. Wir werden sie erst einmal etwas defensiv angehen, da wir auf jeden Fall eifrig Punkte sammeln wollen."

Auch für Frank Färber und Co-Pilot Peter Schaaf steht in Sulingen das Punktesammeln ganz oben auf der Wunschliste. "Nach zwei Ausfällen in Folge gehen wir jetzt wieder mit dem Peugeot 207 S2000 und einem neuen Antriebsaggregat an den Start", berichtet Färber. "Das IVG-Gelände kenne ich bislang nur vom Hörensagen. Das ist sicherlich kein Vorteil." Auch Nico Leschhorn und Josy Beinke wollen möglichst viele Zähler mitnehmen, und sich in der Tabelle weiter nach vorne arbeiten. Derzeit können sie im Premierenjahr mit dem Peugeot 207 S2000 durchaus zufrieden sein, denn sie rangieren aktuell auf dem fünften Tabellenplatz.

Auch im Rallye Masters dürfte es größere Verschiebungen in der Tabelle geben. In Abwesenheit von Tabellenführer Carsten Mohe haben die später eingestiegenen Verfolger große Chancen, Boden gutzumachen. Sie werden angeführt vom Tabellenzweiten Johannes Dambach, der im Suzuki Swift die Division 6 klar anführt. In dieser Division für die kleinsten Fahrzeuge des Masters-Feldes bekommt er es wieder mit den Teilnehmern der Citroën Racing Trophy mit ihren DS3 R1 zu tun. Auch für Timo Grätsch (BMW M3), der im vergangenen Jahr hier auf den zehnten Gesamtrang gefahren ist, und Raphael Ramonat (Mitsubishi Lancer) gibt es im Sulinger Land die Chance, sich in der Tabelle weiter nach vorne zu schieben.

Zu den Favoriten auf die Podiumsplatzierungen im Sulinger Land zählt der Bayer Hermann Gaßner (Mitsubishi Lancer). Der Blick des vierfachen deutschen Rallyemeisters und zweifachen Sieger des Rallye Masters gilt jedoch vor allem dem Kampf in der Division 2, denn im Rallye Masters werden Punkte nur in den Divisionen vergeben. Er hat gute Erinnerungen an das IVG-Gelände. "Das ist sicher die beste Prüfung der Rallye, es ist nur ausgesprochen schlecht, wenn man sich hier in der Reifenwahl vergreift oder sich einen Plattfuß einhandelt", so der Routinier. "Dann kann aus dem Segen dieser genialen Prüfung ganz schnell ein Fluch werden."

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