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DRM: Hessen-Rallye

Riedemann gewinnt im Vogelsberg

Spannung durch Witterungsbedingungen bei der Hessen-Rallye: Peugeot-Pilot Christian Riedemann gewinnt, Skoda-Youngster Fabian Kreim muss vorzeitig aufgeben - 2WD-Wertung: Mohe übernimmt Führung.

Fotos: ADAC Motorsport

Hochspannung im Vogelsberg: Die Hessen Rallye Vogelsberg (15.-16. April 2016), der zweite von zehn gemeinsamen Läufen zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) und dem Rallye Masters, bot mit anspruchsvollen Sonderprüfungen (SP) und extrem wechselhaften Witterungsbedingungen dazu alle Voraussetzungen. Christian Riedemann und seine belgische Co-Pilotin Lara Vanneste fuhren im Peugeot 208 T16 R5 zum ersten DRM-Sieg. Die Sieger vom Saisonstart, Fabian Kreim / Frank Christian mussten ihren Skoda Fabia R5 in Führung liegend nach einem Kühlerschaden abstellen. Mit Dominik Dinkel und dem Belgier Yannik Neuville kämpften zwei weitere Youngster in ihren Skoda Fabia S2000 um die Podestplätze. Dinkel sicherte sich Rang zwei, nach einem zeitraubenden Ausrutscher Neuvilles ging der dritte Gesamtrang an Rene Mandel / Denis Zenz im Ford Fiesta R5. Mit seinem Sieg übernahm Riedemann (39 Punkte) auch die DRM-Führung vor Dinkel (33) und Kreim (27).

Vom Start weg ging Auftaktsieger Kreim in Führung und gewann die Freitagsetappe. Doch die Verfolger saßen ihm im Nacken, teilweise war Riedemann nur den Hauch von 0,1 Sekunden langsamer. Insgesamt teilten sich fünf Piloten die Bestzeiten auf den elf SP. Je viermal lagen Kreim und Riedemann vorn, je einmal wurden Neuville, Dinkel und Mandel als Schnellste notiert. Das Aus für Kreim kam am frühen Samstagmorgen, strömender Regen machte die Sonderprüfungen extrem rutschig: "In der ersten Prüfung hab ich kleinere Fehler gemacht und dabei den Kühler unseres Skoda Fabia R5 beschädigt. Wir haben alles versucht, ihn abzudichten, mussten dann aber aufgeben, um durch die hohen Motortemperaturen keinen Folgeschaden zu riskieren." Mit Blick auf die weitere Saison gibt sich der Youngster im Fabia von Skoda Auto Deutschland zuversichtlich, "noch ist nichts verloren, jetzt gilt nur noch volle Attacke."

Sichtlich enttäuscht war auch der Belgier Yannik Neuville. Er kämpfte mit Dinkel um Rang zwei und rutschte dann in der vorletzten Prüfung von der Strecke: "Ein blöder kleiner Fehler mit großer Wirkung. Ich habe eine Kurve zu spät erwischt, bin in den Graben gerutscht und kam aus eigener Kraft nicht mehr frei. Die Zuschauer haben mich dann herausgeschoben, aber die gut fünf Minuten Zeitverlust warfen mich weit zurück." Unter den schiebenden Fans waren auch sein Vater und sein Bruder Thierry Neuville, der Hyundai-WM-Pilot.

Strahlende Gesichter gab es dagegen bei den Siegern im Team von Peugeot Deutschland/Romo Motorsport. "Schade dass Fabian (Kreim) hier ausgefallen ist, gerne hätte ich den Vergleich mit ihm bis ins Ziel weitergeführt", sagte Riedemann. "Wir haben bewiesen, dass wir den Speed auch unter den schwierigen Bedingungen mitgehen können, hier war es mindestens genau so rutschig wie im Saarland, es fehlte nur der Schnee." Der Deutsche weiter: "Natürlich treten wir an, um zu gewinnen, aber so früh habe ich bei diesem neuen Projekt nicht damit gerechnet. Danke an alle, die das ermöglicht haben. Jetzt freue ich noch mehr auf mein Heimspiel in drei Wochen."

Eine überzeugende Leistung bot auch Youngster Dominik Dinkel. Souverän fuhr er seinen Skoda Fabia S2000 auf Rang zwei, der zwischenzeitliche Ärger über eine falsche Reifenwahl war schnell verfolgen. "Schon wieder ein Podestrang, das ist einfach perfekt", strahlte er im Ziel, "das war eine sehr anspruchsvolle Rallye, ich habe hier viel gelernt." Mit der Bestzeit auf der letzten Prüfung, und damit auch den drei Zusatzpunkten für die Powerstage, schob sich René Mandel bei seinem ersten DRM-Lauf im Ford Fiesta R5 noch auf den dritten Platz. "Das ist der Wahnsinn", freute sich der Autocross-Europameister von 2014, "für mich und das gesamte Team ist der Rallyesport absolut neu, da muss ich mich noch an einiges gewöhnen."

In der 2WD-Wertung für Fahrzeuge mit nur einer angetriebenen Achse gab es einen spannenden Kampf zwischen Carsten Mohe im Renault Clio R3T und Patrick Pusch im Citroen DS3 R3T. Zur Halbzeit konnte sich Mohe absetzten, gegen Ende musste Pusch nach einem Ausrutscher mit einem beschädigten Kühler ganz aufgeben. "Nach der Info, dass Patrick (Pusch) raus ist, habe ich natürlich das Tempo etwas herausgenommen", so Mohe, "das war aber auch nicht einfach, prompt habe ich mich verbremst und bin leicht von der Strecke gerutscht." Mit dem Sieg im hessischen Vogelsberg schob sich Mohe nach zwei Läufen deutlich an die Spitze der Zwischenwertung. Einen gelungenen Einstand in die 2WD-Wertung feierte auch Hermann Gaßner junior mit Rang zwei im Toyota GT86.

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