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„Rostiger“ Neubauer kommt auf Speed - Landa brilliert in 2WD
Foto: Daniel Fessl

Mikulas-Rallye: „Rostiger“ Neubauer kommt auf Speed - Landa brilliert in 2WD

Hermann Neubauer musste sich auf dem selektiven Mikulas-Schotter erst wieder eingroven - Nikolai Landa fuhr sensationell, nur Ex-JWRC-Vize Koci war schneller...

Noir Trawniczek

Das Coronaviruskrisenjahr brachte Österreichs Rallyeszene - neben keinen Rallyes - die Wiedererlangung der nicht ganz neuen Erkenntnis „Dem Rallyefahrer hilft vor allem eines: Rallyes fahren!“. Und so haben einige Wenige dieses seltsame Jahr 2020 dazu genützt, im Ausland Kilometer abzuspulen und dabei wertvolle Erfahrungen zu machen. Der Umklehrschluss der erwähnten Erkenntnis wiederum besagt, dass ein Jahr Pause sich schon mal nachteilig auswirkt...

Vor allem, wenn selektive Schotterprüfungen auf dem Programm stehen, wie das am Wochenende bei der ungarischen Mikulas-Rallye der Fall war. Für Hermann Neubauer (ZM Racing Ford Fiesta Rally2/Copilot Bernhard Ettel) war es die erste Schotterrallye seit über einem Jahr, entsprechend verhalten sei er auf SP1 unterwegs gewesen, konnte sich dann jedoch sukzessive steigern, ehe er auf SP5 mit der zweitschnellsten Zeit, lediglich 1,3 Sekunden hinter Lokalmatador und Rallyesieger Frigyes Turan (VW Polo GTi Rally2) glänzen konnte. Auf SP6 jedoch würgte Neubauer das Auto am Start ab („Wahrscheinlich zu wenig Launch Control eingestellt - ich konnte den Motor dann auch nicht gleich wieder starten und verlor so rund zehn Sekunden“), auf der abschließenden SP7 passierte folgendes Malheur: „Ich habe mich in einem Abzweig verbremst und fuhr durch einen Busch - das wäre noch kein Problem gewesen, doch es kam ein Schranken und der war zu. So haben wir insgesamt 26 Sekunden eingebüßt.“ Ohne die Zeiteinbußen von gesamt 36 Sekunden wäre Neubauer auf Platz fünf statt Platz acht gelandet. Wobei es seine erste Mikulas-Rallye war, sie löste Begeisterung aus: „Du hast großartige Sprünge, blinde Ecken, schnelle, aufregende Passagen - eine tolle Rallye!“

Kevin Raith pilotierte den zweiten ZM FiestaR5, seine Aufgabe, eine Zielankunft, erfüllte der Jungpilot. Hermann Neubauer: „Er ist gut gefahren, wenn man bedenkt dass er vom ersten Meter an nichts riskieren wollte. Einmal hatte er Pech und musste rund sieben Kilometer hinter einem Langsameren herfahren, einmal hat er sich verbremst und 15 Sekunden verbrachte er auf einem Erdhügel stehend. Wichtig war, dass er möglichst viele Kilometer abspult und es freut mich, dass er bei uns im Team ist.“

Ins Ziel kommen war auch die Mission von Franz Kollitsch - der von Sigi Schwarz navigierte „Alt-Rookie“ konnte auf der letzten SP mit Platz 29 seine beste Platzierung erzielen und landete gesamt auf Platz 41. Martin Gattringer und Kerstin Schwaiger belegten im Lada Platz 45.

Wie sehr es auf jeden einzelnen Kilometer ankommt, war in der 2WD zu sehen: Denn dort überraschte der heuer fleißig gefahrene Jungpilot Nikolai Landa (Drift Company Fiesta Rally4/Co Günter Landa) nicht nur Luca Waldherr (Co Claudia Dorfbauer) im WMS Fiesta, sondern auch die ungarischen Jungfahrer. War man nach SP1 noch verdutzt darüber, dass Landa nur 1,1 Sekunden auf den 2WD-Staatsmeister 2018 fehlten, war Landa auf SP2 sogar 0,2 Sekunden schneller als Waldherr, der auf SP4 (SP3 wurde annuliert) „50 Meter im Gemüse“ landete - „ein richtiger Abflug“, der Landa weitere sechs Sekunden Vorsprung bescherte. Solchermaßen motiviert brannte Waldherr auf SP5 die Bestzeit in den Schotter, auf SP6 habe er nachgelassen, um auf SP7 „volle Attacke“ auszurufen, doch den Schlussangriff vereitelte die Technik: „Zur Hälfte der SP7 lagen wir 17 Sekunden vor Nikolai - doch dann haben sich nacheinander die Gänge verabschiedet, auf den letzten fünf Kilometern hatten wir nur noch den fünften und den ersten Gang.“ Waldherr fügt hnzu: „Ich bin enttäuscht über unser Abschneiden und möchte keinesfalls die Leistung von Nikolai schmälern - er ist wirklich gut gefahren, das bestätigt auch das Ergebnis der 2WD.“ Das Ergebnis der 2WD bzw. RC4 ist wahrlich eine Sensation: Lediglich dem 27-jährigen JWRC-Vizemeister 2016. Martin Koci ließ das Duo Landa den Vortritt, Waldherr landete auf Platz drei - dahinter acht lokale RC4-Größen. Das Schlusswort hat Nikolai Landa: „Die Rallye war verdammt hart und der Fight mit Luca Waldherr war ein Wahnsinn. Einmal waren wir ein paar Sekunden schneller und dann er wieder. Ein richtiger Sekundenfight. Schade, dass ich den Zweikampf durch einen technischen Defekt vom Luca für mich entscheiden hab können. Aber es ist schön zu sehen dass unsere harte Arbeit Früchte trägt. Nur 20 Sekunden hinter einem Vizejuniorenweltmeister zu sein macht einen stolz. Wir freuen uns sehr auf nächstes Jahr und hoffen euch 2021 auf einen spannenden Kampf mit Luca!“

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