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Rallye-ÖM: Jänner-Rallye

Wagenheber kostete Meisterschaftsführung

Lange Zeit liegt Franz Schulz an der Spitze der Formel-2-Wertung, ein defekter Wagenheber und die daraus indirekt resultierende Zeitstrafe werfen ihn aber auf Rang zwei zurück.

Es hätte nicht viel gefehlt und Franz Schulz hätte zum erstenmal in seiner Karriere die Staatsmeisterschaftsführung in der Formel 2, sprich der Gruppe N bis 2.000 ccm Hubraum, übernommen.

Bei der leider gar nicht winterlichen IQ-Jänner-Rallye im Mühlviertel herrschten trotzdem ausgesprochen schwierige, weil ungemein rutschige Bedingungen, bedingt durch nächtlichen Regen, Tonnen von Streusplitt, tlw. verschlammten Straßen und schließlich noch starken Nebel am Morgen und Abend.

Franz Schulz hatte mit seinem Aushilfs-Co-Piloten Marko Papic, der übrigens seine Sache ganz ausgezeichnet machte, offenbar genau die richtige Taktik gewählt, nämlich angesichts des enormen Tempos, das der Kärntner Heinz Jakobitsch vorlegte, einmal eine abwartende Haltung einzunehmen.

Nicht lange nach Einbruch der Dunkelheit am Abend der 1. Etappe übernahm der Präsident des MSK Mödling dann auch prompt die Führung, da sein Peugeot-Kollege mehrmals Auslaufzonen und schlammige Wiesen aufsuchte und binnen zweier Sonderprüfungen über 1:30 min. einbüßte.

Ein kleiner Konzentrations-Fehler kostete Schulz letztendlich den Sieg. In der vorletzten Kurve der vorletzten Sonderprüfungen rutschte er mit der rechten Seite in einen Graben, was kaum Zeit kostete, aber die rechte vordere Felge war verbogen, der Reifen ohne Luft, und der rechte Hinterreifen verlor ebenfalls langsam aber stetig Luft.

Auf der Verbindungsetappe vor der letzten Sonderprüfung des Tages wollte man dann das Reserverad montieren, als mitten in der Arbeit der Wagenheber versagte.

In stockdunkler Nacht versuchte das Team verzweifelt, das Gerät wieder funktionstüchtig zu machen, aber die Uhr tickte unbarmherzig weiter und als man sich endlich wieder auf den Weg machen konnte, war so viel Zeit vergangen, daß man an der nächsten Zeitkontrolle die erlaubte Zeit um 6 min. überschritten hatte, was 60 Strafsekunden nach sich zog. Am Samstag gelang es dann bei allem Bemühen nicht mehr, dieses Defizit auszugleichen, im Ziel fehlten gerade einmal 24,4 Sekunden auf Jakobitsch.

„Das ist natürlich Pech, aber wir sind mit dem Saison-Auftakt trotzdem sehr zufrieden, weil wir uns damit eine ausgezeichnete Ausgangs-Position für den weiteren Verlauf der Meisterschaft geschaffen haben“, so Franz Schulz.

„Neben Jakobitsch müssen wir für den weiteren Saison-Verlauf dessen Kärntner Landsmann Marcus Leeb, der diesmal Platz 3 belegt hat, und den Citroen Saxo-Piloten Martin Ertl, der noch nicht am Start war, am meisten beachten, aber diese 15 Punkte haben wir einmal und die kann uns niemand mehr wegnehmen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die OMV-Burgenland-Rallye, den zweiten ÖM-Lauf Mitte März, denn dort haben wir von der vergangenen Saison ohnehin noch etwas gutzumachen.“

Stand in der Formel 2-Meisterschaft nach dem ersten von neun Läufen:

1. Heinz Jakobitsch, Peugeot 306 GTI, 20 Pkt.,
2. Franz Schulz, Peugeot 306 GTI, 15 Pkt.,
3. Marcus Leeb, Peugeot 306 GTI, 12 Pkt.,
4. Mario Saibel, VW Golf III GTI 16V, 10 Pkt.,
5. Günther Weinelt, Suzuki Swift GTI, 8 Pkt.,
6. Oliver Apfelthaler, Honda Civic VTI, 6 Pkt.,
7. Rudolf Pfeiffer, VW Polo 16V, 4 Pkt.

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