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Rallye-ÖM: Bosch-Rallye

Erst Top, dann Flop

Leider ohne Ergebnis endete die Bosch-Rallye aus Sicht des Teams Gernot Zeiringer/Werner Puntschart, denn die Rallye brachte ihnen einen Ausfall ein.

Andererseits gilt: Eine Rallye, die mit einer Führung bei den Historischen beginnt und wo man bis zum Ausfall dem Favoriten hart auf den Fersen war, kann so schlecht nicht gewesen sein. Und: Sie teilten ihr Schicksal mit all ihren Porsche-Kollegen, wie auch mit einigen anderen Mitbewerbern der Castrol Historic Rallye Staatsmeisterschaft.

Der Auftritt indes hatte durchaus etwas Heldenhaftes, immerhin war Gernot Zeiringer der Einzige, der dafür gesorgt hatte, daß zumindest für kurze Zeit einer von den Porsches an der ersten Position gelegen war, denen man ja eigentlich die ganz große Favoritenrolle zugeschrieben hatte. Aber dann kam alles ganz anders, es regnete im Überfluß, und damit bekam der alte Routinier Pointinger mit dem Escort unversehens Oberwasser.

Das aber, wie gesagt, war zu Beginn gar nicht so eindeutig, denn schnellste auf den Prüfungen Eins und Zwei, die beide über den Rundkurs Pinggau führten, waren Gernot Zeiringer und Werner Puntschart. Und das, obwohl ihr Porsche 911 auf dem Notprogramm der Motorsteuerung lief, was dem ohnehin unter notorischem PS-Mangel leidenden Sechszylinder zusätzliche Kraft kostete. Das war schon einmal ein ganz vielversprechender Beginn, auch wenn auf der dritten Prüfung ein Dreher den Vorsprung auf Pointinger in einen Rückstand umgewandelt hatte. Der Versuch, sich an den Fiat Stilo von Patrick Breiteneder heranzupirschen, um ihn bei günstiger Gelegenheit zu überholen, wurde wohl etwas zu forsch in Angriff genommen. Und leider wurde das Ganze auch dadurch erschwert, daß Breiteneder in diesen entscheidenden Momenten etwas zu wenig aufmerksam war, sonst wäre die Problematik erst gar nicht eingetreten.

Am zweiten Tag teilte das weiterhin schnellste Porsche-Team (mit Ausnahme einer 10. Gesamtzeit von Christian Rosner) einige Bestzeiten mit Sepp und Gertrude Pointinger, in der festen Absicht, daß man sie vielleicht doch im Klassement überholen könnte, aber das führende Escort-Team wehrte alle Angriffe gekonnt ab. Auch auf den trockenen Strecken vermochte sich Pointinger aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung zu behaupten. Um hier noch eine Chance zu haben, mußte Gernot Zeiringer an die absolute Grenze gehen, und für einen möglichen Sieg riskiert man nun doch gerne ein wenig mehr. Aber genau das führte ins Verderben, denn als auf der elften Prüfung die Straße ausgegangen war, reichte nicht einmal das reichlich vorhandene Talent von Gernot Zeiringer, um den Sturz in einen Graben noch zu verhindern. Ein Weiterfahren war unmöglich, das Auto konnte nicht ohne die Hilfe eines Abschleppseils befreit werden.

Natürlich ist dieser Ausfall kurz vor Schluß ärgerlich, und auch ein mehr als sicherer zweiter Platz wäre ein sehr schönes Ergebnis gewesen. Auf der anderen Seite war es eine sehr aussagekräftige Standortbestimmung, durchaus auch mit lehrreichem Inhalt. Immerhin hat es kein einziges Team unter den Historischen geschafft, die Pointingers so lange und intensiv auf Trab zu halten, wie Gernot Zeiringer und Werner Puntschart mit dem Porsche 911 SC das getan haben.

Anders gesagt: Der eine oder andere Sieg bei den Historischen könnte im Lauf der Saison durchaus noch drin sein.

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