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ORM: Waldviertel-Rallye

Hut ab, Kurt Adam!

Stilvoll, mit Frack und Zylinder, zelebrierte Kurt Adam seine letzte Meisterschaftsrallye – als Pokalsieger, mit 79! Wir verneigen uns…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Hansjörg Matzer

Kurt Adam hat es vollbracht: Letzte volle Meisterschaftssaison im zarten Alter von 79 Jahren, schon vor der Waldviertel-Rallye stand fest, dass Kurt Adam seine letzte volle Saison als Pokalsieger (P3) beenden wird – die letzten beiden Sonderprüfungen musste Kurt noch einmal alles geben, da er sich zuvor die Vorderradaufhängung beschädigt hatte und er seinen giftgrünen Seat Ibiza Cupra 16V unbedingt ins Ziel bringen wollte.

Kurt Adam lebt vor, wie man abseits vom großen Geldausgeben auch noch Rallye fahren kann: An seinem Auto schraubt er selbst, wie er in einem motorline.cc-Portrait anlässlich seines Pokalsieges im Jahr 2013 erklärte: „Mein Trumpf ist die Haltbarkeit – ich habe meine Autos immer sehr sorgfältig vorbereitet, alles mit den eigenen Händen erledigt. Trotzdem kann natürlich immer etwas kaputtgehen.“

Zwei Jahre später hat er die Latte noch einmal höher gelegt – mit 79 Jahren gewann Kurt Adam den Rallye Pokal P3 der OSK 2015. Das wird ihm wohl nicht so schnell einer nachmachen. Schon bei der Rallye Liezen feierte Kurt Adam ausgelassen seinen neuerlichen Pokalsieg – der Zufall oder das Timing von Stadtsonderprüfung und anschließender Siegerehrung auf der Zielrampe wollte es so, dass beim Rekordsieger Raimund Baumschlager nur rund zehn Leute an der Zielrampe standen, weil der Großteil der Menschen noch die Stadtprüfung ansehen wollte, während bei Kurt Adam hunderte von Menschen mit ihm feierten - manch einer wird wohl geglaubt haben, es handle sich um den Sieger der Rallye - gut so, denn Kurt hat diesen großen Auftritt ganz sicher verdient...

Im Februar 2014 musste Kurt Adam den Tod seiner Ehefrau und langjährigen Copilotin Hanide ertragen – das Rallyefahren hat er deshalb nicht aufgegeben, ganz im Gegenteil, er fuhr weiter - weil sie es so wollte und weil er aus der Liebe zu diesem Sport schon immer seine Lebenskraft entwickeln konnte. Hanide wäre heute richtig stolz auf ihren tapferen Piloten, der auf der Zielrampe der Waldviertel-Rallye – wieder vor gewohnt kleinem Publikum – stilvoll mit Frack und Zylinder seinen Meisterschaftsabschied zelebrierte.

Seinen Meisterschaftsabschied wohlgemerkt – einzelne Rallyes wird Kurt Adam auch mit 80 noch bestreiten – und damit vielen Menschen Mut machen. Vor zwei Jahren sagte Kurt, er würde sich „wie 50 fühlen“ - ein Grund dafür sei neben einer gesunden Lebensweise vor allem eines gewesen: „Ich war stets mit mir selbst zufrieden.“ Eine Eigenschaft, die im Zeitalter des großen Wettrüstens für sich alleine steht – zu-frieden sein steht auch für „mit sich selbst im Reinen sein“ bzw mit dem, was man hat, glücklich zu werden. Alleine diese Einstellung verdient großen Respekt – vielen von uns würde sie gut tun. Wir freuen uns auf die Einzeleinsätze des Kurt Adam, see you in 2016!

Unter "Die besten Bilder " finden Sie auch die Sondergalerie Kurt Adam - die Fotos hat uns Hansjörg Matzer freundlicherweise zur Verfügung gestellt

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