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ORM: Waldviertel-Rallye

Fojtik: K.O. in Links-Zwo

Andreas Fojtik, Thomas Polehnia und ihr Saab 96 V4 (Baujahr 1967) waren bei der Waldviertel-Rallye zunächst perfekt in ihrem Element.

Foto: Christa Feichtner

Erst als sie auf der neunten Prüfung von insgesamt elf ein Missgeschick ereilte und ein Fahrwerksteil zu Bruch ging, mussten sie stoppen. Von der Rallye blieb ein äußerst guter Eindruck zurück. Auch wenn es mit einer Zielankunft als schnellstes Schwedenstahl-Schlachtschiff nichts werden sollte, zieht Andreas Fojtik ein ausgesprochen positives Resümee über die Waldviertel-Rallye 2015: "Eine Rallye, so, wie sie sein sollte", spricht die volle Begeisterung aus seinem Mund. Daran schließt sich natürlich das Lob an die treibenden Kräfte hinter der Veranstaltung an, allen voran Helmut Schöpf und Michael Straßegger; so wie auch der Wunsch, dass es im kommenden Jahr in dieser oder ähnlicher Form weitergehen möge.

Sportlich lief es für Andreas Fojtik und Thomas Polehnia zunächst ebenfalls sehr nach Plan – zumindest, wenn man in Betracht zieht, dass ihr Fahrzeug schon ein knappes halbes Jahrhundert alt ist: Statt einer sequentiellen Schaltung bedient der Chauffeur hier noch eine manuelle Lenkradschaltung, der Motor hat eine untenliegende Nockenwelle, und an der Hinterachse befinden sich noch Trommelbremsen. Der große Vorzug des Wagens: Das für damalige Verhältnisse hervorragende Fahrwerk, die extreme Stabilität und die gute Aerodynamik, die auf Streckenteilen wie dem wegen seiner Sprunghügel "Kleinfinnland" genannten Abschnitt der Prüfung Glasberg - Wolfshoferamt eine praktische Spitzengeschwindigkeit von Tempo 170 ermöglicht.

Die Chronologie im Einzelnen: Die erste Sonderprüfung Nadelbach - Schwadorf - St. Pölten I beendete das Wiener Saab-Team gesamt an der 34. Stelle, knapp hinter dem Wikingerschiff der Marke Volvo von Siegfried Mayr aus Bayern. Auf der Superspecial im VAZ St. Pölten konnte der Volvo sogar um einige Sekunden überholt werden, gesamt lag man an der 32. Stelle. Nach der dritten Prüfung, wieder der etwas längere Rundkurs Nadelbach - Schwadorf - St. Pölten, konnten sich Andreas Fojtik und Thomas Polehnia schließlich an der 29. Position einreihen. Bis dahin wurden übrigens Straßenreifen eingesetzt, um die Schotterreifen für den zweiten Tag zu schonen.

Dann schließlich kam die erste klassische Rallyeprüfung, Glasberg - Wolfshoferamt I. Hier gelang es wiederum, einige deutlich modernere Fahrzeuge abzuhängen, was eine Verbesserung auf Platz 28 brachte. Ebenfalls ein Klassiker ist die Prüfung Kronsegg - Gföhl, die sogar noch aus Alpenfahrt-Zeiten stammt: Wieder ein Platzgewinn! Trotz einer ebenfalls sehr guten Zeit beim zweiten Durchlauf dieser Prüfung gingen zwar zwei Plätze verloren, aber man konnte für den Nachmittag guter Dinge sein. Dieser wurde mit der Prüfung Manhartsberg I eröffnet, ein absolutes Muster an Selektivität. Beherzt driftend machte Andreas Fojtik hier drei Positionen gut. Der Prestigesieg über die beiden Volvos, deren Fahrer ebenfalls mit großem Eifer dabei waren, wäre wohl nur mehr Formsache gewesen, doch leider nahte bald das Aus.

Das kam beim ersten Durchlauf der Prüfung Straß - Engabrunn: An einer Stelle, wo wohl erhöhte Vorsicht angebracht gewesen wäre, am Ausgang einer scharfen Linkskurve auf Schotter, kam der Vorderteil des Saab zu weit nach außen, wo sich ein Loch befand. Dies überlebte der untere Teil des rechten vorderen Querlenkers nicht – der Stillstand war unausweichlich. Als die Rallye vorüber war, wurde noch vor Ort erfolgreich repariert, aber sportlich half das natürlich nichts mehr. Es war eine Niederlage – aber eine, der ein enormer Spaßfaktor vorausgegangen war; dies sicher auch deswegen, weil man die Rallye unbelastet von technischen Schwierigkeiten in Angriff nehmen konnte – eine starke Leistung, für die vor allem das hervorragende Mechanikerteam verantwortlich zeichnet.

Wer Andreas Fojtik und seinen Saab wiedersehen möchte, bekommt beim Race of Austrian Champions am 15. November 2015 in Greinbach heuer noch einmal die Gelegenheit dazu. Wenn es seine Zeit zulässt, wird er sich im kommenden Jahr wieder gelegentlich auf die Rallyepiste begeben. Je mehr Schotter, umso lieber!

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