RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Waldviertel-Rallye

Sekundenschlacht um das Siegespodest

Während Staatsmeister Raimund Baumschlager bei 35. Rallye Waldviertel relativ klar führt, tobt hinter ihm ein Krimi um die nachfolgenden Plätze. Am Nachmittag gibt es noch vier Sonderprüfungen im Raum Grafenegg.

Fotos: Daniel Fessl, Martin Butschell, Harald Illmer

Sieben von insgesamt elf Sonderprüfungen sind bei der Rallye Waldviertel 2015 absolviert. Nach diesen führt noch immer jener Mann, der die gestrigen drei Prüfungen in St. Pölten und auch alle vier bisher heute im Raum Grafenegg gefahrenen Wertungsabschnitte gewonnen hat – Raimund Baumschlager. Der 13-fache Staatsmeister aus Oberösterreich pilotiert seinen Skoda Fabia R5 in gewohnt souveräner Manier durch die Rallye. „Wir haben alles im Griff. Der Asphalt ist zwar sehr rutschig, und mit dem Regen, der dazwischen eingesetzt hat, haben wir auch nicht wirklich gerechnet, aber sonst passt’s schon.“

Hinter dem Dominator freilich tobt ein wilder Kampf um die Plätze. Involviert sind darin Vorjahrssieger Christian Schuberth-Mrlik (Subaru Impreza), Michael Böhm (Ford Fiesta S2000), der Ungar Attila Rongits (Mitsubishi Evo IX) sowie der sensationell fahrende Quereinsteiger Niki Mayr-Melnhof (Ford Fiesta R5).

Christian Schuberth-Mrlik, der 2014 hier als erster waschechter Waldviertler gewonnen hat, ist Zweiter, haderte aber trotzdem ein wenig: „In der Früh bin ich ein bissel übermotiviert ans Werk gegangen und habe bei einem Sprung Zeit liegen lassen. Dann bin ich aber recht gut ins Fahren gekommen und eigentlich zufrieden.“

Michael Böhm hat sich vor allem mit zwei starken Fahrten auf den jeweils 21 Kilometer langen Prüfungen Glasberg – Wolfshoferamt auf Platz drei gesetzt, liegt nur 0,3 Sekunden hinter Schubert-Mrlik. Die Grippe, die den 2WD-Staatsmeister seit Tagen quält, klingt offenbar ab. „Mir geht es heute zum Glück gesundheitlich besser als am ersten Tag. Ich schwitze zwar noch ziemlich stark, aber Fieber habe ich keines mehr. Das Siegespodest ist natürlich eine Verlockung, andererseits muss ich die Konzentration aufrecht erhalten und will in erster Linie das Auto heil ins Ziel bringen.“

Lange Zeit hielt Niki Mayr-Melnhof den zweiten Platz, erst ein Ausrutscher auf SP 7 bescherte ihm einen Blechschaden und 30 Sekunden Zeitverlust. Das Podest ist aber noch durchaus in Griffweite, weshalb der Steirer glücklich ist. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner bisherigen Leistung. Die Gewöhnungsphase von Rundstrecke auf Rallye wird immer kleiner, und das Vertrauen zu meinem tollen Beifahrer Leopold Welsersheimb wird immer besser. Es macht echt Spaß.“

Auch Historien-Europameister Karl Wagner, der erstmals in einem modernen R5-Rennauto sitzt, musste heute Früh zeitmäßig ein wenig Federn lassen. „Ich erkenne erst jetzt so richtig, was der Ford Fiesta R5 alles kann. Ein unglaubliches Erlebnis!“ Wagner liegt auf Rang sechs.
In der ORM 2WD-Wertung führt der Niederösterreicher Christoph Zellhofer (Suzuki S1600) knapp vor dem Ungarn Kristof Klausz (Peugeot 208) und dem Steirer Christoph Lieb (Opel Corsa). Dies ist auch gleichzeitig der Zwischenstand in der Junioren-Staatsmeisterschaft. In der internationalen 2WD-Wertung gibt es eine deutsche Doppelführung durch die beiden Opel-Adam-R2-Piloten Julius Tannert und Marijan Griebel.
Im Rallyepokal der OSK Division P2 führt Julian Wagner (OÖ/Mitsubishi Evo V) Martin Kalteis (NÖ/Mitsubishi Evo VII) und Simon Wagner (Mitsubishi Evo VII).
Bei den Historischen heißen die Führenden weiterhin Willi Rabl (NÖ/Porsche 911) in der Division 2 bzw. Andreas Fojtik (W/Saab) in der Division 1.
Am Nachmittag stehen noch vier Sonderprüfungen rund ums Schloss Grafenegg auf dem Programm.

Rallye Waldviertel 2015, Zwischenstand nach 7 von 11 Sonderprüfungen:

1. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner AUT/AUT Skoda Fabia R5 53:41,8 Min
2. Chr. Schuberth-Mrlik/Tobias Unterweger AUT/AUT Subaru Impreza WRX +1:04,3 Min
3. Michael Böhm/Katrin Becker AUT/DEU Ford Fiesta S2000 +1:04,6 Min
4. Attila Rongits/Hannus László UNG/UNG Mitsubishi Evo IX +1:10,8 Min
5. Niki Mayr-Melnhof/Leopold Welsersheimb AUT/AUT Ford Fiesta R5 +1:14,2 Min
6. Karl Wagner/Gerda Zauner AUT/AUT Ford Fiesta R5 +2:56,8 Min
7. Julian Wagner/Jürgen Heigl AUT/AUT Mitsubishi Evo V +3:22,3 Min
8. Julius Tannert/Jennifer Thielen DEU/DEU Opel Adam R2 +4:04,0 Min
9. Martin Kalteis/Günter Lang AUT/AUT Mitsubishi Evo VII +4:05,1 Min
10. Simon Wagner/Ursula Mayrhofer AUT/AUT Mitsubishi Evo VII +4:36,1 Min

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Waldviertel-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

Zur Einstimmung auf die bevorstehende Rally Akropolis erzählt unser Kolumnist Peter Klein aus jener Zeit, in der schon die Anreise zu dieser Kult-Rallye ein wahres Abenteuer war...

WRC, Rallye Akropolis: Nach Tag 3 (SP13)

Showdown am Sonntag: Ogier jagt Neuville!

Dramatische Rallye Akropolis mit vielen Reifenschäden: Nach zwei Etappen führt Neuville knapp vor Ogier. Keferböck schon früh technisch angeschlagen - doch die Zielankunft würde sich lohnen…

ET König Rallye: Bericht TEC7 HRM & ORC

Wagner siegt - Karlhofer mit Sensations-Comeback

Karl Wagner und Gerda Zauner gewinnen eine turbulent-großartige ET König Judenburg-Rallye - für Aufsehen sorgte Lancia-Spezialist Martin Karlhofer, der erstmals seit 2004 wieder bei einer Rallye an den Start ging und prompt mit einigen Bestzeiten aufhorchen ließ. Bei den Österreichischen Rallye Classics gewannen Alex Strobl und Cathy Schmidt.

ET König Judenburg Rallye: Bericht ARC

Gaubinger gewinnt - Lindner baut Vorsprung aus!

Patrik und Verena Gaubinger feiern bei der ET König Judenburg Rallye im Audi Quattro den ARC-Sieg. In der Clubmeisterschaft konnte Hans Georg Lindner im historischen Escort seinen Vorsprung ausbauen - auf Platz zwei lauert nun der junge Subaru-Pilot Jan Dolzer. In der ARCP triumphiert Christoph Zellhofer, Raimund Baumschlager siegt beim Comeback in der ART.

ERC, Rallye Rom: Vorschau BRR

Neulinger startet ins nächste ERC-Abenteuer

Marcel Neulinger stellt sich bei der Rally di Roma Capitale 2026 seinem nächsten Abenteuer in der Junior-EM. Der zweite Lauf der JERC führt den jungen Oberösterreicher nach Italien – auch Maximilian Lichtenegger sucht wieder die internationale Konkurrenz.

ORF-Legende und motorline.cc-Kolumnist Peter Klein erinnert sich an die Akropolis Rallye 1976 und stellt Rudi Stohl die Frage: „1976 oder 2026?“