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ORM: Waldviertel-Rallye

Christian Schuberth-Mrlik begeistert mit spannendem Führungsduell

Bis zur zehnten Prüfung konnte Christian Schuberth-Mrlik ein spannendes Duell mit BRR-Teamchef Raimund Baumschlager ausfechten und damit die Fans begeistern. Am Ende stand ein großartiger zweiter Platz bei der international stark besetzten Waldviertel-Rallye 2016.

Fotos: Daniel & Dominik Fessl

Bei seinem erst zweiten Auftritt im Skoda Fabia R5 von Baumschlager Rallye Racing (BRR) konnte Christian Schuberth-Mrlik bei der zur European Rally Trophy (ERT) zählenden und daher international stark besetzten Waldviertel-Rallye 2016 mit Bestzeiten aufhorchen lassen und mit Teamchef Raimund Baumschlager ein spannendes Duell um den Sieg ausfechten.

Am Ende behielt der mehrfache Rallye-Staatsmeister schließlich die Oberhand – so konnte BRR beim ORM-Saisonfinale mit Baumschlager/Zeltner sowie Schuberth-Mrlik/Noll einen großartigen Doppelsieg feiern. Doch der Reihe nach…

Lob an Jasmin Noll

Zunächst stand ein Shakedown auf dem Programm, den Christian nützte, um mit der erstmals auf dem „heißen Sitz“ Platz nehmenden Jasmin Noll die Kommunikation abzustimmen. Schuberth-Mrlik erklärt: „Jasmin hat einen richtig guten Job erledigt und sie ist eine sehr nette Person – für mich ist die ‚menschliche Chemie‘ eben auch von großer Bedeutung. Wir haben uns gut aufeinander abgestimmt und ich habe bereits ein Gefühl für die Wetterverhältnisse der Waldviertel-Rallye aufbauen können. Anhand der Spuren im Schotter konnte ich bereits sehen, dass die Waldviertel-Rallye heuer extrem schwierig wird.“

Eröffnet wurde die Rallye mit einer Schotterprüfung im Raum St. Pölten – dort brannte Christian Schuberth-Mrlik gleich einmal eine Bestzeit in den schlammigen Schotter: „Ich bin sauber und rund gefahren und habe anhand der Bestzeit gesehen, dass unser Tempo passt.“ Auch der Vorsprung auf die Konkurrenz stimmte Schuberth-Mrlik optimistisch: 2,9 Sekunden auf den zweitplatzierten David Botka.

Rallyeshow: Dank an den Veranstalter

Die Superspecialprüfung auf dem Gelände des VAZ St. Pölten beschreibt Christian als eine „Mischung zwischen Showrun und schneller Fahrt“, er verweist darauf, dass „auch hier schnell etwas kaputt gehen kann“. Schuberth-Mrlik spricht voller Begeisterung: „Es war toll, vor dieser Kulisse zu fahren, die Rallyeshow ist ein sehr positiver Beitrag, denn wir müssen Werbung machen für unseren Sport. Man kann sich gar nicht genug bedanken bei Veranstalter Helmut Schöpf, dass er mit dieser Show so viele Leute begeistern konnte – der ORF hat wie im Vorjahr die erste Superspecial live übertragen, erneut konnte Beppo Harrach als versierter und charmanter Co-Kommentator überzeugen.“

Der zweite Durchgang der Schotterprüfung musste neutralisiert werden, die zweite Superspecial ging an Jan Cerny, der somit am Ende des ersten Tages exakt eine Sekunde vor Schuberth-Mrlik lag.

Auf SP5 sei er „zu vorsichtig gefahren“, gibt Christian Schuberth-Mrlik ganz offen zu, wobei die drittschnellste Zeit mit 4,5 Sekunden Rückstand auf Raimund Baumschlager kein „Weltuntergang“ war – doch zum Glück kam gleich darauf die SP „Wolfshoferamt“, die „Mister Lik“ ganz besonders motivierte: „Da wohne ich! Und da habe ich dann auch alle Register gezogen!“

Mit einer „Bombenbestzeit“ konnte Schuberth-Mrlik so die Führung übernehmen, lediglich Raimund Baumschlager blieb auf dieser Prüfung mit 1,2 Sekunden Rückstand in Schlagdistanz, der drittplatzierte Jan Cerny lag mehr als eine halbe Minute zurück. Schuberth-Mrlik führte nun 6,7 Sekunden vor Baumschlager sowie 29,6 Sekunden vor Cerny.

Doch der zweite Durchgang der beiden Prüfungen brachte Bestzeiten für Baumschlager und Cerny, sodass der mehrfache Staatsmeister die Führung wieder zurückerobern konnte und nun 2,4 Sekunden vor Schuberth-Mrlik lag.

Nach der Mittagspause standen die neue SP „Langenlois“ und die SP „Manhartsberg“ auf dem Programm. Schuberth-Mrlik erinnert sich: „Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nicht daran gedacht, im Duell gegen Raimund aufzugeben, im Gegenteil: Ich war top motiviert! Die Langenlois-Prüfung war für alle neu und da habe ich mir Chancen ausgerechnet.“

Die Rechnung ging prompt auf: Schuberth-Mrlik konnte Baumschlager etwas mehr als vier Sekunden abknöpfen und die Führung erneut zurückerobern. Auf dem Manhartsberg jedoch konnte wieder Baumschlager mit einer Bestzeit die Führung zurückholen, sein Vorsprung betrug nun 3,9 Sekunden, zugleich rückte Cerny näher, er lag nur noch 19,2 Sekunden zurück.

Abgesicherter zweiter Platz

Vor den letzten beiden Prüfungen, welche bei Dunkelheit absolviert wurden, beschloss Christian Schuberth-Mrlik, es taktisch anzugehen und sich für einen „abgesicherten zweiten Platz“ zu entscheiden. Auf der allerletzten Prüfung jedoch wäre das beinahe ins Auge gegangen, denn am Ende fehlten Cerny nur noch 2,8 Sekunden auf Christian, der erklärt: „Ich habe dort viel zu viel Gas herausgenommen – ich habe für die Zukunft gelernt, dass ich es hier nicht mehr übertreiben darf.“

Lob von Baumschlager – Dank an die Fans

Am Ende durften sich Christian Schuberth-Mrlik und Jasmin Noll über einen tollen und verdienten zweiten Platz freuen, das wusste auch Raimund Baumschlager zu würdigen, der die Fahrt seines Schützlings mehrmals lobend erwähnte: „Das Lob von Raimund hat mich sehr gefreut und er hat richtig happy gewirkt. Es hat mir sehr getaugt, dass wir drei – Raimund, Jan und ich – bis zum Schluss um die Top 3-Plätze kämpfen konnten, es gab so viele Führungswechsel bei dieser Rallye, für die Fans war das Gänsehaut pur! Das habe ich auch auf der Strecke gespürt, als uns die Fans angefeuert haben.“ Zahlreiche Fans waren auch im Servicepark vor der BRR-Hospitality und speziell auch vor dem Auto von „Mister Lik“ zu finden, der hinzufügt: „In der Mittagspause haben mich sehr viele Fans besucht, worüber ich mich sehr gefreut habe.“

Großen Dank möchte Christian Schuberth-Mrlik erneut Jasmin Noll aussprechen: „Sie ist kurzfristig eingesprungen und sie hat sich gleich pudelwohl gefühlt, unsere Zusammenarbeit hat super funktioniert. Ich möchte mich natürlich auch noch einmal bei meinen Sponsoren bedanken – ich bin froh, dass ich sportlich in der Lage war, etwas zurückzugeben. Mein Dank geht auch an meine Familie, die das ganze Jahr über hinter mir steht. Und natürlich meine Fans! Wir erhalten großen Zuspruch und auf Facebook erhalten wir immer mehr Aufmerksamkeit – es freut mich sehr, dass es den Fans gefällt, was wir machen und dass wir ihnen mit unserem Projekt eine große Freude bereiten.“

Bedanken möchte sich Schuberth-Mrlik auch beim BRR-Team: „Das Auto war stets perfekt und ich fuhr mit identem Material wie auch Raimund – da gab es keine Unterschiede, wir haben total offen kommuniziert – und das, obwohl es um den Sieg ging. Mein Ziel wäre es, auch 2017 für BRR und Skoda zu fahren – mein Fokus liegt auf der ORM 2017.“

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