RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Waldviertel-Rallye

SP8: Sekundenduell beim Saisonfinale

Nach Schubert-Mrlik und Cerny hat die Waldviertel-Rallye mit Raimund Baumschlager bereits den dritten Spitzenreiter: Der Rekord-Staatsmeister liegt allerdings nur um einen Wimpernschlag vorne - Ein dramatischer Nachmittag wartet auf die Fans.

Fotos: Harald Illmer, Daniel Fessl

So aufregend der gestrige Tag der 36. Rallye Waldviertel zu Ende gegangen ist, so ging er bisher auch heute weiter. Nach acht von insgesamt zwölf absolvierten Sonderprüfungen tobt ein Dreikampf an der Spitze, in den zwei Österreicher und drei Skoda Fabia R5 involviert sind. Raimund Baumschlager liegt 2,4 Sekunden vor Christian Schuberth-Mrlik und 21,2 Sekunden vor dem Tschechen Jan Cerny. Ein vorläufiger Knackpunkt der Rallye war die Sonderprüfung 6 (GH Staar – Wolfshoferamt). Auf diesen 23,6 Kilometern distanzierten Baumschlager und Schuberth-Mrlik das starke ausländische Verfolgerfeld rund um den gestern führenden Cerny, den Ungarn David Botka (Citroen DS3 R5) und den Letten Nikolay Gryazin (Skoda Fabia R5) um bis zu einer Minute.

„Da hat uns die Waldviertel-Erfahrung klar genützt“, gab Schubert-Mrlik, der hier 2014 gewinnen konnte, unumwunden zu. Und Baumschlager ergänzte: „Der dichte Nebel ist uns entgegen gekommen. Da haben wir halt durch unsere Streckenkenntnis anders draufhalten können als die Konkurrenten, die hier noch nicht so oft gefahren sind.“ Wie stark aber Jan Cerny in Grafenegg tatsächlich unterwegs ist, zeigte er dann auf SP 8, die gleich wie SP 6, jedoch diesmal nebelfrei war – da fuhr der Tscheche um 40 Sekunden schneller als beim ersten Umlauf und fixierte damit Bestzeit.

Vom Pech verfolgt war heute der Steirer Niki Mayr- Melnhof. Gleich in der Früh hatte er mit Bremsproblemen an seinem Ford Fiesta R5 zu kämpfen und fabrizierte einen Ausritt. „Eigentlich wollte ich schon abstellen, weil wir im Morast festgesteckt sind“, schildert der Pechvogel sein Malheur, „aber plötzlich waren da sechs Leute, die uns wieder rausgeschoben haben.“ Die Hilfe half jedoch nichts. Erstens kostete der Austritt acht Minuten, zweitens musste im anschließenden Service das Getriebe getauscht werden – und drittens fing Mayr-Melnhofs Gefährt auf SP 8 plötzlich Feuer, welches aber von der Crew selber gelöscht werden konnte. Die Rallye war damit aber definitv vorbei.

In der noch offenen 2WD-Meisterschaft ist möglicherweise eine Vorentscheidung gefallen. Der in der Gesamtwertung führende Daniel Wollinger (Renault Clio) verlor auf SP 8 4,4 Minuten auf die Spitze und liegt nun klar hinter seinem Konkurrenten Simon Wagner (Citroen DS3). Kommt der Oberösterreicher ins Ziel, ist er neuer Staatsmeister dieser Klasse.

Doch am Nachmittag warten noch vier große Hürden auf die Piloten. Die SP Langenlois ist ganz neu und kennt noch keiner. Die SP Manhartsberg umfasst noch 22,5 Kilometer, auf denen noch alles passieren kann. Beide Prüfungen müssen je zwei Mal absolviert werden.

Im Rahmen der Rallyeshow wurden bereits am Freitag im VAZ St. Pölten Gewinner in diversen spektakulären Show-Acts ermittelt. Auf der Strecke der Super Stage, die von den Startern der Waldviertel-Rallye auch als SP 2 und SP 4 absolviert wurde, krönte sich der Steirer Günter Knobloch (Mitsubishi) zum ersten Gewinner des Racemasters Austria. Die Kategorie Rallyeshow entschied Alexander Wiesinger (VW Käfer) für sich. In den Rennen zur Rallyelegend hatte am Ende Christian Baier (Lancia Fulvia) die Nase vorn.

Zwischenstand nach 8 von 12 Sonderprüfungen:

1. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner AUT/AUT Skoda Fabia R5 52:28,2 Min
2. Christian Schuberth-Mrlik/Jasmin Noll AUT/D Skoda Fabia R5 +2,4 Sek
3. Jan Cerny/Petr Cernohorsky TCH/TCH Skoda Fabia R5 +21,2 Sek
4. David Botka/Peter Szeles UNG/UNG Citroen DS3 R5 +47,4 Sek
5. Attila Rongits/Laszlo Hannus UNG/UNG Mitsubishi Evo IX +2:19,9 Min
6. Joszef Trencseny/Gabor Verba UNG/UNG Ford Fiesta R5 +2:59,7 Min
7. Karl Wagner/Gerda Zauner AUT/AUT Ford Fiesta R5 +3:06,9 Min
8. Rashid Alketbi/Giovanni Bernacchini ARE/POL Ford Fiesta R5 +3:22,0 Min
9. Krisztian Hideg/Istvan Kerek UNG/UNG Mitsubishi Evo IX +3:25,8 Min
10. Seppi Stigler/Walter Pfaffenhuemer AUT/AUT Mitsubishi Evo IX +4:27,5 Min

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Waldviertel-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

Der "verrückte Traum"

Wie Solberg die WRC-Elite schockte

Oliver Solberg schreibt WRC-Geschichte: Als jüngster "Monte"-Sieger aller Zeiten triumphiert der Toyota-Pilot bei extremen Bedingungen gegen die Weltelite

Die 94. Rallye Monte Carlo wird in die Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft eingehen - das K4-Duo Johannes Keferböck und Ilka Minor konnte das große Abenteuer nicht nur bestehen, sondern auch einen überlegenen Sieg im WRC Masters Cup einfahren.

WRC Monte-Carlo: Bericht

Oliver Solberg siegt bei Eis und Schnee

Oliver Solberg schreibt Geschichte: Der 24-Jährige gewinnt die Rallye Monte-Carlo 2026 und wird zum jüngsten "Monte"-Sieger in der Geschichte der WRC. Keferböck/Minor gewinnen den WRC Masters Cup.

Regel-Revolution wirkt

WRC meldet Ansturm neuer Tuner

Die WRC steht 2027 vor einer Revolution - Die FIA bestätigt massives Interesse von Tunern am neuen Reglement und nennt eine überraschende Zahl

WRC Monte-Carlo: Nach SP12

Solberg kontrolliert das Geschehen

Toyota bleibt nach elf Wertungsprüfungen beim Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Monte Carlo mit einer Dreifachführung auf Kurs. Auf Kurs liegen auch Keferböck/Minor mit der Führung im WRC Masters Cup.