RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM: Wechselland-Rallye

Dramatik bis zur letzten Sekunde für Wollinger

Die Wechselland Rallye zeigte sich für Daniel Wollinger und Bernhard Holzer im Renault Clio Maxi R3 als ein wahres Wechselbad der Gefühle. Nach einem harten Kampf mit Simon Wagner konnte das Duo zum Schluss die Oberhand in der 2WD-Wertung behalten.

Fotos: Daniel Fessl

Dabei verlief der Start in die erste Sonderprüfung am Freitag Nachmittag noch nicht nach dem Geschmack des Steirers. Mit der fünften Zeit im Feld der zweiradgetriebenen Fahrzeuge konnten die beiden nicht nahtlos an die Zeiten der Lavanttal Rallye vor drei Wochen anschließen. Das sollte sich im Verlauf des ersten Tages noch ändern, denn mit zwei hart erkämpften 2WD-Bestzeiten holte sich das Duo die Zwischenführung nach der ersten Etappe. Der Laßnitzthaler zeigte sich im nächtlichen Service angriffslustig: „Die schlechte Zeit auf der ersten SP hat mich extrem geärgert. Da war ich irgendwie noch nicht ganz bei der Sache. Daraufhin habe ich Bernhard gebeten, sich richtig fest anzuschnallen, denn von da an gab es nur noch volle Attacke. Mit einer Führung zu übernachten ist halt doch immer am schönsten!“

Wie sich zum Schluss herausstellen sollte, war der erste Tag jedoch nur der Auftakt zu einem hoch dramatischen Verlauf am Samstag. Nach der ersten Sonderprüfung in der Früh belegte Simon Wagner ex aequo mit Daniel den ersten Rang in der stark besetzten 2WD-Klasse. Die beiden Youngster wechselten daraufhin ein paar Mal die Führung und blieben stets innerhalb von wenigen Sekunden. Mit gerade einmal einer Sekunde Vorsprung nahmen Wollinger und Holzer die letzten vier SPs – inklusive des spektakulären Haideggendorfer Sprungs – in Angriff.

Doch dann schlug das Schicksal in Form eines Krümmerbruchs beinhart zu. Das Duo rettete sich noch in den Servicepark, wo die Mechaniker bereits mit dem Schweißgerät auf den Clio warteten. Mit vereinten Kräften gelang es, den Boliden wieder halbwegs zusammenzuflicken und für die abschließenden beiden SPs fahrbereit zu machen. Der geschweißte Krümmer hielt auch dem zweiten Jump stand, jedoch schmolz der Vorsprung vor der abschließenden Powerstage auf 1,4 Sekunden zusammen.

Und das große Finale sollte die Nerven der Crew noch ein weiteres Mal bis aufs Äußerste anspannen. Bei einem Ausritt auf den letzten Kilometern der abschließenden SP erkundeten die Beiden die malerische Landschaft abseits der Strecke und verloren dabei wertvolle Sekunden. Die drei Zusatzpunkte für den Sieg bei der Powerstage mussten somit an Simon Wagner abgegeben werden. Den 2WD-Gesamtsieg konnten Wollinger und Holzer jedoch mit dem winzigen Vorsprung von 1,2 Sekunden erobern und somit die Meisterschaftsführung weiter ausbauen. Ein überglücklicher Daniel Wollinger im Ziel: „Diese Rallye war Spannung pur! Ich möchte mich für die grauen Haare der Mechaniker und Freunde entschuldigen. Für mich war es ein ständiges Auf und Ab und der Kampf mit den beiden Wagner-Brothers könnte nicht aufregender sein. Auf ein Hoch mit der 3. Gesamtzeit bei der SP Dechantskirchen folgte das Problem mit dem gebrochenen Krümmer. Danach der Ausritt auf der Powerstage und dann doch noch der Sieg mit 1,2 Sekunden Vorsprung. Ich kann mich nur bei den Mechanikern für die flinken Hände und bei Bernhard für die exakte Ansage bedanken. Jetzt brauche ich noch die Unterstützung von Sponsoren, um die weiteren Läufe bestreiten zu können.“

Punktestand ORM-2WD:
1. Daniel Wollinger 76
2. Simon Wagner 66
3. Andreas Kainer 41

News aus anderen Motorline-Channels:

ORM: Wechselland-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

Ogier sieht alten Hunger

Ott Tänak testet Toyotas 2027er WRC

Ott Tänak hat den WRC-Zirkus verlassen, fährt aber längst wieder Toyota - Der Este testete den 2027er-Prototypen bereits zweimal - Ogier glaubt: Der Hunger ist zurück

WRC Rallye Portugal: Nach SP19

Ogier erobert die Führung zurück

Sebastien Ogier kontert am Samstagnachmittag bei der Rallye Portugal und geht mit Vorsprung in den Schlusstag - Oliver Solberg fällt von Platz eins auf vier zurück

ARC, Vipavska Dolina: Vorschau

Die heiß geliebte Rally Vipavska Dolina!

13 Teams der Austrian Rallye Challenge reisen diese Woche in die slowenische Stadt Ajdovscina, wo mit der Rally Vipavska Dolina die dritte Rallye der ARC steigen wird. Die einzige Auslands-Rallye wird von den erwähnten Teams heiß geliebt - daher hat sie auch heuer ihren wohl verdienten Platz im neun Rallyes umfassenden ARC-Kalender.

Claire Schönborn startet in der ERC und im ADAC Opel GSE Rally Cup. Internationales Doppelprogramm: zwölf Rallyes, alle powered by Opel. Einsatzteam ist Stohl Racing aus Österreich.