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ORM: Wechselland-Rallye

Zweiter Sieg beim zweiten Antreten

Mit einem erneuten Klassensieg konnten Mike König und Tom Zeiser (Opel Astra) ihren momentan anhaltenden Erfolgslauf prolongieren.

Foto: Kielhauser Racepics

Mit dem Selbstvertrauen des Klassensieges bei der Rebenland-Rallye im Gepäck gelang Mike König und Tom Zeiser bei der Wechselland-Rallye gleich ein Start nach Maß: Auf der ersten, für alle neuen Sonderprüfung auf den Hochwechsel konnte man eine 20. Gesamtzeit und damit die überlegene Klassenführung erzielen. Den ersten Tag beendete man, in der Klasse komfortabel in Führung liegend, auf dem 24. Gesamtrang. Nichtsdestotrotz wurde auch am zweiten Tag zuerst einmal richtig angegriffen, konnte man doch auf einmal den Rückstand auf die Cup-Corsas, anders als bei früheren Rallyes, in Grenzen halten. Im Mittagsservice folgte dann jedoch ein Schock.

Nachdem auf den letzten beiden Prüfungen zuvor der Schalthebel ein gewisses Eigenleben entwickelt hatte und die Gänge immer mühsamer getroffen werden mussten, stellte der Chefmechaniker fest, dass alle drei Schrauben bzw. deren bereits reparierte Einsätze aus der Motorhalterung gezogen worden waren. Dank der Hilfe von Freunden konnten aber ein Schneidwerkzeug, die nötigen Schrauben usw. aufgetrieben und der Schaden repariert werden. Nun erwies sich die lange Mittagspause zum zweiten Mal hintereinander als Segen für das Team und ermöglichte auch dieses Mal, die Rallye zu Ende zu fahren. Dabei hatte König vor gar nicht so langer Zeit noch über die langen Stehzeiten beim Service gelästert ...

Somit konnte dann am Nachmittag das Versprechen an die Fans und angereisten Sponsoren eingehalten werden, und der Sprung in der Prüfung Haideggendorf wurde ohne zu lupfen genommen. Der erste Rundkurs am Nachmittag wurde leider während der Fahrt des Teams abgebrochen. Zuvor konnte man aber noch einige wichtige Erkenntnisse für die nächsten Rallyes erlangen, nämlich als man den Corsa-Piloten Hinterhofer passieren ließ und versuchte, hinter diesem herzufahren, was aber nur stellenweise gelang. Im Regrouping darauf angesprochen meinte dieser: "Ach, diese Passagen gehen alle ziemlich voll; das Auto fängt zwar zum Wackeln an, fängt sich aber wieder, wirst sehen!"

Bei diesen angesprochenen Stellen handelte es sich natürlich um Highspeedabschnitte bergab durch den Wald. König hatte diese Ansage freilich keine Ruhe gelassen, und so gab er im Service kund, es auf der letzten Sonderprüfung vielleicht auch einmal so versuchen zu wollen; sprich: einmal zu schauen, ob auch der Astra es eventuell verkraften würde, in den Wald hinein voll stehen zu lassen. Er wurde dann aber vom Beifahrer und dem Mechanikerteam wieder auf den Boden der Realität geholt, indem ihm diese eingehend den dezenten Altersunterschied zwischen den Fahrzeugen und der damit verbundenen viel moderneren Technik des Corsa naheführten.

Außerdem würde nur ein Vollidiot auf der letzten SP einen Klassensieg einfach so wegwerfen, nur weil er einmal schauen möchte, ob er mit den schnellsten Corsa-Piloten auch im Grenzbereich mithalten kann. Somit wich der Angriffsgeist der Vernunft, und man fuhr die letzten zwei SP in einigermaßen gesichertem Modus. Die schnelle Stelle in den Wald bergab wurde aber trotzdem voll genommen – was letztendlich gut war, weil die Bremsen auf dem langen Rundkurs bis ins Ziel drastisch nachließen. So gewann man die Klasse dennoch mit großem Vorsprung.

Jetzt steht dem Team eine längere Pause bis zur Heimrallye in Liezen bevor, was genützt werden kann, um den Astra wieder optimal darauf vorzubereiten, wofür Chefmechaniker Martin gewiss sorgen wird. Bis dahin sind noch eine Team- und Fahrzeugpräsentation am Rottenmanner Kirtag sowie ein Testtag mit Sponsoren Anfang September geplant. Vielleicht kommt dann dort wieder der Angriffsgeist, und man wird versuchen, bei der Heimrallye in Liezen von Anfang an noch näher an die Corsas heranzukommen.

Überlegungen, in Hinblick auf die Meisterschaft im Rallyepokal einen zusätzlichen Meisterschaftslauf in der Challenge zu bestreiten, gibt es zur Zeit zwar, aber auch rein rechnerisch scheint der Titel durch die neue Punktearithmetik dadurch nicht in Reichweite, wie man am derzeitigen Meisterschaftsstand sehen kann, wo man selbst mit zwei Klassensiegen nicht führt, während Mitbewerbern dies mit zwei dritten Plätzen möglich ist ...

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