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ORM: Jännerrallye 2018

Strahlendes Licht, düsterer Schatten

Das Comeback von Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert mit ihrem Mercedes 190 war ebenso wie jenes der Jännerrallye grandios.

Fotos: Christa Feichtner

Auch wenn das ganz große Happy End wegen eines technischen Gebrechens nicht zustande kam, bewiesen doch die Führung bei den 2WD-Fahrzeugen und die kontrollierte, spektakuläre Fahrt, dass im gesamten Team sehr viel steckt. Ein Wiedersehen soll es in der Austrian Rallye Challenge geben.

Über zwei Jahre ist es her, dass der Mercedes 190 2,3 E 16V von Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert zuletzt über Rallyestrecken gedonnert und gedriftet ist. Es war somit höchste Zeit, wieder einmal einen neuen Anlauf zu unternehmen. Die Rückkehr der Jännerrallye in die mitteleuropäische Rallyelandschaft war zudem ein mehr als passender Anlass; überdies ist die Motivation, sein Können vor Heimpublikum (Hinterreiter und Tinschert sind waschechte Mühlviertler) zu zeigen, besonders groß.

Die Besucher der Jännerrallye, ob heimisch oder zugereist, kamen auch prompt auf ihre Rechnung: Hinterreiter agierte beherzt und spektakulär wie eh und je und trieb den Mercedes gekonnt über die anspruchsvollen Pisten. Auch an der berüchtigten Stelle bei Pierbach (SP 1), wo es einige Mitbewerber arg erwischte und es teilweise auch zu Ausfällen kam, bewies er nach einem Ausritt in den Schnee maximale Übersicht und brachte den Benz wieder sicher zurück auf die Strecke. Auch ergebnismäßig war alles sehr rosig, man war zweitschnellstes Team bei den Fahrzeugen ohne Vierradantrieb. Vorteilhaft war dabei auch, dass die Reifenwahl von Beginn an stets gestimmt hat.

In diesem Stil ging es auch auf den folgenden Prüfungen weiter: Auf Liebenau I kam das Mercedes-Team erneut auf eine zweitschnellste 2WD-Zeit, geschlagen lediglich vom Peugeot-Team Paireder/Pilz. Hinterreiter/Tinschert übernahmen erstmals die Führung bei den Nicht-Allradlern, die sie bis zur Prüfung Pierbach II behielten. Auf Liebenau II schlugen Paireder/Pilz mit ihrem Peugeot 206 zurück, doch mit lediglich 1,9 Sekunden Rückstand befand sich die Mercedes-Crew in perfekter Lauerstellung.

Ab der siebenten Prüfung (Schönau - St. Leonhard I) war schließlich die Rangordnung wieder zugunsten von Hinterreiter und Tinschert hergestellt, wenngleich es nun Christoph Zellhofer war, der in seinem Suzuki-Kitcar energisch heranstürmte. Was jedoch die Gegner auch immer versuchten: Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert beendeten den schwierigen ersten Tag der Jännerrallye als erfolgreichstes 2WD-Team. Dass sie auf einen Motor zurückgreifen mussten, der beinahe dem Serienstandard entsprach, da der Rennmotor aufgrund eines Baufehlers gerade in Deutschland neu aufgebaut wird, sei nur nebenbei erwähnt.

Zu diesem Zeitpunkt trat in technischer Hinsicht bereits das erste Warnsignal in Erscheinung: Das Differential hing nur noch an einer Schraube – eine kleine Herausforderung für das perfekte Serviceteam. Die zweite Tagesetappe wurde sodann mit gleicher Begeisterung und Professionalität in Angriff genommen, wobei die Führung bei den Teilnehmern mit nicht-vierradgetriebenen Fahrzeugen souverän verteidigt werden konnte – immerhin drei Prüfungen lang.

Auf der Prüfung Bad Zell - Tragwein - Aisttal II schließlich war die Vorstellung der ambitionierten Lokalmatadore, die sich zudem auf dem guten 17. Platz in der Gesamtwertung befanden, zu Ende: Ein Triggerrad, bekannt auch als Impulsgeberrad, war gebrochen. Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert mussten den Mercedes schweren Herzens in der Mitte der Prüfung abstellen.

Neben dem Spaß auf den Sonderprüfungen bleibt positiv festzuhalten, dass Hinterreiter/Tinschert zumindest tempomäßig die Früchte ihrer tollen Vorbereitungsarbeit (unter anderem ein perfekter Schrieb) ernten konnten, und dass der Mercedes immerhin 13 von 16 Prüfungen durchgehalten hat. Dieser Umstand sollte ihnen bei den geplanten Einsätzen in der Austrian Rallye Challenge 2018 zugute kommen, sind dort die Rallyes doch um einiges kürzer; aber auch ein weiterer ÖM-Lauf könnte auf dem Programm stehen.

Ein besonderer Dank gilt selbstverständlich den Sponsoren, aber auch dem Veranstalterteam des Rallye Club Mühlviertel, das diese tolle Rallye wiederbelebt hat. Auf die nächsten Einsätze des HT-Rallyeteams darf man sich bereits freuen.

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