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ORM: Lavanttal-Rallye

Nach„Leutschacher Abflugorgie“:
Heimo hofft auf Trockenheit!

Im Rebenland hatte Heimo Hinterhofer so gut wie keine Möglichkeit, sich mit dem Peugeot 208 R2 näher anzufreunden - zu „verrückt“ gestalteten sich die Bedingungen rund um Leutschach. Bei der Lavanttal-Rallye möchten Heimo und Copilotin Alessandra Baumann das bei möglichst trockenen Bedingungen nachholen.

Fotos: Michael Jurtin

„Das war eine ganz schwierige Rallye für mich“, blickt Heimo Hinterhofer zurück auf die Rebenland-Rallye, die sehr viele Piloten als die bislang schwerste bezeichnet haben. Zum „gewohnten“ Split kamen auf den Weinstraßen rund um Leutschach diesmal Regen, Schlamm, Eis, Nebel und sogar dichter Schneefall hinzu. Für Hinterhofer besonders erschwerend: „Für mich war alles neu: sowohl das Auto als auch die Copilotin - und auch die Ralllye fuhr ich zum ersten Mal.“

Denn zum ersten Mal pilotierte Heimo Hinterhofer einen Peugeot 208 R2, der vom slowenischen Topteam OPV Racing Cars unter der Leitung des slowenischen Champions Rok Turk eingesetzt wurde, bei einer Rallye. Zwar konnte Heimo im Vorjahr ein solches Auto bei einem Bergrennen einsetzen, doch „das kann man leider überhaupt nicht vergleichen“, wie der Steirer erklärt. Den kurzen Test im Vorfeld der Rebenland-Rallye, bei dem gerade einmal 20 Kilometer auf dem Programm standen, kann man eher als einen Funktionstest bezeichnen, sodass Hinterhofer sich auf den Sonderprüfungen mit dem neuen Boliden anzufreunden hatte. Neu war aber auch die Copilotin an seiner Seite, da heuer Alessandra Baumann aus dem „Gebetsbuch“ liest, die im Vorjahr in ihrer deutschen Heimat mit Dominik Dinkel regelmäßig Top 3-Plätze einfuhr...

„Ich hatte einfach keinen Grip!“

Alles andere als optimal waren daher die Wetterbedingungen auf der ersten Etappe, die am Freitagnachmittag abgehalten wurde: Es regnete quasi durch. Heimo Hinterhofer musste sich auf extrem schlammigen, rutschigen Pisten an den Grenzbereich des neuen Arbeitsgeräts heranwagen, fand dabei jedoch kein Vertrauen: „Ich hatte einfach keinen Grip! Zudem verhielt sich das Auto von Kurve zu Kurve unterschiedlich: Du bremst eine Kurve an und der Wagen hält, in der nächsten jedoch bist du draußen.“

Heute noch klingt Hinterhofer regelrecht bestürzt, wenn er erzählt: „Es ist kaum zu glauben, aber wir flogen bei dieser Rallye sage und schreibe neun Mal von der Strecke. Neun Mal! Da mussten wir froh sein, dass wir es jedesmal zurück auf die Strecke geschafft haben. Aber so ist es natürlich schwer, ein Vertrauen zu einem neuen Auto aufzubauen.“

Heimo nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er erzählt: „Gleich auf der zweiten Prüfung hatten wir unseren ersten Abflug und der hat mir nicht nur ein unangenehmes Gefühl vermittelt sondern mir richtig Angst eingejagt. So kannte ich das bislang gar nicht.“

Erstmals Vertrauen am Samstagnachmittag

Mit der tiefen Sitzposition wird natürlich der Schwerpunkt optimiert - doch davon konnten Heimo Hinterhofer und Alessandra Baumann auch am Samstagvormittag nicht profitieren: „Es ist am Samstag zunächst genauso ‚lustig‘ weitergegangen wie am Tag davor. Erst als ich am Nachmittag auf der ersten Schlossbergprüfung Rallyewinterreifen am Auto hatte, habe ich zum ersten Mal an diesem Wochenende ein Vertrauen aufbauen können, das Auto lag nun subjektiv in den Cuts und beim Anbremsen besser. Alles in allem glaube ich aber, dass es hier auch im Kopf erstmals besser lief und wenn das Vertrauen erst einmal da ist, läuft eben alles zusammen gleich wieder besser. Auch die Zeiten sahen jetzt besser aus, auch wenn sie noch nicht optimal waren - wir blieben jetzt auf der Straße und ich konnte mich zum ersten Mal etwas näher mit dem Peugeot anfreudnen.“

Auf der wohl geschichtsträchtigen Abschlussprüfung gab es in Leutschach bei Dunkelheit Nebel und dichten Schneefall zu bewältigen: „Die Sicht war de facto gleich null. Wir sind plötzlich in einem Cut hängen geblieben, konnten uns glücklicherweise befreien und ins Ziel fahren.“

Lavanttal: „Maximale Kilometer - und Trockenheit“

Die Platzierung stand unter diesen Bedingungen ohnehin nicht im Vordergrund - und auch am kommenden Wochenende, an dem Heimo Hinterhofer und Alessandra Baumann den OPV Peugeot 208 R2 bei der Lavanttal-Rallye zünden werden, geht es dem dreifachen Berg-Staatsmeister lediglich um eine Zielankunft: „Es bringt mir in dieser Phase nichts, mir eine Platzierung vorzunehmen - wichtig ist eine Zielankunft, denn wir müssen jetzt so viele Kilometer wie nur möglich mit dem neuen Wagen abspulen. So werden wir auch den Skakedown am Donnerstag fahren.“ Dort wird das österreichisch-deutsche Duo im slowenischen Franzosen zwischen 18 und 19 Uhr antreten.

Die Lavanttal-Rallye konnte Heimo Hinterhofer bereits in den Jahren 2015 und 2016 mit dem Corsa OPC absolvieren, die Erinnerungen an die Prüfungen rund um Wolfsburg sind positiv: „Es ist mir damals gut gegangen mit den Sonderprüfungen - die Strecken liegen mir.“

Seinen größten Wunsch für das kommende Rallye-Wochenende können aufmerksame LeserInnen wohl ganz leicht erraten - Heimo Hinterhofer spannt jedoch ohnehin niemanden auf die Folter: „Meine große Hoffnung ist naheliegend: Natürlich wünsche ich mir, dass es am Wochenende tatsächlich trocken bleibt, so wie es zurzeit prognostiziert wird. Denn nur bei Trockenheit können wir mit dem Auto den nächsten Schritt gehen und mit ihm weiter zusammenwachsen. Ich scharre jedenfalls top motiviert in der Startbahn. Lavanttal - wir kommen!“

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