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ORM: Wechselland-Rallye

Baumgartner: Alles geschafft – und auch nicht

Der abenteuerliche Ausflug von Alexander Baumgartner und Alexander Wiesinger durch das Wechselland wäre beinahe mit einigen satten Punkten in der Juniorenwertung der ÖRM belohnt worden. Leider war nach dem Protest eines Mitbewerbers die Angst vor einem kostspieligen Formalfehler zu groß. Der Käfer wurde aufgeladen, bevor er das offizielle Ziel passiert hatte.

Foto: Christa Feichtner

Die gute Nachricht: Alex & Alex konnten mit ihrem VW-Käfer alle Prüfungen der Wechselland-Rallye trotz einiger Widrigkeiten beenden. Und damit sowohl ihre eigene Zuverlässigkeit wie auch die ihres mit viel Liebe aufgebauten Einsatzgerätes unter Beweis stellen.

Leider gibt es auch eine weniger gute Nachricht: Im Endklassement der Veranstaltung sucht man die Namen Baumgartner und Wiesinger vergeblich. Ein eventueller technischer Formalfehler und die damit verbundenen Kosten im Falle eines Ausschlusses hatten sie dazu veranlasst, aus eigenem Antrieb den Rückzug anzutreten. Sozusagen im letzten Augenblick.

Die Rallye selber verlief den Umständen entsprechend (vergleichsweise wenige PS und ein für die Bauart typisches Handicap in Sachen Fahrwerk und Bremsen) sehr harmonisch, nach dem ersten Tag landeten Alex Baumgartner und Alex Wiesinger gesamt an der 29. Stelle von 42 noch verbliebenen Fahrzeugen, womit sie auch eines der bestplatzierten Historischen-Teams waren.

Auch auf der zweiten Etappe hielten die jugendlichen Mühlviertler beständig ihr Tempo, was angesichts der schier altertümlichen Technik ihres Boliden als große Leistung angesehen werden kann.

Besonders abenteuerlich verlief der Rundkurs Rohrbach an der Lafnitz, wo in einer Spitzkehre, in der die Autos regelrecht ausgehoben werden, der Auspuff abgerissen war. Auf eben dieser Prüfung, allerdings beim zweiten Durchlauf, riss es auch ein Zündkabel aus seiner Verankerung, sodass der Käfer vorübergehend nur auf drei Zylindern lief. Das Defizit an Vortrieb wurde somit zusätzlich verschärft.

Vor der letzten Prüfung wurden jedoch die gröbsten Probleme beseitigt, einem erfolgreichen Abschluss der Rallye nach einer insgesamt sehr soliden Vorstellung stand nichts im Wege. So weit war alles gut,

Alles deutete darauf hin, dass für Alex Baumgartner sehr günstige Punkte in der Juniorenwertung der österreichischen Rallye-Meisterschaft herausspringen würden, da die Ausfallsrate hier sehr hoch war.

Nachdem jedoch ein Mitbewerber einen Protest gegen das Käfer-Team eingelegt hatte, weil von einem Reglement-Verstoß ausgegangen worden war (konkret wurde vermutet, dass der maximal zulässige Hubraum überschritten wurde), verzichteten Alexander Baumgartner und Alexander Wiesinger freiwillig darauf, ins Ziel zu fahren und die Rallye in Wertung zu beenden. Denn auch ein kleiner Formalfehler, ohne die Absicht, sich einen Wettbewerbsvorteil zu „erschleichen“, geht ins Geld, wenn dem Protest nach erfolgter Überprüfung stattgegeben wird.

Eine Angelegenheit, die wohl auf die Unerfahrenheit des Teams zurückzuführen ist. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass man bei Alexander Baumgartner und seinem Umfeld alles daran setzen wird, dass schon bei der nächsten Rallye jegliche Risiken auch in diesem Bereich ausgeschlossen werden können. Die gefahrenen Zeiten waren sehr ermutigend, wenngleich es nicht möglich war, sportlich so fulminant in Erscheinung zu treten wie bei der Jänner-Rallye. Obendrein war der Lernfaktor enorm hoch. In jeder Beziehung, wie man wohl auch mit etwas Wehmut zur Kenntnis nehmen muss.

An der baldigen Rückkehr des Käfers gibt es nichts zu rütteln. Denn der läuft und läuft und läuft…

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