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WRC: Katalonien-Rallye

„Wir mussten am härtesten kämpfen“

Der alte und neue Weltmeister Sebastien Ogier zieht nach seinem vierten Titelgewinn Bilanz: „Das letzte Jahr war das mental anspruchsvollste“.

Sebastien Ogier ist erneut Rallye-Weltmeister. Mit dem Sieg bei der Katalonien-Rallye sicherte er sich vorzeitig den Titel, und einer der ersten Gratulanten war Carlos Sainz, selbst 1990 und 1992 Rallye-Weltmeister. "Carlos hat mich daran erinnert, dass er mir vor fünf Jahren dazu geraten hat, zu Volkswagen zu gehen", verrät Sebastien Ogier, der mit dem Sieg bei der Katalonien-Rallye vorzeitig seinen vierten Titel unter Dach und Fach brachte. "Er wollte wissen, ob ich auch der Meinung bin, der Tipp war gar nicht so schlecht", so der alte und neue Champion.

Kann man wohl so sagen. Vier Weltmeistertitel sprechen für sich. Außerdem häufte Ogier insgesamt 30 Siege in den vergangenen vier Jahren im Polo R WRC ein. 462 Mal erzielte der 32 Jahre alte Franzose Bestzeiten - eine Erfolgsquote von mehr als 50 Prozent. "Es ist immer schwierig, Weltmeistertitel miteinander zu vergleichen", sagt Ogier. "Der erste ist natürlich immer speziell. Der Titel 2016 war sicherlich der, für den wir am härtesten kämpfen mussten. Das letzte Jahr war das mental anspruchsvollste."

Tatsächlich hatte die neue Regel zur Startreihenfolge, die den Tabellenführer jeweils zur ersten und zweiten Etappe als Straßenfeger auf die Strecke schickt, dem seit fast 1.000 Tagen an der Spitze der Gesamtwertung stehenden Ogier das Gewinnen auf Schotter praktisch unmöglich gemacht. Nach den Siegen in Monte Carlo (Asphalt, Eis) und Schweden (Schnee) blieb Ogier volle sechs Monate ohne Erfolg.

Ogier: "Das war die vielleicht frustrierendste Zeit meiner Karriere"

"Das war die vielleicht frustrierendste Zeit meiner Karriere", gibt Ogier zu. "So frustrierend, dass er sogar kurzfristig mit dem Ausstieg drohte. Drei Siege in Folge bei den Asphalt-Rallyes in Deutschland und Frankreich sowie der einzigen Mixed-Rallye im Kalender in Spanien brachten den Spaß offenbar wieder zurück.

Ogier ist nach den Altmeistern Juha Kankkunen und Tommi Mäkinen nun der dritte Vierfach-Weltmeister. Nur Sebastien Loeb ist mit neun Titeln noch erfolgreicher. Der erst zu den Tourenwagen und nun zum Rallycross abgewanderte Franzose liegt auch in der Sieg-Statistik noch weit vorne. Mit 78 ersten Plätzen hat er immer noch mehr als doppelt so viele WM-Erfolge auf dem Konto wie Ogier (37).

Ogiers Beifahrer Julien Ingrassia, der ebenfalls in dieser Kategorie zum vierten Mal Weltmeister wurde, widmete den Titel dem neuen Volkswagen-Motorsportdirektor Sven Smeets. "Sven hat uns praktisch seit dem Anfang unserer Karriere begleitet. Es ist ein tolles Gefühl, mit ihm zusammen unseren vierten Titel zu erzielen." Tatsächlich war Smeets schon bei Citroën als Teamchef für das Duo Ogier/Ingrassia zuständig, bevor er zunächst in gleicher Rolle zu Volkswagen wechselte und dort Anfang September 2016 zum Motorsportdirektor aufstieg.

"Diese Rallye war auch für uns im Kommandostand ein Wechselbad der Gefühle", beschreibt der Belgier. "Durch den Ausfall von Jari-Matti Latvala am Freitag lag die alleinige Last des Punktelieferanten auf den Schultern von Sebastien. Wenn er auch ausgefallen wäre, hätte unser Verfolger im Titelkampf einen Doppelsieg gelandet. Das sollte natürlich nicht passieren. Auf der anderen Seite wollte ich Sebastien natürlich nicht die Chance nehmen, den Titel mit einem Sieg zu gewinnen."

Ogier erfüllte die Aufgabe mustergültig, Hyundai hat trotz der Ränge zwei und drei für Dani Sordo und Thierry Neuville nur vier Punkte in der Markenwertung aufgeholt. Noch immer beträgt der Abstand 62 Zähler. Volkswagen hat dadurch bei der Wales Rally GB (28. bis 30. Oktober) den nächsten Matchball.

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