BMW 730d - im Test | 14.08.2003
Fahren & Tanken
Wie bereits eingangs erwähnt, ist der 730d quasi das Basismodell, wenngleich man dieses Wort in Verbindung mit einem Auto dieser Preisklasse wohl besser nicht gebraucht, spartanisch ist die Ausstattung nämlich keinesfalls.
Das Wort "Basis" bezieht sich vielmehr auf den Motor, das Dreiliter-Sechszylinder-Triebwerk bekam im Laufe seines Lebens bereits die eine oder andere Leistungs-Spritze verpasst. Im Siebener leistet es 218 PS, beeindruckend das Drehmoment von satten 500 Newtonmetern.
Nun mag sich vielleicht mancher fragen, ob knapp über 200 Pferde stark genug sind, die zwei Tonnen schwere Limousine auf Trab zu halten. Ein Blick auf den Beschleunigungswert gibt da Aufschluss, in acht Sekunden zeigt die Tachonadel Tempo 100, die Werksangabe der Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h.
Wer sich für den Diesel entscheiden sollte, kann sich den Griff zum 740d also getrost sparen, die über 20.000,- Euro lassen sich anderweitig wohl besser anlegen. Und die 0,6 Sekunden, die der große Diesel weniger für den Sprint auf Landstraßentempo benötigt, machen das Kraut auch nicht fett.
Und auch die Laufruhe des Sechszylinders steht dem Achtzylinder um fast nichts nach, der 730d ist in beinahe keiner Situation als Diesel auszumachen – außer an der Tankstelle.
Und da haben wir nicht schlecht gestaunt, trotz zugegeben oftmaligem Ausreizen der Maximalbeschleunigung verbrannte das Triebwerk im Schnitt nicht mehr als 9,5 Liter, für ein Auto dieser Größenordnung ein sensationeller Wert.
Kritik muss sich unser Testwagen beim Fahrkomfort gefallen lassen. Schuld daran ist das optionale Sportpaket, auch wenn die pompösen 19-Zöller das Auge des Betrachters erfreuen, in Verbindung mit der sportlichen Fahrwerksabstimmung ist der Siebener doch eine Spur zu hart geraten. Vor allem bei Querrillen auf der Autobahn gibt das Flaggschiff die Stöße ziemlich ungeniert an die Insassen weiter.
Die positive Kehrseite ist das agile Handling auf kurvenreichen Land- oder Bergstraßen. Unglaublich, wie leichtfüßig und direkt sich der große BMW hier manövrieren lässt, rein subjektiv betrachtet können Fünfer und Dreier das nicht viel besser.
Maßgeblich zum Fahrspaß trägt hier das optionale "Dynamic-Drive"-System bei, Stabilisatoren verhindern in Sekundenbruchteilen eine zu starke Wankbewegung der Karosserie und stabilisieren das Fahrzeug.