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Fahren & Tanken

Der TT ist kleiner, als man glaubt. Man stellt es jedes Mal wieder fest, wenn man in Parkhäusern um die Ecken zirkelt. Die Übersicht ist klarerweise eher schlecht, das bringt die Coupé-Karosserie mit ihren schwellenden Formen und die niedrige Sitzposition mit sich. Hier bewährt sich der ausfahrbare Heckspoiler als Einparkhilfe – sein dritter Nutzen neben Anpressdruck und Wow-Faktor.

Wir halten also – wenig überraschend – fest: Für Botendienstfahrten in der Innenstadt ist der TT nicht gebaut. Also hinaus aufs flache Land! Dort darf die Fahrmaschine endlich tief durchatmen und ihre Muskeln spannen. Den gleichen Motor gibt es beispielsweise auch im VW Golf GTI, aber beim TT ist schon aufgrund des Auftretens und der sportlichen Paraphernalien die Erwartung höher. Und sie wird nicht enttäuscht.

Motorline.cc hatte vor kurzer Zeit den Audi S3 im Test; im direkten Vergleich merkte mancher aus unserer Tester-Riege an, der TT „gehe“ nicht schlechter; und das, obwohl er 65 PS weniger hat.

Er erspart sich natürlich auch etwas Gewicht durch den fehlenden Allradantrieb, und vor allem machen sich die Antriebskräfte machen sich deutlicher und unmittelbarer bemerkbar. Ein Tritt aufs Forte-Pedal bringt den Vorderwagen zum Tänzeln, das ESP krempelt die Ärmel auf. Bei nasser Fahrbahn oder schlechtem Untergrund ist dort, wo der S3 sich noch am Asphalt festkrallt, im TT schon Vernunft angebracht.

Nicht dass das Auto in irgendeiner Weise bösartig wäre: Die Kraftentfaltung erfolgt gummibandartig, ein Turboloch gibt es nur mehr in der Firmengeschichte, nachzulesen unter „Quattro“. Die Bremsanlage packt vehement zu und lässt sich gut dosieren, wenn man ihr ein kleines bisschen Zeit zum Anwärmen gibt. Die Lenkung wird geschwindigkeitsabhängig Servo-unterstützt und hat in ihrer erfrischenden Direktheit sozusagen Handschlagqualität.

Apropos Hand: Die Schaltung erfordert deutlichen Input, aber das passt („ich bin ein Rennwagen“) zum Gesamteindruck. An der Präzision gibt es nicht auszusetzen, solange FahrerIn selbst nur nichts falsch macht.

Man muss aber gar nicht illegal herumräubern, um beispielsweise auf der Autobahn den nötigen Respekt zu genießen: Dank der typischen Kühlermaske und der aufpreispflichtigen Xenonscheinwerfer geht die markenbewusste Konkurrenz gleich von selber aus dem Weg.

Man merkt es immer wieder, Überholprestige ist eine deutsche Erfindung. Dafür bekommt man bei jeder Asphaltnaht einen Tritt ins Kreuz; aber was haben wir von einem Sportwagen erwartet?

Audi sagt für den TT 2,0 TFSI eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h zu, wir glauben es aufs Wort, ebenso wie die Beschleunigung (wenns trocken ist) von Null auf 100 in 6,6 Sekunden.

Am wohlsten fühlte der TT sich (bzw. fühlten wir uns mit dem TT) aber abseits der Autobahn, im Berg-und-Tal-Geschlängel der heimischen Landstraßen macht dieses Auto unverschämt viel Freude. An der Tankstelle sinkt der Spaß-Quotient zumindest bei realistischen Erwartungen nicht wesentlich ab, ein Verbrauch von 10,2 bis 10,5 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer kommt in Anbetracht der Motorleistung nicht überraschend.

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Audi TT 2,0 TFSI – im Test

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