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Formel 1: Interview

Button: Brawn soll die Regeln machen

Anders als sein McLaren-Team sieht Jenson Button Handlungsbedarf; ein externer Fachmann sollte die künftigen Formel-1-Regeln machen.

Um das Reglement für die Formel-1-WM ab der Saison 2017 wird immer noch gestritten. Nach einer Fristverlängerung soll erst Ende dieses Monats ein konkreter Plan für die Fahrzeuge des kommenden Jahres vorliegen, doch es wird noch um zahlreiche Details gerungen. Mehr noch: Toto Wolff, Motorsportchef des derzeit dominanten Mercedes-Werksteams, stellt sogar grundsätzlich in Frage, ob es per 2017 wirklich umfassender Änderungen bedarf. Ein konsequentes Vorgehen mit Blick auf eine spannendere Zukunft sieht jedenalls anders aus.

Man darf bereits bezweifeln, dass in den verbleibenden Monaten überhaupt allzu große Entwicklungssprünge realisierbar wären. Der Grund für die Verzögerungen liegt im derzeitigen Entscheidungsprozess. Neue Regeln müssen von der Strategiegruppe erarbeitet und verabschiedet, anschließend von der Formel-1-Kommission und dem FIA-Weltrat abgesegnet werden. Die Grundlage liefern also die Teams, die sich auf neue Regeln einigen müssen – und genau das ist kaum möglich, weil die Mannschaften jeweils eigene Interessen verfolgen.

Dass Mercedes angesichts der anhaltenden Topform des Werksteams seinen Vorzugsstatus beibehalten möchte, ist firmenpolitisch nachvollziehbar. Im Sommer vergangen Jahres hatte Christian Horner, Teamchef von RB Racing, ein Ausbrechen aus der aktuellen Machtstruktur gefordert. Der Brite schlug vor, dass ein externer Fachmann vom Schlage eines Ross Brawn die neuen Regeln erarbeiten solle. Wenig verwunderlich fand Horner kaum Unterstützung. Die Teams schmetterten den Vorschlag im August 2015 ab. Auch die FIA konnte sich mit der Idee, dem Ex-Teamchef dreier Teams solche Verantwortung zu geben, nicht anfreunden.

Zuletzt hatten sich die Formel-1-Fahrer zu Wort gemeldet: In einem offenen Brief prangerten sie das derzeitige Konstrukt zur Regelfindung deutlich an. "Die Teams kommen bezüglich der Regeln nicht auf einen Nenner – niemals", sagt Jenson Button nun im Gespräch mit ESPN. Das Problem bestünde darin, dass für solche Änderungen alle Teams mit einer Stimme sprechen müssten. "Die FIA sagt, dass der Weltverband das Heft in die Hand nehmen sollte. Das stimmt vielleicht wirklich", so der Brite.

"Mein Team wird es nicht mögen, wenn ich das jetzt so sage, aber ich denke, dass es jemand von außerhalb machen müsste", erklärt Button. Solange man sich Expertenmeinungen einhole und somit zu logischen Lösungen unter anderem im Bereich der Aerodynamik käme, spräche nichts gegen eine externe Regelhoheit. "Ross wäre da großartig geeignet", meint der McLaren-Pilot. "Jeder glaubt an ihn und an das, was er alles erreicht hat – wenn er doch bloß Interesse daran hätte. Ich denke aber, dass er derzeit zu gern zum Angeln geht."

"Wir Fahrer wollen nicht die Welt verändern, aber wir sind emotional bei der Sache und lieben unseren Sport", sagt Button, der als leitende Figur in der Fahrergewerkschaft GPDA engagiert ist und einst für das Überraschungsteam von Ross Brawn fuhr. "Vor allem wir älteren Kerle wissen noch, wie es sich anfühlte, als die Autos anstrengend zu fahren waren. Damals ging es darum, wer in den schnellen Ecken die dicksten Eier hatte und darum, wer die beste Nackenmuskulatur hatte. Das ist nun komplett anders."

"Die Autos sind nun viel fortgeschrittener. Es braucht nun viel mehr Köpfchen. An anderer Stelle vermissen wir aber etwas", weiß der Weltmeister von 2009. "Man wird die Regeln nicht allein aufgrund von Äußerungen und Meinungen der Fahrer ändern. Das verstehe ich, denn wir sind sehr emotional und die wirtschaftlichen Aspekte sind nicht unser Ding. Wir lieben aber unseren Sport und wollen deshalb helfen. Wir wollen, dass die Fans unseren Sport lieben, denn ohne Fans würde die Formel 1 nicht existieren."

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